Warum Europas Arzneimittelversorgung wieder näher rücken muss

Geopolitische Unsicherheiten, fragile Lieferketten und Lieferengpässe haben gezeigt, wie wichtig regionale Produktion geworden ist. Complex Pharmaceuticals investiert deshalb gezielt in den Ausbau seines Standorts in Traiskirchen und setzt damit ein Zeichen für den Pharmastandort Österreich.

Die vergangenen Jahre haben Europas Gesundheitssystem vor Augen geführt, wie verletzlich globale Lieferketten geworden sind. Was lange als wirtschaftlich sinnvoll galt – die Verlagerung von Produktionskapazitäten in Niedrigkostenregionen – wird zunehmend zum Stolperstein. Besonders deutlich zeigt sich das in der Arzneimittelversorgung.

Lieferengpässe sind mittlerweile keine Ausnahme mehr. "Auch wenn die Versorgung von Patient:innen in vielen Fällen durch alternative Produkte oder Lieferwege aufrechterhalten werden kann, offenbaren Engpässe eine strukturelle Schwäche. Europa hat in zentralen Bereichen seiner pharmazeutischen Wertschöpfung an Eigenständigkeit verloren", gibt Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals, zu bedenken.


Bei Complex Pharmaceuticals stehen die Zeichen auf Expansion: Das Pharma-Startup verdoppelt seine Werksfläche in Traiskirchen. Produktion und Verpackung werden nun auch mit zusätzlichen Lagerflächen ergänzt. © Complex Pharmaceuticals/APA-Fotoservice/Ben Leitner

Resilienz als neuer Wettbewerbsfaktor

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass Versorgungssicherheit nicht erst in der Apotheke beginnt, sondern deutlich früher – nämlich bei Produktion, Verpackung, Lagerung und Logistik. "Genau dort werden heute die Grundlagen für eine resiliente Gesundheitsversorgung geschaffen", ist Reinwald überzeugt.

Investitionen in moderne, regionale Produktionskapazitäten sind daher weit mehr als unternehmerische Entscheidungen. Sie sind Investitionen in die Zukunftsfähigkeit eines resilienten Wirtschafts- und Gesundheitsstandorts. Pharmazeutische Strukturen entstehen jedoch nicht kurzfristig. Ihr Aufbau erfordert einen langen Planungshorizont und Rahmenbedingungen, auf die sich Unternehmen dauerhaft verlassen können.

Im Logistik Park Tribus in Traiskirchen entwickelt Complex Pharmaceuticals einen pharmazeutischen Zukunftshub. © Propel Industries

Ein Standort der nächsten Pharma-Generation

Vor diesem Hintergrund baut Complex Pharmaceuticals seinen Standort in Traiskirchen bei Wien konsequent aus. Das junge Unternehmen verdoppelt seine Werksfläche von ursprünglich rund 7.800 auf künftig 15.200 Quadratmeter. Neben modernen Produktions- und Verpackungskapazitäten entstehen zusätzliche Lagerflächen mit rund 10.000 Palettenplätzen sowie neue Infrastruktur für (internationale) Kund:innen.

Die Erweiterung erfolgt noch vor dem eigentlichen Produktionsstart und ist eine direkte Reaktion auf die steigende Nachfrage nach regional verfügbaren pharmazeutischen Dienstleistungen. "Die Nachfrage zeigt, wie stark der Bedarf an flexiblen europäischen Produktionsstrukturen mittlerweile geworden ist und dass wir auf dem richtigen Weg sind", so Reinwald.

Der Standort in Niederösterreich verfolgt dabei einen integrierten Ansatz: Produktion, Sekundärverpackung, Lagerung und Logistik werden an einem Ort gebündelt. Dadurch lassen sich Transportwege verkürzen, Prozesse beschleunigen und Lieferketten robuster gestalten.

Für Österreich eröffnet diese Entwicklung neue Chancen. Das Land verfügt über hohe industrielle Kompetenzen, gut ausgebildete Fachkräfte und eine zentrale Lage innerhalb Europas. Damit daraus langfristige Wertschöpfung entsteht, muss die gesamte Kette von der Forschung bis zur Versorgung zusammengedacht werden. "Werden diese Stärken konsequent genutzt, kann Österreich eine wichtige Rolle beim Aufbau resilienter europäischer Wertschöpfungsketten übernehmen", ist Reinwald überzeugt. Doch diese entstehen nur dort, wo frühzeitig investiert wird. Traiskirchen steht beispielhaft für diese Entwicklung. 

complex-pharma.com

 


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