Das Interesse an der finanziellen Absicherung im Alter ist groß – die konkrete Auseinandersetzung mit den eigenen Pensionsansprüchen fällt hingegen deutlich geringer aus. Zu diesem Ergebnis kam die Uniqa Finanzvorsorge-Studie 2026, laut der sich 70 Prozent der Befragten für die Möglichkeiten der Pensionsvorsorge und 68 Prozent für Höhe und Konditionen ihrer späteren Pension interessieren. Von jenen, die noch nicht in Pension sind, haben allerdings erst 17 Prozent ihre voraussichtliche staatliche Pension berechnet oder berechnen lassen.
"Den Menschen ist bewusst, dass Altersvorsorge wichtig ist. Zugleich erkennen wir in unserer diesjährigen Finanzvorsorge-Studie große Wissens- und Umsetzungslücken. Die eigentliche Herausforderung liegt heute weniger im fehlenden Problembewusstsein als im Schritt von der Sorge zur konkreten Planung und Umsetzung", sagt René Knapp, Vorstand für Personenversicherung bei der Uniqa Insurance Group.
Finanzielle Reserven sind vielfach begrenzt
Konkrete Maßnahmen zur finanziellen Absicherung im Alter haben laut Befragung 34 Prozent getroffen. Gleichzeitig könnte weniger als die Hälfte der Befragten beim Verlust der Haupteinnahmequelle die laufenden Lebenshaltungskosten für mindestens drei Monate decken, ohne Geld auszuleihen oder umzuziehen. Insgesamt geben dies 45 Prozent an, bei Männern sind es 48 Prozent, bei Frauen wiederum 42 Prozent.
Auch die Belastung durch finanzielle Sorgen hat zugenommen. Unter jenen Personen, die sich häufig Gedanken über ihre finanzielle Situation machen, empfinden 53 Prozent diese als persönliche Belastung im Alltag. Im Vorjahr waren es 48 Prozent (Frauen: 57 %; Männer: 49 %).
Wissenslücken betreffen auch Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Nur elf Prozent können laut Studienauswertung korrekt oder gut einschätzen, welcher Anteil des letzten Nettoeinkommens in Österreich durchschnittlich als staatliche Pension verbleibt. Diese sogenannte Nettoersatzrate beschreibt ein Verhältnis zwischen Einkommen und Pension und ist von der individuellen Pensionslücke zu unterscheiden. Den mit 35 bis 40 Prozent bezifferten Pensionsunterschied zwischen Männern und Frauen ("Gender Pension Gap") unterschätzen demnach 47 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen deutlich.
"Auch unsere Forschungsarbeiten zeigen, dass viele Frauen die Auswirkungen von Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitbeschäftigung auf die Höhe ihrer zukünftigen Pension deutlich unterschätzen. Klare Information und konkrete Rechenbeispiele unterstützen sie darin, diese Effekte realistisch einzuschätzen und bei ihrer Lebensplanung zu berücksichtigen", erklärt Bettina Fuhrmann, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums für Finanzbildung und Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien.
Das Zutrauen ins eigene Finanzwissen sinkt
Das eigene Finanz- beziehungsweise Veranlagungswissen bewerten 26 Prozent als sehr oder eher hoch. 2025 waren es noch 31 Prozent. Frauen schätzen ihre Kenntnisse mit einem Anteil von 18 Prozent deutlich seltener hoch ein als Männer mit 34 Prozent.
Unterschiede zeigen sich auch bei den finanziellen Reserven. Unter Personen, die ihr Finanzwissen hoch einschätzen, könnten 65 Prozent eine unerwartete Zahlung in Höhe ihres monatlichen Einkommens ohne Kredit oder familiäre Unterstützung begleichen. Bei Befragten mit niedrig eingeschätztem Finanzwissen sind es 40 Prozent. Die erste Gruppe verfügt allerdings auch über höhere Einkommen.
13 Prozent der Befragten geben darüber hinaus an, die steuerlichen Vorteile bei langfristig genutzten Lebensversicherungen zu kennen und sich damit auszukennen. Weit mehr allerdings (43 %) haben keine Kenntnis davon (51 % der Frauen, 35 % der Männer).
Persönliche Beratung bleibt neben KI gefragt
Bei Entscheidungen zur finanziellen Vorsorge wäre professionelle Beratung für 60 Prozent grundsätzlich sehr oder eher wichtig. 45 Prozent wären grundsätzlich bereit, dafür zu bezahlen.
"70 Prozent würden sich bei Entscheidungen zu Produkten für Altersvorsorge und Absicherung trotz KI-Nutzung zusätzlich persönlich beraten lassen, 38 Prozent sogar auf jeden Fall. Bei unterschiedlichen Empfehlungen bei Finanz- oder Versicherungsprodukten würden nur neun Prozent eher der KI folgen, aber 44 Prozent eher einer persönlichen Beratung", sagt Martina Zöchner, Senior Research Consultant bei Reppublika Research & Analytics.
Zur UNIQA Finanzvorsorge-Studie 2026
Für die Untersuchung befragte Reppublika Research & Analytics zwischen Ende Mai und Anfang Juli 2026 online 3.029 Personen im Alter von 16 bis 60 Jahren. Präsentiert wurden die Ergebnisse am 15. Oktober 2026 im Uniqa Tower in Wien.
www.uniqa.at
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