Vereinbarkeit betrifft nicht nur Mütter – unter diesem Leitgedanken hat die Initiative #FULLTIMEworkingMOM ihre Veranstaltungsreihe bei einem Netzwerkabend in Wien erstmals ausdrücklich um die Perspektive berufstätiger Väter erweitert. Gemeinsam mit SAP Österreich und dem SAP Business Women's Network diskutierten Eltern, Führungskräfte und Unternehmensvertreter:innen über Karrierewege, Rollenbilder und den Wiedereinstieg nach der Karenz.
Der dritte persönliche Netzwerkabend der Initiative fand am 9. September am Wiener SAP-Standort in der Lassallestraße statt. Unter dem erweiterten Motto #FULLTIMEworkingPARENTS ging es vor allem um die Frage, welche betrieblichen Rahmenbedingungen es braucht, damit Eltern berufliche Verantwortung übernehmen können, ohne dass die Familienarbeit überwiegend zulasten der Karriere eines Elternteils geht.
Karenz bleibt ungleich verteilt
Wie unterschiedlich sich die Geburt eines Kindes auf die Erwerbsverläufe von Frauen und Männern auswirkt, zeigte Tabea Reicher, Gründerin von "Alles bisschen viel" und Expertin für Vereinbarkeit, zu Beginn der Veranstaltung. Sie verwies unter anderem auf eine 2026 veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Demnach nehmen Mütter nach der ersten Geburt durchschnittlich 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch, Väter hingegen lediglich neun Tage.
Die Untersuchung basiert auf verknüpften österreichischen Registerdaten und standardisierten Kompetenztests. Analysiert wurden die Erwerbsverläufe von 5.130 in Österreich lebenden Personen. Die Unterschiede zwischen Müttern und Vätern bestanden laut den Forscher:innen weitgehend unabhängig von Qualifikation, Migrationshintergrund und Wohnort. Während Mütter ihre Berufstätigkeit häufig länger unterbrachen und danach vielfach in Teilzeit zurückkehrten, hatte die Elternschaft auf die untersuchten Erwerbsverläufe der Väter deutlich geringere Auswirkungen.
Aktuelle Zahlen von Statistik Austria bestätigen dieses Ungleichgewicht auch bei der Arbeitszeit. So arbeiteten 2025 75,3 Prozent der erwerbstätigen Frauen zwischen 25 und 49 Jahren mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit. Bei den Männern derselben Altersgruppe lag der Anteil bei 8,5 Prozent.
Rückkehr gelingt nicht immer in derselben Rolle
Zur Diskussion stand auch eine Stepstone-Erhebung aus dem Jahr 2024. Dafür wurden rund 2.200 Menschen in Österreich befragt, darunter etwa 1.000 Elternteile. Jede dritte befragte Frau kehrte nach der Karenz nicht zu ihrem bisherigen Unternehmen zurück. Lediglich 43 Prozent kehrten in ihre frühere Rolle zurück. 24 Prozent blieben im Unternehmen, wechselten jedoch auf eine andere Position.
Zudem gaben 44 Prozent der befragten Eltern an, bei der Rückkehr aus der Karenz keine Unterstützung durch ihre Arbeitgeber:innen erhalten zu haben. Nur 23 Prozent der Eltern mit Kindern unter elf Jahren fühlten sich bei der Vereinbarkeit ihrer Betreuungspflichten mit dem Beruf ausreichend unterstützt.
Aus Working Moms werden Working Parents
Gegründet wurde #FULLTIMEworkingMOM von Nadia Tor, Sales Director G&E bei ZTE Austria. Ausgangspunkt waren nach Angaben der Initiatorin ihre Erfahrungen als Mutter in einer Führungsposition. Mit Veranstaltungen und der LinkedIn-Serie #WomenWorkingWednesdays will sie berufstätige Frauen sichtbarer machen und den Austausch über Karriere und Familie fördern. "Vereinbarkeit ist kein Frauenthema. Es ist ein Thema, das Familien, Unternehmen und unsere gesamte Arbeitswelt betrifft", sagte Tor anlässlich des Netzwerkabends. Deshalb seien dieses Mal bewusst auch die Erfahrungen von Vätern in die Diskussion einbezogen worden.
Auf dem Podium diskutierten David Hable, Horst Valentin und Irene Baldassari von SAP Österreich sowie Biljana Schwarz vom Pharmaunternehmen Kwizda über Mental Load, familiäre Rollenverteilungen und Führung.
Live-Gespräch über Führung und Elternschaft
Teil des Abends war außerdem eine Live-Aufzeichnung von #WomenWorkingWednesdays. Nadia Tor sprach dabei mit Elisabeth Unger-Krenthaller, Marketing Director for SAP SuccessFactors Middle and Eastern Europe, über die Erwartungen, denen Mütter und Väter im Berufsalltag begegnen, sowie über Unternehmenskulturen, die berufliche Entwicklung auch nach der Geburt eines Kindes ermöglichen sollen.
Konzipiert wurde die Veranstaltung laut den Organisator:innen gemeinsam mit Cristina Coconu, Partner Marketing Lead SAP Business Transformation Management EMEA & MEE, und Unger-Krenthaller. SAP Österreich war dabei nicht nur Veranstaltungsort, sondern über das SAP Business Women’s Network auch Partner der Initiative. "Dieser Abend hat gezeigt, dass SAP BWN dann am stärksten ist, wenn es Brücken baut: zwischen Frauen und Männern, zwischen Karriere und Familie, zwischen Unternehmen und Menschen", sagte Coconu.
LEADERSNET begleitete die Veranstaltung. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen.
www.sap.com
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