"ida" ist da
Österreich hat jetzt einen staatlichen KI-Assistenten

| Tobias Seifried 
| 10.08.2026

Fragen zu ID Austria, Wohnsitz oder digitaler Signatur sollen ab sofort schneller beantwortet werden. Laut Staatssekretär Alexander Pröll soll "ida" künftig sogar durch komplette digitale Amtswege führen.

Wer Informationen zu österreichischen Verwaltungsleistungen sucht, kann sich ab sofort von Künstlicher Intelligenz unterstützen lassen. Mit ida, kurz für "intelligente digitale Assistenz", hat die Public AI Initiative ihre erste breit verfügbare Anwendung für Bürger:innen gestartet. Der KI-basierte Chatbot steht auf oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at sowie in der App "ID Austria" zur Verfügung. Fragen können demnach in natürlicher Sprache gestellt werden, die Antworten sollen rund um die Uhr in möglichst verständlicher Alltagssprache erfolgen.

"Mit ida bekommt jede:r Bürger:in einen digitalen Assistenten vom Staat – rund um die Uhr, in einfacher Sprache und vollständig in Österreich betrieben", sagte Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll am Montag.

Von ID Austria bis zum Wohnsitz

Inhaltlich deckt ida zunächst eine Reihe häufig nachgefragter Verwaltungsthemen ab. Dazu gehören den Angaben zufolge etwa die Registrierung der ID Austria, eAusweise, die digitale Signatur und Wohnsitzangelegenheiten. Statt sich selbst durch verschiedene Seiten arbeiten zu müssen, sollen Nutzer:innen ihre konkrete Frage direkt an den Chatbot stellen können. "Mit ida kann die Frage einfach so gestellt werden, wie man sie auch im Alltag formulieren würde", erklärt Pröll.

Zudem versicherte er, dass die Antworten ausschließlich auf veröffentlichten Inhalten von oesterreich.gv.at und id-austria.gv.at basieren. Laut Bund werden alle verwendeten Quellen ausgewiesen. Zudem sei das System vor dem Start mit mehr als 4.600 Testanfragen geprüft worden.

Was ida nicht darf

Bei aller KI-Unterstützung seien die Kompetenzen des Systems zunächst bewusst begrenzt. ida habe demnach keinen Zugriff auf persönliche Konten, Register, Akten oder laufende Verfahren. Der Chatbot könne weder Anträge einbringen noch persönliche Daten ändern, Bescheide erlassen oder rechtsverbindliche Auskünfte geben, wurde betont.

Ferner weist der Bund darauf hin, dass generative KI trotz der vorgenommenen Tests im Einzelfall unvollständige oder fehlerhafte Antworten liefern könne. Bei rechtlich komplexen oder persönlichen Anliegen blieben daher die zuständigen Behörden beziehungsweise die offiziellen Informationen maßgeblich.

KI-Infrastruktur steht in Österreich

Technisch basiert ida auf der "Large Language Model as a Service"-Plattform des Bundesrechenzentrums (BRZ). Als KI-Technologie kommt ein Modell des französischen Anbieters Mistral AI zum Einsatz. Die gesamte technische Infrastruktur werde vom BRZ in Österreich betrieben und nicht über ausländische Cloud-Infrastrukturen abgewickelt.

Nutzerprofile sollen nicht erstellt und Eingaben nicht zum Training der KI-Modelle verwendet werden. Bereinigte Chatverläufe werden nach Angaben des Bundes für maximal 90 Tage zur Qualitätssicherung und Bearbeitung von Auskunftsbegehren gespeichert.

Künftig sollen auch Amtswege möglich werden

Interessant ist auch, wohin die Reise gehen soll. Denn laut seinen Macher:innen ist der Informations-Chatbot lediglich die erste Entwicklungsstufe. Perspektivisch soll ida Bürger:innen personalisiert durch digitale Amtswege begleiten. Mit einer entsprechenden Novelle des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG) soll auch der rechtliche Rahmen geschaffen werden, damit Anträge über Chatbots eingebracht werden können, sofern die jeweilige Behörde diese Möglichkeit anbietet.

Langfristig verfolgt die Bundesregierung ein noch weitergehendes Ziel: "Unser Ziel ist, dass jede:r Nutzer:in der ID Austria künftig einen persönlichen Public AI Agenten zur Seite hat, der sicher durch digitale Verwaltungsservices führt", so Pröll. Die Entscheidung und Kontrolle sollen dabei weiterhin beim Menschen bleiben.

www.oesterreich.gv.at

www.id-austria.gv.at

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