Konzern als Krisen-Profiteur
Hohe Energiepreise bescheren der OMV einen kräftigen Gewinnsprung

Neben teurem Öl und Gas profitiert der Energiekonzern von äußerst hohen Raffineriemargen. Das bereinigte operative Ergebnis legte im dritten Quartal um 68 Prozent zu. Im Chemiegeschäft gab es hingegen Einbußen.

Die hohen Energiepreise und die angespannte Versorgungslage auf den internationalen Märkten haben der OMV im dritten Quartal 2026 einen deutlichen Ergebnissprung beschert. Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern erzielte ein CCS-operatives Ergebnis vor Sondereffekten von 2,12 Milliarden Euro, was laut eigenen Angaben einem Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Der bereinigte, den Aktionär:innen zurechenbare Periodenüberschuss stieg sogar um 94 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Bei den Umsatzerlösen gab es ein Plus von 43 Prozent auf knapp neun Milliarden Euro.

Raffineriemargen mehr als verdreifacht

Besonders stark entwickelte sich demnach der Geschäftsbereich Fuels. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 172 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren vor allem die deutlich höheren Raffineriemargen, eine hohe Auslastung und ein günstiger Produktmix. Die europäische Raffinerie-Referenzmarge der OMV erhöhte sich von 11,50 auf 37,50 US-Dollar je Barrel.

Als wesentliche Ursachen nennt der Konzern die Angebotsengpässe infolge des Konflikts im Nahen Osten, die teilweise Sperrung der Straße von Hormus sowie Angriffe auf russische Raffinerieanlagen. Im Tankstellengeschäft belasteten hingegen schwächere Kraftstoffmargen das Ergebnis.

Auch der Geschäftsbereich Energy profitierte vom Preisumfeld. Das operative Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 936 Millionen Euro. Dabei erhöhten sich die durchschnittlich realisierten Ölpreise um 41 Prozent und die Gaspreise um 80 Prozent. Rückläufige Verkaufsmengen wurden dadurch mehr als ausgeglichen.

Chemiegeschäft schwächelt

Weniger erfreulich entwickelte sich der Bereich Chemicals. Hier sank das operative Ergebnis vor Sondereffekten um 72 Prozent auf 63 Millionen Euro. Verantwortlich waren insbesondere rückläufige Marktpreise bei Olefinen und Polyolefinen.

"Die Geschäftsbereiche Fuels und Energy waren dabei die wichtigsten Ertragstreiber, während der Beitrag des Geschäftsbereichs Chemicals geringer ausfiel", erklärte Emma Delaney, Vorstandsvorsitzende der OMV. Angesichts der geopolitischen Herausforderungen konzentriere sich der Konzern weiterhin auf einen sicheren Betrieb und die Umsetzung seiner Projekte.

Prognosen für 2026 angehoben

Aufgrund des veränderten Marktumfelds hat die OMV mehrere Erwartungen für das Gesamtjahr angepasst. So rechnet der Konzern nun mit einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von mehr als 95 US-Dollar je Barrel. Die Prognose für die europäische Raffinerie-Referenzmarge wurde von 20 auf rund 25 US-Dollar angehoben. Die geplanten organischen Investitionen steigen von 3,4 auf rund 3,5 Milliarden Euro. Zum Quartalsende lag die Nettoverschuldung bei 4,4 Milliarden Euro, der Verschuldungsgrad bei 17 Prozent.

www.omv.com

OMV-Kennzahlen im dritten Quartal 2026

  • Umsatzerlöse: 8,96 Mrd. Euro (+43 Prozent)

  • CCS-operatives Ergebnis vor Sondereffekten: 2,12 Mrd. Euro (+68 Prozent)

  • Bereinigter CCS-Periodenüberschuss, den Aktionär:innen zurechenbar: 1,15 Mrd. Euro (+94 Prozent)

  • CCS-Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten: 3,54 Euro (+95 Prozent)

  • Operativer Cashflow: 2,20 Mrd. Euro (+101 Prozent)

  • Operatives Ergebnis Energy: 936 Mio. Euro (+51 Prozent)

  • CCS-operatives Ergebnis Fuels: 1,12 Mrd. Euro (+172 Prozent)

  • Operatives Ergebnis Chemicals: 63 Mio. Euro (–72 Prozent)

  • Nettoverschuldung: 4,40 Mrd. Euro

  • Verschuldungsgrad: 17 Prozent

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OMV-Kennzahlen im dritten Quartal 2026

  • Umsatzerlöse: 8,96 Mrd. Euro (+43 Prozent)

  • CCS-operatives Ergebnis vor Sondereffekten: 2,12 Mrd. Euro (+68 Prozent)

  • Bereinigter CCS-Periodenüberschuss, den Aktionär:innen zurechenbar: 1,15 Mrd. Euro (+94 Prozent)

  • CCS-Ergebnis je Aktie vor Sondereffekten: 3,54 Euro (+95 Prozent)

  • Operativer Cashflow: 2,20 Mrd. Euro (+101 Prozent)

  • Operatives Ergebnis Energy: 936 Mio. Euro (+51 Prozent)

  • CCS-operatives Ergebnis Fuels: 1,12 Mrd. Euro (+172 Prozent)

  • Operatives Ergebnis Chemicals: 63 Mio. Euro (–72 Prozent)

  • Nettoverschuldung: 4,40 Mrd. Euro

  • Verschuldungsgrad: 17 Prozent

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