Fotos vom Event in Graz
LexCon zeigte neue Einsatzmöglichkeiten von KI in der Rechts- und Steuerbranche

| Redaktion 
| 05.11.2026

Bei der Veranstaltung präsentierte LexisNexis die Weiterentwicklung seiner Plattform Lexis+ mit Protégé. Im Mittelpunkt standen automatisierte Arbeitsabläufe, die Einbindung juristischer Fachliteratur und das Zusammenspiel von technologischer Unterstützung und menschlicher Expertise.

Im Rahmen der LexCon in Graz beschäftigte sich LexisNexis mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz künftig in die Arbeitsabläufe von Rechts- und Steuerfachleuten eingebunden werden kann. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Meet your future team" und widmete sich insbesondere dem Zusammenspiel von juristischem Fachwissen, technologischen Anwendungen und menschlicher Entscheidungsfähigkeit. 

In ihrer Keynote "Im Zweifel für die Neugier" ging Barbara Tscheliessnigg, Expertin für soziotechnische Organisationsentwicklung, auf die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Menschen und KI ein. Dabei hob sie die Bedeutung fundierter Kenntnisse, präziser Aufgabenstellungen und menschlicher Urteilskraft hervor.

KI soll vollständige Arbeitsprozesse übernehmen

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung war die Weiterentwicklung der KI-Anwendung Protégé, die in die Plattform Lexis+ integriert ist. Mit der sogenannten Agentic AI sollen künftig nicht mehr ausschließlich einzelne Fragestellungen beantwortet, sondern auch umfangreichere Aufgaben selbstständig in mehreren Schritten bearbeitet werden können.

Während KI-Systeme bislang häufig vor allem zur gezielten Informationssuche eingesetzt werden, soll die neue Technologie komplexere Abläufe unterstützen. Dazu gehört unter anderem, eine Aufgabenstellung in einzelne Teilbereiche zu gliedern, relevante Quellen zu recherchieren, Zwischenergebnisse zu beurteilen und bei Bedarf weitere Informationen einzuholen.

Nach Angaben von LexisNexis wurden bei der Entwicklung mehr als 1.500 Rückmeldungen und Anforderungen aus der beruflichen Praxis berücksichtigt.

"Die Agentic AI von Protégé kombiniert juristische Methodik mit zitierfähiger Fachliteratur - alles geprüft und optimiert von österreichischen Fachexpert:innen", sagte Susanne Mortimore, CEO von LexisNexis Österreich und CEE.

Vordefinierte Abläufe für wiederkehrende Aufgaben

Neben der Agentic AI stellte das Unternehmen die sogenannten Skills vor. Dabei handelt es sich um vorbereitete Arbeitsabläufe, die festlegen, welche Schritte bei der Bearbeitung bestimmter Aufgaben erforderlich sind.

Anstatt die KI bei jeder Anwendung mit mehreren aufeinanderfolgenden Anweisungen zu steuern, könnten Nutzer:innen auf diese vordefinierten Prozesse zurückgreifen. Protégé erstelle zunächst einen Vorschlag für die Vorgehensweise, der anschließend überprüft und gegebenenfalls angepasst werden könne. Erst nach der Freigabe würden die einzelnen Arbeitsschritte ausgeführt.

Laut LexisNexis sollen die Skills dazu beitragen, Ergebnisse einheitlicher und nachvollziehbarer zu gestalten. Gleichzeitig könnten auch Personen mit geringerer Erfahrung im Umgang mit KI auf bereits optimierte Abläufe zurückgreifen.

Fachliche Grundlagen bleiben überprüfbar

Bei der Entwicklung der Skills arbeitet LexisNexis nach eigenen Angaben sowohl mit internen Fachredaktionen als auch mit externen Expert:innen zusammen. Deren praktische Erfahrung soll sicherstellen, dass die vorgegebenen Arbeitsschritte den Anforderungen juristischer und steuerrechtlicher Tätigkeiten entsprechen.

Eine wesentliche Rolle spielen dabei die verwendeten Informationsquellen. Lexis+ mit Protégé verknüpft österreichische Fachliteratur, gerichtliche Entscheidungen und Rechtsnormen mit den neuen KI-Funktionen. Die zugrunde liegenden Quellen sollen für Anwender:innen direkt abrufbar sein, damit sich Aussagen und Ergebnisse fachlich überprüfen lassen.

Damit soll die Technologie nicht nur die Bearbeitung von Aufgaben unterstützen, sondern auch eine nachvollziehbare Grundlage für die anschließende Beurteilung durch Fachleute bereitstellen.

Menschliche Urteilskraft weiterhin gefragt

Trotz der erweiterten Automatisierung bleibt die fachliche Verantwortung ein zentraler Bestandteil des vorgestellten Konzepts. Die KI soll insbesondere bei Recherche, Strukturierung und der Bearbeitung einzelner Arbeitsschritte unterstützen. Die Bewertung von Argumenten, das Erkennen rechtlicher Besonderheiten sowie strategische Entscheidungen sollen weiterhin bei den zuständigen Fachleuten liegen.

LexisNexis kündigte im Rahmen der Veranstaltung an, das Angebot an Skills weiter auszubauen. Ziel sei es, zusätzliche juristische und steuerrechtliche Arbeitsabläufe durch die Verbindung von Fachinhalten, methodischen Vorgaben und KI-Technologie zu unterstützen.

Nach der Veranstaltung in Graz sind für November weitere Termine der LexCon in Innsbruck und Linz vorgesehen.

LEADERSNET war bei der Veranstaltung in Graz. Einen Eindruck können Sie sich hier machen. 

www.lexisnexis.com

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