Fotos der Verleihung
Biber Impact Award zeichnete Engagement für mehr Chancengleichheit aus

Wer öffnet Türen, wenn Herkunft, Name oder fehlende Kontakte den Weg erschweren? Bei der zweiten Verleihung in Wien standen Menschen und Initiativen im Mittelpunkt, die solche Hürden abbauen.

Gesellschaftliche Teilhabe hat viele Gesichter und zeigt sich in Personalinitiativen, Frauennetzwerken, der Begleitung schwer kranker Menschen oder journalistischer Arbeit. Wie diese Ansätze ineinandergreifen, wurde am 4. November beim Biber Impact Award 2026 im Trompetensaal der Österreichischen Post AG sichtbar. Zum zweiten Mal würdigte das Magazin herausragende Unternehmen, Institutionen und Persönlichkeiten, die Vielfalt und Chancengleichheit in Österreich spürbar vorantreiben.

Den Rahmen bildete ein Abend, der die Arbeit der Ausgezeichneten ebenso in den Mittelpunkt rückte wie ihre persönlichen Beweggründe. Nach der Begrüßung durch Journalistin und Moderatorin Damita Pressl eröffnete Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post AG, die Veranstaltung. Gemeinsam mit Rudi Kobza, Biber-Herausgeber und Initiator des Awards, führte Pressl durch das Programm. Die Keynote hielt Staatssekretär Alexander Pröll. 

Chancen schaffen und Engagement sichtbar machen

Vergeben wurde die Auszeichnung in den Kategorien Unternehmen, Institutionen, Karriere und Talent. Dafür traf die Biber-Redaktion aus den Einreichungen eine Vorwahl, aus der eine Jury die Sieger:innen bestimmte. Ihr gemeinsamer Bezugspunkt war der Einsatz für Menschen, deren Möglichkeiten noch immer zu oft von Herkunft, Namen oder fehlenden Kontakten abhängen. 

"Es zeigt sich täglich, wie wichtig es ist, Menschen und Organisationen sichtbar zu machen, die Chancen schaffen. Unsere diesjährigen Preisträger:innen stehen für Mut, Leistung und die Fähigkeit, neue Perspektiven zu eröffnen. Mit dem Biber Impact Award würdigen wir Vorbilder, deren Wirkung weit über den eigenen Erfolg hinausreicht", sagte Kobza.

Wie sich dieser Gedanke in Unternehmen verankern lässt, zeigte die Auszeichnung der Asfinag. Sie erhielt den Award in der Kategorie Unternehmen für ihre Initiative "WE@ASFINAG", die Diversität als Bestandteil der Personalstrategie berücksichtigt. Geschlecht und Alter spielen dabei ebenso eine Rolle wie die soziale Herkunft. 18 Diversity-Botschafter:innen erreichen mit Webtalks bis zu 300 Beschäftigte, während Ziele für einen höheren Frauenanteil in die Unternehmenssteuerung einfließen. 

Entgegengenommen wurde der Preis von Herbert Kasser, dem Finanzvorstand der Asfinag, Lisa Raunigg, Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung, und Petra Hammer-Fierthner, Teamleiterin Interne Kommunikation. Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter der Österreichischen Post AG, überreichte die Auszeichnung. 

Teilhabe reicht von Pflege bis zur Vernetzung

Dass Chancengleichheit auch den Zugang zu Betreuung und Begleitung umfasst, machte die Kategorie Institutionen deutlich. Hier wurde die CS Caritas Socialis ausgezeichnet, bei der rund 1.000 Mitarbeiter:innen aus 54 Nationen schwer kranke Mensche und Menschen am Lebensende begleiten. Die Würdigung galt ihrem Einsatz für ein würdevolles Leben bis zuletzt, unabhängig von Herkunft, Religion oder Einkommen. Für die Organisation nahmen Sabina Dirnberger-Meixner, Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation der CS Caritas Socialis, und Pflegedirektor Human Vahdani den Award von Moderatorin Eser Akbaba entgegen. 

Eine weitere Form gesellschaftlicher Teilhabe eröffnete die Arbeit von Aida Kaupert, Obfrau der Balkan Powerfrauen Österreich, die in der Kategorie Karriere geehrt wurde. Mit dem Verein hat sie ohne nennenswerte Förderung eine Gemeinschaft für Frauen mit internationaler Geschichte aufgebaut. Ausstellungen, Kulturabende und Vernetzungsangebote schaffen Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen und die eigenen Leistungen sichtbar zu machen. Die Veranstalter würdigten dabei auch, dass Kaupert trotz Vorurteilen und Angriffen an ihrem Engagement festgehalten hat. Überreicht wurde ihr der Preis von Reinhard Poglitsch, Geschäftsführer von Simacek Österreich und COO von Simacek Europa. 

Journalistische Arbeit eröffnet neue Blickwinkel

Sichtbarkeit spielte auch bei der Auszeichnung von Journalist Qusay Silmawi eine zentrale Rolle. Der Preisträger der Kategorie Talent dokumentierte als Fotojournalist aus Idlib während des Krieges das Leben Geflüchteter. Nach seinem Neustart in Österreich blieb er seinem Beruf verbunden und richtet den Blick heute auf Syrer:innen, ihre Bildung, ihre Fähigkeiten und ihre persönlichen Erfolgsgeschichten. Den Award überreichte der Soziologe und Politologe Kenan Güngör. 

Sonderpreise rückten Wiens Offenheit in den Mittelpunkt

Neben den vier Kategorien wurden zwei Sonderpreise vergeben, die Wien als internationalen Ort der Begegnung thematisieren. Zuvor gestaltete der Wiener DJ, Musiker und Produzent Cay Taylan mit seinem Live-Auftritt den musikalischen Teil des Abends. 

Der ORF und die Wiener Stadthalle erhielten gemeinsam den Sonderpreis "Vielfalt und Public Value" für den Eurovision Song Contest 2026 (LEADERSNET berichtete u.a. hier). In ihrer Begründung verwiesen die Veranstalter darauf, dass das Ereignis Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammengebracht und Wien als weltoffene Gastgeberstadt für Europa gezeigt hat. Gesundheitsexpertin Yasmina Kobza überreichte die Auszeichnung an Michael Krön, Executive Producer des Eurovision Song Contests und designierter ORF-Direktor für Programm und Brands, sowie Thomas Waldner, den Geschäftsführer der Wiener Stadthalle. 

An diese internationale Perspektive knüpfte auch die Ehrung von WienTourismus an. Die Organisation erhielt einen Sonderpreis für besondere Verdienste um die Stadt. Gewürdigt wurde ihr Einsatz, Gäste aus aller Welt nach Wien zu holen und die Stadt über die Grenzen hinaus als offene, vielfältige Metropole erlebbar zu machen. Norbert Kettner, CEO von WienTourismus, nahm die Auszeichnung von Rudi Kobza entgegen. 

Verantwortung im gesellschaftlichen und digitalen Wandel 

Die Bedeutung von Vorbildern hatte Pröll bereits in seiner Keynote aufgegriffen und mit Fragen zum digitalen Wandel verbunden. Dabei sprach er über die Verantwortung, die mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz einhergeht, und die Rolle von Bildung und klaren Regeln. 

"Der Biber Impact Award holt Menschen vor den Vorhang, die mit Mut, Leistung und Zusammenhalt unsere Gesellschaft stärker machen. Das verdient große Anerkennung, und ich danke dem ganzen Biber-Team für diesen Abend. Gerade jetzt brauchen wir solche Vorbilder, denn KI ist die größte Disruption unserer Zeit und gekommen, um zu bleiben. Die entscheidende Frage ist, wie wir dabei menschlich bleiben. KI soll uns das Denken erleichtern, nicht abnehmen. Dafür braucht es Bildung, Schutz für unsere Kinder und klare Regeln. Die Zukunft wird digital. Ob sie menschlich bleibt, entscheiden wir", sagte der Staatssekretär.

Unter den Gästen

Unter den weiteren Gästen waren unter anderem Clemens Pig (designierter ORF-Generaldirektor), Martin Biedermann (Leiter Marketing und Kommunikation ORF), Michaela Fritz (Vizerektorin für Forschung und Innovation an der Medizinischen Universität Wien), Erwin Kotányi (Kotányi GmbH), Michael Kochwalter (Leiter Corporate Communications der Wien Holding), Marcin Kotlowski (Geschäftsführer von WH Media) sowie Margarete Schramböck (Managerin und Politikerin) und viele mehr. 

LEADERSNET begleitete die Auszeichnung. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen. 

www.dasbiber.at

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