KI gegen Behördendeutsch
Neue Plattform bringt Licht in Österreichs Förderdschungel

| Larissa Bilovits 
| 02.11.2026

Die KI-Beratung biteme.digital bündelt rund 350 Förderungen, Boni und Entlastungen für Privatpersonen in einer kostenlosen Übersicht. Eine ergänzende KI-Hilfe erklärt ausgewählte Antragsformulare in einfacher Sprache.

Wer sich in Österreich vom ORF-Beitrag befreien lässt, kann auf demselben Antrag auch einen Zuschuss zur Telefonrechnung und die Befreiung von den Ökostrom-Kosten auf der Stromrechnung beantragen. Dafür gibt es eigene Kästchen zum Ankreuzen, die man allerdings erst einmal bemerken muss. Damit solche Ansprüche nicht ungenutzt bleiben, hat die Wiener KI-Beratung biteme.digital mit www.was-steht-mir-zu.at eine kostenlose Übersicht gestartet. Sie bündelt rund 350 Förderungen, Boni und Entlastungen, die Privatpersonen hierzulande selbst beantragen können. Zusätzlich erklärt eine KI-Ausfüllhilfe, was in den jeweiligen Formularen eigentlich gefragt ist. Für keines der beiden Angebote ist eine Anmeldung nötig.

Gratisangebot aus der KI-Beratung

Hinter dem Projekt steht Jürgen Bogner, Gründer und Geschäftsführer von biteme.digital, der regelmäßig für LEADERSNET eine KI-Kolumne verfasst. Die neue Plattform betreibt biteme.digital unabhängig von seinen kostenpflichtigen Angeboten.

"Wir arbeiten jeden Tag mit Unternehmen, die sich durch KI verändern. Wir sehen, wie schnell das geht und dass dabei nicht jede:r gewinnt", erklärt Bogner. "Deshalb wollten wir mit unserer Technik etwas zurückgeben, an Menschen, für die ein paar hundert Euro im Jahr einen echten Unterschied machen. Die Förderungen gibt es ja. Man muss sie nur finden und das Formular verstehen. Genau dabei hilft KI. Entscheiden wird weiterhin ein Mensch beim Amt."

Jede Angabe mit Quelle und Abrufdatum

Auf der Plattform lassen sich die Einträge über ein Suchfeld und Filter eingrenzen oder nach Themenbereichen wie Wohnen, Energie, Gesundheit, Bildung und Kinder durchsehen. Erfasst sind Leistungen des Bundes, der Bundesländer und der Landeshauptstädte sowie weiterer Stellen. Jede Angabe lässt sich nachprüfen, denn zu jedem Eintrag sind die Quelle und das Datum des letzten Abrufs vermerkt. Auch ausgelaufene Förderungen oder solche, deren Mittel bereits vergeben sind, verschwinden nicht aus der Datenbank, sondern bleiben gekennzeichnet stehen.

Gedacht ist die Sammlung nicht nur für Einzelpersonen. Auch Beratungsstellen, Gemeinden oder Angehörige sollen damit arbeiten und dürfen die Übersicht frei verlinken, weitergeben und ausgedruckt verteilen. Fehlende Förderungen können per E-Mail gemeldet werden.

Wenn das Formular zur Hürde wird

Ist die passende Förderung gefunden, beginnt für viele die eigentliche Hürde, nämlich das Antragsformular. Hier setzt hilfe.was-steht-mir-zu.at an: statt sich durch Erläuterungen zu kämpfen, können Antragsteller:innen der KI ihre Fragen so stellen, wie sie ihnen gerade einfallen, etwa zu einem unklaren Feld, zu den nötigen Unterlagen oder zu einem schwer verständlichen Satz im Behördendeutsch. Zurück kommt eine Erklärung in einfacher Sprache, beliebig oft und zu jeder Tageszeit. Bislang kennt das Tool sechs Anträge, unter anderem jene für die ORF-Befreiung und die Geräte-Retter-Prämie.

Bevor das Gespräch beginnt, stellt die Seite übrigens klar, dass die Antworten maschinell erzeugt werden und fehlerhaft sein können. Einen Antrag verfasst die KI nicht, ebenso wenig sagt sie, ob jemand eine Leistung erhält. Für eine persönliche Beratung verweist sie auf die Sozialberatung in der Gemeinde und auf das kostenlose Bürgerservice des Sozialministeriums.

Ursprung im Firmengeschäft

Dass ein übersehenes Detail Geld kosten kann, kennen nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Unternehmen. Bei Förderungen nach der EU-Gruppenfreistellungsverordnung etwa muss der Antrag eingebracht sein, bevor ein Projekt startet. Wer vorher bestellt, verliert den Anspruch. Für solche Fragen hat biteme.digital, das Betriebe und Organisationen im DACH-Raum mit Keynotes, Workshops, Strategieberatung und maßgeschneiderten Lösungen beim KI-Einsatz begleitet, sogenannte Radare entwickelt. Unter radar.biteme.digital beobachten diese kostenpflichtig, was sich für Firmen laufend ändert, von offenen Förderprogrammen über relevante KI-Entwicklungen bis zu Ausschreibungen und zum Mitbewerb. Allein das Radar für betriebliche Förderungen in Österreich umfasst mehr als 400 Programme.

"Ein Radar ist eine Frage an ein festgelegtes Register öffentlicher Quellen. Die Maschine liest diese Quellen, hält jede Angabe mit dem wörtlichen Satz aus der Quelle fest und zeigt, wann sie zuletzt abgerufen wurde", erläutert Dennis Bora, AI Lead bei biteme.digital, der die Datenmaschine hinter den Radaren gebaut hat. "Für Unternehmen setzen wir sie auf Förderprogramme und KI-Entwicklungen an. Für was-steht-mir-zu.at haben wir sie auf Förderungen für Privatpersonen angesetzt."

www.was-steht-mir-zu.at

www.ahoi.biteme.digital

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