Massiver Gewinneinbruch
AUA streicht Flüge und warnt vor Folgen hoher Standortkosten

Die Fluglinie beförderte im Sommer mehr Passagiere und verbesserten ihre Pünktlichkeit. Dennoch gibt es einen deutlichen Gewinneinbruch. Nun macht die Airline weitere Investitionen von den Standortbedingungen abhängig.

Mehr Passagiere, bessere Pünktlichkeitswerte und ein erfolgreiches Sommergeschäft – dennoch steht die Austrian Airlines (AUA) wirtschaftlich unter Druck. In den ersten neun Monaten 2026 erwirtschaftete die heimische Fluggesellschaft ein bereinigtes operatives Ergebnis (Adjusted EBIT) von 48 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Dabei verlief das dritte Quartal durchaus erfreulich. Zwischen Juli und September beförderte die AUA insgesamt 4,9 Millionen Passagiere und damit drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch Umsatz und operatives Ergebnis lagen im Sommerquartal über den Vorjahreswerten. Konkrete Beträge für das dritte Quartal nennt die Airline in ihrer Mitteilung allerdings nicht.

Erfolgreicher Sommer kann Gewinneinbruch nicht verhindern

Trotz höherer Ticketpreise infolge gestiegener Kerosinkosten blieb die Nachfrage nach Flugreisen hoch. Nach Ausbruch des Krieges im Iran verlagerte die AUA ursprünglich für den Nahen Osten vorgesehene Kapazitäten auf europäische Urlaubsdestinationen wie Nizza, Mallorca und Barcelona.

"Unsere Flexibilität und unsere umfassenden Anstrengungen nach Ausbruch des Krieges im Iran haben Wirkung gezeigt. Es ist uns gelungen, unsere internen Kosten im Griff zu behalten sowie die ursprünglich für Nahost geplanten Kapazitäten in touristische Destinationen in ganz Europa wie Nizza, Mallorca und Barcelona zu verlagern", erklärte AUA-Chefin Annette Mann.

Auch bei der Zuverlässigkeit konnte die Fluggesellschaft zulegen. Die Pünktlichkeit bei Abflügen und Ankünften verbesserte sich um 2,8 beziehungsweise 2,5 Prozentpunkte. Im September war Austrian Airlines nach eigenen Angaben sogar die pünktlichste Airline Europas. Insgesamt wurden 99,2 Prozent der geplanten Flüge regulär durchgeführt.

Wien–Graz gestrichen, Winterflugplan ausgedünnt

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben allerdings angespannt. Insbesondere hohe Kerosinpreise und Standortkosten belasten die Fluggesellschaft. Einige Verbindungen, vor allem auf sehr kurzen Strecken, stehen deshalb weiterhin auf dem Prüfstand.

Die Verbindung zwischen Wien und Graz wurde bereits mit Ende des Sommerflugplans eingestellt. Zudem hat die AUA ihre Kapazitäten für den Winterflugplan 2026/27 gegenüber dem Vorjahr um insgesamt fünf Prozent reduziert. "Das aktuell vorliegende Finanzergebnis aus dem dritten Quartal zeigt: Wir sind auch unter schwierigen Bedingungen sehr leistungsfähig. Aber nach wie vor gilt: Die strukturellen Belastungen des Standorts lassen kaum eine nachhaltige Zukunftsplanung zu", warnt Mann.

Flugabgabe und Flottenerneuerung im Fokus

Die Airline verweist zudem auf die schwierige Verfügbarkeit neuer Flugzeuge. Sowohl Airbus als auch Boeing kämpfen mit langen Lieferzeiten. Innerhalb der Lufthansa Group werden neue Maschinen deshalb bevorzugt dort eingesetzt, wo langfristig die besten wirtschaftlichen Perspektiven bestehen.

Für die geplante Erneuerung der Langstreckenflotte spielen aus Sicht der AUA daher auch die laufenden Gespräche mit der österreichischen Bundesregierung eine entscheidende Rolle. Die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfahrtstandorts hat zuletzt deutlich an Fahrt aufgenommen. Auch die Vorstände des Flughafens Wien, die Wirtschaftskammer sowie die Bundesländer Wien und Niederösterreich forderten die Abschaffung der Flugabgabe (LEADERSNET berichtete).

Flughafen als Wirtschaftsfaktor

Welche Bedeutung das Drehkreuz Wien für die heimische Wirtschaft hat, unterstreicht die AUA mit Zahlen einer Studie des Economica-Instituts: Demnach generiert eine Million zusätzlicher Passagiere am Flughafen Wien jährlich 75 Millionen Euro zusätzliche Wertschöpfung und rund 1.000 Arbeitsplätze in der Branche. Jedes Langstreckenflugzeug sei darüber hinaus mit etwa 350 direkten Arbeitsplätzen bei Austrian Airlines verbunden. Bei den Gesprächen mit der Politik zeigt sich die AUA-Chefin zumindest vorsichtig optimistisch: "Die Gespräche mit der Bundesregierung sind auf einem guten Weg. Ich habe den Eindruck, dass sich alle Beteiligten der Bedeutung der Luftfahrt für den Standort Österreich bewusst sind."

www.austrian.com

Die wichtigsten AUA-Zahlen 2026

  • Adjusted EBIT Jänner bis September: 48 Mio. Euro (–37 Prozent)

  • Passagiere im dritten Quartal: 4,9 Millionen (+3 Prozent)

  • Pünktlichkeit bei Abflügen: Verbesserung um 2,8 Prozentpunkte

  • Pünktlichkeit bei Ankünften: Verbesserung um 2,5 Prozentpunkte

  • Regulär durchgeführte Flüge: 99,2 Prozent

  • Winterflugplan 2026/27: Kapazitäten um fünf Prozent reduziert

  • Streckenstreichung: Wien–Graz mit Ende des Sommerflugplans

  • Beschäftigungseffekt: Laut Economica rund 350 AUA-Arbeitsplätze je Langstreckenflugzeug

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Die wichtigsten AUA-Zahlen 2026

  • Adjusted EBIT Jänner bis September: 48 Mio. Euro (–37 Prozent)

  • Passagiere im dritten Quartal: 4,9 Millionen (+3 Prozent)

  • Pünktlichkeit bei Abflügen: Verbesserung um 2,8 Prozentpunkte

  • Pünktlichkeit bei Ankünften: Verbesserung um 2,5 Prozentpunkte

  • Regulär durchgeführte Flüge: 99,2 Prozent

  • Winterflugplan 2026/27: Kapazitäten um fünf Prozent reduziert

  • Streckenstreichung: Wien–Graz mit Ende des Sommerflugplans

  • Beschäftigungseffekt: Laut Economica rund 350 AUA-Arbeitsplätze je Langstreckenflugzeug

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