Fotos der Präsentation
Wirtshausführer 2027 führt zu besonderen Adressen für Küche und Wein

Von Tirol bis in die Wachau würdigt die neue Ausgabe Gastgeber:innen und Betriebe, die Genusskultur mit persönlicher Handschrift prägen.

Was im Herrnhaus in Brixlegg auf den Tisch kommt, nimmt seinen Anfang mitunter im Garten von Sandra Moigg. Dort wachsen Kräuter und Gemüse für eine Küche, die ihre Umgebung auf den Teller bringt. Ihr Sohn Lukas verarbeitet auch Wild aus eigener Jagd und Lebensmittel regionaler Produzent:innen, während sein Bruder Maximilian im Weinkeller die passenden Begleiter auswählt. Dieses Zusammenspiel aus Küche, Wein und familiärer Gastfreundschaft würdigte der neue Wirtshausführer nun mit seiner Auszeichnung "Wirtshausführer Wirt:in 2027". 

Mit dem Tiroler Gasthof rückt die neue Ausgabe einen Betrieb in den Mittelpunkt, dessen Geschichte weit zurückreicht und zugleich von der nächsten Generation fortgeschrieben wird. Auch die weiteren Hauptauszeichnungen erzählen von Herkunft und persönlichen Wegen zum Genuss. Zum "Wirtshausführer Winzer 2027" wurde Mathias Hirtzberger aus Wösendorf in der Wachau gekürt, den Titel "Wirtshausführer Weinmensch 2027" erhielt ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll. 

Zwei Brüder schreiben Familiengeschichte weiter

Die erste urkundliche Erwähnung des Herrnhauses stammte aus dem Jahr 1416. Seit 1930 befindet es sich im Besitz der Familie Moigg. 2022 übergab Christian Moigg den Betrieb an seine Söhne Lukas und Maximilian weiter. Heute führt damit die vierte Generation das Haus. 

Die Aufgaben der Brüder ergänzen einander. Lukas Moigg verantwortet die Küche, in der Tiroler und österreichische Gerichte ebenso ihren Platz haben wie zeitgemäße Interpretationen. Die regionale Herkunft lässt sich dabei konkret benennen. Wild stammt aus der eigenen Jagd in Kramsach, Fisch aus dem Zillertal und Fleisch unter anderem von einer Tiroler Bio-Metzgerei. Sandra Moigg steuert aus ihrem nach den Kriterien von "Natur im Garten" bewirtschafteten Garten Kräuter und Gemüse bei. 

Was dazu ins Glas kommt, liegt in den Händen von Maximilian Moigg. Der Diplomsommelier betreut einen Weinkeller mit mehr als 200 österreichischen und internationalen Positionen. Wer nach dem Essen bleiben möchte, findet im Gasthof auch Gästezimmer. 

In der Wachau führt Herkunft zu einem eigenen Stil

Vom Tiroler Wirtshaus führt der Blick nach Wösendorf, wo Mathias Hirtzberger gemeinsam mit seiner Frau Hanna die Weinhofmeisterei Hirtzberger führt. Sein erster Jahrgang aus den Wösendorfer Weingärten entstand 2014, fünf Jahre später eröffnete das neue Weingutsgebäude. 

Bei der Vergabe des Winzerpreises hob der Wirtshausführer insbesondere Hirtzbergers Umgang mit veränderten klimatischen Bedingungen hervor. Nach Angaben des Guides verzichtet er konsequent auf Botrytistrauben, setzt auf Spontanvergärung und lässt den Trauben längere Maischstandzeiten. 

Einen anderen Zugang zum Wein bringt Josef Pröll mit. Der ehemalige Politiker und heutige ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende stammt aus einer Weinviertler Winzerfamilie. Das Weingut in Radlbrunn übernahm sein jüngerer Bruder Andreas, seine eigene Verbindung zum Wein blieb bestehen. Besonders der Grüne Veltliner begleitet ihn seit Jahren. Dass diese Vorliebe auch im Fußballalltag ihren Platz findet, machte Pröll mit einem Satz über das Weinangebot in der VIP-Lounge des Praterstadions deutlich. "Da schaue ich persönlich drauf!" Für seine Verbundenheit mit dem Wein erhielt er die von Zalto Glas unterstützte Auszeichnung als "Weinmensch 2027".

Gastfreundschaft braucht auch Zeit außerhalb der Wirtsstube 

Hinter den einzelnen Ehrungen steht die Frage, was ein Wirtshaus heute ausmacht. Herausgeber Klaus Egle legt den Schwerpunkt der neuen Ausgabe auf Küche, Getränke und das persönliche Willkommen. "In den vergangenen Jahren haben wir dabei den Fokus auf regionale Herkunft und biologische Erzeugung gelegt", sagt Egle. "Jetzt richten wir das Augenmerk noch mehr auf den Kern dessen, was für uns ein Wirtshaus ausmacht: Echt gut essen und echt gut trinken." Dazu komme ein weiterer wesentlicher Bestandteil. "Außerdem gehört für uns zum:r echt gut Wirt:in unverzichtbar die herzliche Gastfreundschaft, die entscheidend dafür ist, dass man sich als Gast im Wirtshaus rundum wohlfühlt."

Damit diese Gastfreundschaft auf Dauer gelebt werden kann, brauchen auch die Gastgeber:innen Freiräume. Egle spricht in diesem Zusammenhang von einer neuen "Wirt-Life-Balance". Kürzere Küchenzeiten, ein eingeschränktes Mittagsangebot oder zusätzliche Ruhetage seien aus seiner Sicht Ausdruck veränderter Lebens- und Betriebskonzepte. Junge wie erfahrene Wirtsleute suchten Wege, berufliche Leidenschaft und Privatleben miteinander zu verbinden. "Wer sich verändert, gibt nicht auf, sondern bleibt mit Leidenschaft und Realismus im Geschäft", ist Egle überzeugt.

Diese Betriebe wurden in den Bundesländern ausgezeichnet

Neben den drei Hauptpreisen vergab der Wirtshausführer Auszeichnungen für Weinwirt:innen und Aufsteiger:innen in allen neun Bundesländern. Die Kategorie Weinwirt:innen wird von Österreich Wein Marketing unterstützt, jene der Aufsteiger:innen von Metro Österreich.

Bundesland Weinwirt:innen 2027 Aufsteiger:innen 2027
Wien Stern, 1110 Wien Zum Bretschneider, 1120 Wien
Burgenland Heimlichwirt, Gols Fandl, Strem
Kärnten Alte Point, Arriach Wirtshaus im Neusacherhof, Weißensee
Niederösterreich Wachauerstube Loiben, Dürnstein Mährische Botschaft im Weinschlössl, Retz
Oberösterreich Schmiede, Pfaffing Die Huberei, Linz
Salzburg Paradoxon, Salzburg Goldader, Tamsweg
Steiermark Johanns Living, Bruck an der Mur Broadmoar, St. Josef
Tirol Mocking – das Wirtshaus, Kitzbühel Linde, Stumm im Zillertal
Vorarlberg Wirtschaft zum Schützenhaus, Feldkirch Sarah kocht, Egg

500 Empfehlungen und ein Blick auf die Weinbranche

Die 29. Ausgabe versammelt nach Verlagsangaben 500 Lokalempfehlungen in Österreich und den benachbarten Genussregionen, darunter Friaul, Istrien, Slowenien und Südtirol. 50 Lokale sind neu aufgenommen worden. Hinzu kommen 400 Übernachtungsmöglichkeiten bei Wirts- und Weinbaubetrieben. 

Gemeinsam mit dem Wirtshausführer erscheint der Weinguide "Wein mit Egle". Darin blickt der Herausgeber auf vier Jahrzehnte österreichischer Weinentwicklung zurück und beschäftigt sich mit den Herausforderungen durch sinkenden Konsum und die Klimaerwärmung. Sein Rat verbindet wirtschaftliche Sorgfalt mit einem Bild aus dem Weingarten. "Wer seinen Betrieb mit kaufmännischer Sorgfalt führt, übersteht auch eine längere Durststrecke – so wie ein tief wurzelnder Rebstock eine Trockenperiode."

Der Wirtshausführer 2027 ist im Buchhandel und über die Website erhältlich. Seine Empfehlungen führen zu unterschiedlichen Küchen und Weinkellern – und zu Menschen, die mit ihren täglichen Entscheidungen bestimmen, wie Wirtshauskultur weiterlebt.

Einen Eindruck von der Präsentation können Sie mittels Galerie gewinnen. 

www.wirtshausfuehrer.at

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