Eine neue Auswertung der Österreich Werbung beschreibt Reisende im Frühjahr und Herbst als ältere, ausgabenstarke Zielgruppe. Demnach geben Gäste bei Österreich-Urlauben im Frühling durchschnittlich 228 Euro pro Person und Tag aus, im Herbst sind es 198 Euro.
Damit liegen die Tagesausgaben laut der Studie "T-MONA Nebensaisonen 2025" über dem Sommerwert von 188 Euro. Höher fallen die Zahlen mit 239 Euro nur im Winter aus. Im Vergleich zum Sommer beträgt die Differenz im Frühling 40 Euro beziehungsweise rund 21 Prozent. Im Herbst sind es zehn Euro oder fünf Prozent. "T-MONA" steht übrigens für "Tourismus-Monitor Austria".
Paare und Alleinreisende prägen die Übergangszeiten
Der typische Gast im Frühling und Herbst ist der Auswertung zufolge durchschnittlich rund 53 Jahre alt und reist überwiegend zu zweit oder allein. Familien sind im Vergleich zur Hauptsaison seltener vertreten, was unter anderem mit der Lage außerhalb der Schulferien erklärt werden kann. Als Unterkunft wählen Nebensaisongäste besonders häufig ein Vier-Sterne-Hotel.
Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits eine 2025 veröffentlichte Potenzialstudie der Österreich Werbung zu Reisen im Mai, Juni, September und Oktober. Demnach sind Personen, die ausschließlich in diesen Monaten verreisen, tendenziell älter und häufiger als Paar unterwegs. Sie interessieren sich zudem stärker für Kultur, Kulinarik, Städte und Erholung (LEADERSNET berichtete u.a. hier).
Natur, Kultur und Kulinarik bestimmen die Nachfrage
Natur und Landschaft nannten laut T-MONA-Auswertung 40 Prozent der Frühlingsgäste und 46 Prozent der Herbstgäste als Grund für die Wahl ihres Reisezieles. Sehenswürdigkeiten und Kulturangebote waren für 41 Prozent im Frühling und 31 Prozent im Herbst entscheidungsrelevant. Der Preis wurde hingegen von sieben Prozent der Frühlingsgäste und zehn Prozent der Herbstgäste als Grund für die Wahl angeführt.
Bei den Aktivitäten stehen Spazierengehen und Flanieren mit jeweils 65 Prozent sowie der Besuch von Sehenswürdigkeiten mit jeweils 59 Prozent an der Spitze. Wandern nannten 38 Prozent der Frühlings- und 54 Prozent der Herbstgäste. Gleichzeitig übten 38 Prozent im Frühling und 34 Prozent im Herbst während ihres Urlaubs keinen Sport aus. Im Sommer waren es 18 Prozent, im Winter 14 Prozent. Etwa jede:r zweite Befragte ging zudem laut Österreich Werbung auswärts essen.
Übergangsmonate gewinnen langfristig an Gewicht
Dass die Monate abseits der Hauptsaison für den Tourismus an Bedeutung gewonnen haben, zeigen auch die Beherbergungsdaten von Statistik Austria. Im Jahr 1975 entfielen auf Mai, Juni, September und Oktober zusammen rund 35 Prozent der Nächtigungen der damaligen Sommersaison. Seit 2006 liegt der Anteil – mit Ausnahme der Pandemiejahre – bei rund 50 Prozent.
Die Nachfrage bleibt dennoch saisonal geprägt. Im August 2025 verzeichnete Statistik Austria 21,34 Millionen Nächtigungen, im Juli waren es 18,56 Millionen. Damit blieben die beiden klassischen Hauptsaisonmonate besonders volumenstark. Insgesamt wurden im Kalenderjahr 2025 österreichweit 157,29 Millionen Nächtigungen registriert. Rund drei Viertel davon entfielen auf internationale Gäste. Der Inlandstourismus hatte laut Statistik Austria vor allem im Sommer und in den Übergangsmonaten ein höheres Gewicht als im Winter.
Höherer Anteil an Erstbesucher:innen
Im Frühjahr waren laut T-MONA 13 Prozent der Befragten erstmals auf Urlaub in Österreich, im Herbst 14 Prozent. Im Winter betrug der Anteil sechs Prozent, während 81 Prozent der Wintergäste als Stammgäste eingestuft wurden. Die Prozentwerte zeigen damit, dass Erstbesucher:innen in der Gästestruktur der Nebensaison eine größere Rolle spielen.
Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung der Österreich-Werbung-Strategie für einen stärkeren Ganzjahrestourismus. Aus Sicht der Organisation könne eine gleichmäßigere Nachfrage dazu beitragen, Investitionen besser auszulasten und ganzjährige Arbeitsplätze zu unterstützen. "Die Menschen denken längst nicht mehr in Saisonen, und das belegt auch die Studie. Frühling und Herbst ziehen attraktive Gästeschichten an, was die ÖW-Strategie zum Ganzjahrestourismus bestätigt", so Steharnig-Staudinger.
Studie kostenlos erhältlich
Die vollständige Studie ist nach Registrierung kostenlos über die Datenplattform WiPool erhältlich.
www.b2b.austria.info
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