Die Round Table Konferenzhotels (RTK) haben am Donnerstag, den 8. Oktober, bei ihrer Generalversammlung in Wien ihre aktuellen Zahlen präsentiert. Das Netzwerk für Seminarhotels, Kongresszentren und Eventlocations zählt derzeit 217 Mitgliedsbetriebe - 56 davon sind seit 2025 hinzugekommen. Zu den jüngsten Neuzugängen gehört Elisabeth Gürtler-Mauthner, die ein neues Veranstaltungsangebot in Tirol in das Netzwerk einbringt. Neben dem Wachstum standen bei der Versammlung auch die Entwicklung des Veranstaltungsmarkts und die Pläne für 2027 im Mittelpunkt.
Unternehmen suchen gezielter nach Locations
"Unternehmen hinterfragen heute stärker als noch vor einigen Jahren, welchen konkreten Mehrwert eine Veranstaltung bietet. Unsere Erfahrung zeigt aber: Wenn es um Kundenbeziehungen, Geschäftsanbahnung oder den Austausch innerhalb von Teams geht, bleibt der persönliche Kontakt entscheidend", ist RTK-Präsident Thomas Ziegler, Geschäftsführer des Design Center Linz, überzeugt. Wie sich der Markt verändert, zeigt sich vor allem bei den Anfragen. Statt eines Raums für eine bestimmte Teilnehmerzahl suchen Firmen zunehmend ein Gesamtpaket, das zum jeweiligen Format passt, ob Workshop, Kundenevent oder mehrtägige Tagung. Für Hotels und Eventlocations wird es damit schwieriger, allein über Sichtbarkeit zu neuen Aufträgen zu kommen.
Für RTK leitet sich daraus die eigene Rolle als Vermittler ab. "Die Herausforderung besteht heute nicht darin, möglichst viele Locations zu kennen. Entscheidend ist, für jeden Anlass die passende Location zu finden und den jeweiligen Betrieb mit dem Unternehmen zusammenzubringen, das genau dieses Angebot sucht", erklärt RTK-Geschäftsführerin Uschi Huber, und ergänzt: "Wir kennen unsere Mitgliedsbetriebe und ihre Besonderheiten ganz genau und können dadurch gezielt passende Kontakte herstellen. Aus einer Anfrage kann so ein konkreter Auftrag entstehen. Unser Ziel ist es, aus persönlichen Kontakten echte Geschäftsmöglichkeiten zu machen."
Mitgliedsbeiträge bleiben trotz Teuerung gleich
Auf der Kostenseite setzt RTK auf Kontinuität. Laut dem Verein wurden die Mitgliedsbeiträge seit zehn Jahren nicht angehoben, obwohl auch die eigenen Kosten gestiegen sind. Eine Erhöhung ist auch für die Zukunft nicht geplant. Bereits bei der Generalversammlung 2025 hatte RTK angekündigt, an dieser Linie festzuhalten.
"Wenn unsere Mitgliedsbetriebe selbst genauer kalkulieren müssen, wollen wir sie nicht zusätzlich mit höheren Beiträgen belasten. Wir wollen, dass sich eine Mitgliedschaft gerade jetzt rechnet – durch neue Kontakte, konkrete Geschäftsmöglichkeiten und Leistungen, die einen spürbaren Mehrwert für den Geschäftserfolg bieten", so Ziegler.
Prominenter Neuzugang aus Seefeld
Zu den bekanntesten neuen Mitgliedern des Jahres zählt Elisabeth Gürtler-Mauthner. Die Hotelière führte von 1990 bis 2015 das Wiener Hotel Sacher und ist heute Gastgeberin im Alpin Resort Sacher Seefeld-Tirol. Dort eröffnet im November das Sacher Event Chalet, eine eigenständige Location im Hotelpark mit Platz für bis zu 180 Gäste (LEADERSNET berichtete). Über die RTK-Mitgliedschaft will Gürtler-Mauthner das Chalet im Veranstaltungsmarkt positionieren und als Adresse für Konferenzen und Firmenveranstaltungen etablieren. Damit soll das bestehende Angebot des Resorts erweitert und eine neue Zielgruppe angesprochen werden.
Als Gastrednerin der Generalversammlung skizzierte Gürtler-Mauthner, worauf es in der Hotellerie künftig ankommt. Trotz Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bleibe der Mensch das Zentrum der Branche, betonte sie. Gleichzeitig müssten sich Hotelbetriebe laufend weiterentwickeln, neue Gästebedürfnisse erkennen und zusätzliche Geschäftsfelder erschließen. Das Event Chalet ist ein solcher Schritt, RTK soll dafür den Zugang zu einem etablierten Netzwerk und zu potenziellen Auftraggeber:innen liefern.
Neun RTK-Events im kommenden Jahr
Für 2027 erwartet RTK, dass individuell zugeschnittene Veranstaltungen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz den Markt weiter prägen. Digitale Anwendungen erleichtern zwar die Suche nach Locations und die Planung, den persönlichen Austausch ersetzen sie aus Sicht des Vereins aber nicht. Gefragt seien Konzepte, die verschiedene Anforderungen verbinden, von der passenden Location über das Erlebnis vor Ort bis zu Erreichbarkeit, Nachhaltigkeit und regionalem Bezug.
Seine Mitglieder will RTK auch im kommenden Jahr mit Branchenevents und gezielter Vernetzung unterstützen. Geplant sind neun Veranstaltungen in Österreich und München, dazu kommen weitere FamTrips und Business Breakfasts. Zu den Fixpunkten im Kalender zählen unter anderem der Juristenball in der Wiener Hofburg, der Austrian Event Award und die Convention 4 You.
"Je komplexer und individueller die Anforderungen werden, desto wichtiger wird ein Netzwerk, das Orientierung gibt und die richtigen Kontakte herstellen kann. Genau darin sehen wir unsere Aufgabe und großes Potenzial für die kommenden Jahre", resümiert Ziegler abschließend.
www.rtk.at
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