Die Salzburger Festspiele (LEADERSNET berichtete) schließen ihre 106. Ausgabe nach Angaben der Veranstalter:innen mit einer Platzauslastung von mehr als 99 Prozent ab. Für die insgesamt 209 Vorstellungen an 19 Spielstätten wurden rund 261.300 Besucher:innen gezählt.
"Die Salzburger Festspiele 2026 blicken auf einen überaus erfolgreichen Sommer zurück, der mit einem außerordentlichen künstlerischen Programm auch kaufmännisch alle Erwartungen übertreffen wird. In der Oper, im Konzert und im Schauspiel standen klassisches Repertoire sowie moderne Werke und Uraufführungen nebeneinander, Wiederbegegnungen hatten ebenso ihren Platz wie Neuentdeckungen. Das Publikum nahm das Programm begeistert an und feierte 'seine' Künstler:innen nach nahezu jeder Vorstellung mit stehenden Ovationen", sagt das Direktorium, Kristina Hammer, Karin Bergmann (LEADERSNET berichtete) und Lukas Crepaz. "Wir sind all den Menschen dankbar, die die Festspiele heuer einmal mehr zu einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben – und auch den Zuschauer:innen, die den Salzburger Festspielen so treu verbunden sind."
Vom "Jedermann" zum internationalen Kulturprojekt
Ihren Ausgang nahmen die Salzburger Festspiele am 22. August 1920 mit Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" in der Regie von Max Reinhardt auf dem Domplatz. Bereits ein Jahr später kamen Konzerte hinzu und 1922 erweiterte sich das Programm um Opernaufführungen.
Das Hauptprogramm des Festspielsommers 2026 umfasste schließlich 172 Aufführungen in 45 Tagen, hinzu kamen 37 Vorstellungen des Jugendprogramms "jung & jede:r". Die Gäste reisten laut Veranstalter:innen aus 84 Ländern an, darunter 44 außereuropäische Nationen. 28 Prozent der Karten wurden zudem von Käufer:innen aus Stadt und Land Salzburg erworben.
Leichter Besucher:innenzuwachs gegenüber 202
Im Vorjahr hatten die Festspiele 256.600 Besucher:innen und eine Auslastung von 98,4 Prozent gemeldet. Auf Grundlage der aktuellen Hochrechnung steigt die Gesamtzahl damit um rund 4.700 Personen beziehungsweise 1,8 Prozent. Bei den regulären Veranstaltungen wurden 2026 insgesamt 222.935 Besucher:innen gezählt.
Weitere 4.749 Personen besuchten vier verkaufte Generalproben, darunter eine Benefiz-Generalprobe. Hinzu kamen 16.509 ausgegebene Zählkarten für 60 unentgeltliche Sonderveranstaltungen sowie 17.108 Besucher:innen bei Einlass- und Generalproben. Die Netto-Kartenerlöse beziffern die Festspiele zudem mit 31,45 Millionen Euro.
Neun Opernproduktionen und 84 Konzertaufführungen
In der Oper standen neun Produktionen auf dem Programm. Zu den szenisch aufgeführten Arbeiten zählten die Neuinszenierung von "Carmen" (LEADERSNET berichtete), "Ariadne auf Naxos" und "Saint François d’Assise", die Wiederaufnahme von "Il viaggio a Reims" sowie die Neueinstudierung von "Così fan tutte". "Lucio Silla" wurde semiszenisch gezeigt, drei weitere Werke, darunter "Passion", "Werther" und "Der Prinz von Homburg", kamen konzertant zur Aufführung.
Das Konzertprogramm umfasste 84 Aufführungen. Inhaltliche Schwerpunkte bildeten unter anderem die "Ouverture spirituelle" unter dem Titel "Miserere", eine Hommage an György Kurtág sowie die Reihe "Visions de Messiaen". Mit Francesca Verunelli starteten die Festspiele zudem eine neue Reihe mit Porträtkonzerten zeitgenössischer Komponist. Darüber hinaus fanden in diesem Jahr die traditionellen Konzertreihen Wiener Philharmoniker, Orchester zu Gast, Kammerkonzerte, Solist:innenkonzerte, Kleine Nachtmusiken, Canto Lirico & Liederabende, Mozart-Matineen · Mozarteumorchester Salzburg, Camerata Salzburg, Herbert von Karajan Young Conductors Award: Konzert des YCA Preisträgers Christian Blex, Young Singers Project sowie das Kirchenkonzert statt.
Im Schauspiel waren neben der Wiederaufnahme des "Jedermann", von dem acht von 15 Vorstellungen auf dem Domplatz stattfanden und sieben im Großen Festspielhaus (LEADERSNET berichtete), unter anderem die Uraufführungen "Schnee von gestern, Schnee von morgen" von Peter Handke und "Unter Tieren" von Elfriede Jelinek zu sehen. Ebenfalls aufgeführt wurden "Faust I" - inklusive Zusatzvorstellung, "Der Menschenfeind" und die Gastspiele "De Profundis" sowie "Europa". Zusätzlich standen mit Peter Handkes "Wunschloses Unglück", Elfriede Jelineks "Winterreise" und Ingeborg Bachmann. "Wer?" drei Lesungen auf dem Programm.
Vom 7. bis 14. August begleitete außerdem das Salzburger Filmkulturzentrum "Das Kino" das Schauspielprogramm mit sechs Filmen, die das Schaffen von Handke, Jelinek und Bachmann ins Zentrum stellten.
Mehr als 7.600 Karten für Unter-27-Jährige
Das Jugendprogramm "jung & jede:r" brachte mit "King Arthur Junior", "Kri" und "Holle!" drei Produktionen auf die Bühne des Schauspielhauses. Über alle Sparten hinweg wurden mehr als 7.600 Karten von Menschen unter 27 Jahren bezogen. 2025 waren es 6.000 gewesen.
Zugleich feierten die Operncamps ihr 20. Jubiläum. Nach Angaben der Festspiele wirkten seit dem Start im Jahr 2006 rund 2.500 Kinder und Jugendliche aus 42 Ländern daran mit. Erstmals fand außerdem das Archiv-Festival "Staging Realities - The Living Archive" statt. Vier Installationen waren von 18. bis 29. August an der Universität Mozarteum am Kurgarten zu sehen.
Am Young Singers Project nahmen zudem 14 Nachwuchssänger:innen aus ebenso vielen Nationen teil. Für das Förderprogramm waren 1.007 Bewerbungen eingegangen. Die Teilnehmer:innen besuchten Meisterklassen bei Kate Lindsey, Malcolm Martineau und Russell Braun und wirkten unter anderem in "Ariadne auf Naxos", "Werther", "Saint François d’Assise" und "Der Prinz von Homburg" mit. Seit der Gründung des Projekts im Jahr 2008 wurden laut Veranstalter 254 Sänger:innen aus 49 Ländern aufgenommen.
Programm abseits der Hauptbühnen
Mit 78 Programmpunkten an 40 Spielorten ergänzte das Fest zur Festspieleröffnung das Bühnenprogramm. Probeneinblicke, Workshops, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Führungen erreichten an drei Tagen nach Angaben der Festspiele mehr als 28.500 Besucher:innen – dafür wurden 10.280 Zählkarten ausgegeben.
Der Verein der Freunde der Salzburger Festspiele (LEADERSNET berichtete) bot im Sommer mehr als 70 Künstler:innengespäche und weitere Begleitveranstaltungen an. Dazu gehörte die gemeinsam mit den Festspielen organisierte Gesprächsreihe "Disputationes", die parallel zur "Ouverture spirituelle" von 20. bis 22. Juli stattfand.
Ehrungen und eine letzte Arbeit von Georg Baselitz
Zwei langjährige Festspielkünstlerinnen erhielten 2026 die Festspielnadel mit Rubinen. Cecilia Bartoli wurde nach der Galavorstellung von Rossinis "Il viaggio a Reims" ausgezeichnet. Die Mezzosopranistin trat 1993 erstmals bei den Salzburger Festspielen auf und leitet seit 2012 die Pfingstfestspiele. Martha Argerich, die seit 1971 regelmäßig in Salzburg gastiert, nahm die Auszeichnung nach ihrem Konzert mit Renaud Capuçon am 21. August entgegen.
Im Großen Festspielhaus war zudem "Stravinsky" ausgestellt, die nach Angaben der Festspiele letzte Skulptur des im April 2026 verstorbenen Georg Baselitz. Die mehr als drei Meter lange Bronzearbeit entstand als Hommage an Igor Strawinsky und wurde kurz vor dem Tod des Künstlers gegossen. Mit ihrer vollständig weißen Patina nimmt sie laut Veranstalter:innen eine Sonderstellung im skulpturalen Werk von Baselitz ein. Die Präsentation entstand in Kooperation mit der Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg.
Produktionen für Fernsehen, Streaming und Radio
Außerhalb der Spielstätte wurden 2026 acht Fernseh- und Streamingproduktionen sowie 21 Hörfunkaufzeichnungen umgesetzt. Zu den aufgezeichneten Opern gehörten "Carmen", "Ariadne auf Naxos" und "Il viaggio a Reims". Übertragungspartner waren unter anderem ORF, Arte, 3sat, Mezzo, Ö1 und mehrere Streamingplattformen.
Die Siemens Festspiel Nächte verzeichneten nach Veranstalterangaben mehr als 45.000 Besucher:innen auf dem Kapitelplatz. Bei freiem Eintritt wurden 47 historische und aktuelle Festspielproduktionen gezeigt. Das Fest zur Festspieleröffnung erreichte mit 78 Programmpunkten an 40 Spielorten laut Bilanz mehr als 28.500 Menschen.
Mediale Inszenierung
Im Pressebüro waren laut den Festspielen 484 Journalist:innen aus 33 Ländern akkreditiert. Bis dato berichteten diese in 290 Medien von der Kulturveranstaltung. Allein im Juli und August erschienen so 4.750 Beiträge. Zudem wurden 361 Interviews geführt, elf Terrassen Talks veranstaltet und drei weitere Pressegespräche abgehalten. Zwischen 1. Juli und Ende August sind entsprechend 26 Presseaussendungen verschickt worden.
Darüber hinaus wurden 78 Programmhefte aufgelegt, die auf etwa 3.500 Seiten Einführungsessays, Interviews, Biografien der Künstler:innen, Liedtexte sowie Hintergrundinformationen zu den szenischen Produktionen und Konzerten bereitstellten.
Umweltzeichen für Festspielbetrieb und Veranstaltungsorte
Der Salzburger Festspielbezirk ist in den Kategorien "Sprech- und Musiktheater" sowie "Tagungs- und Eventlokalität" mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert. Die Auszeichnung umfasst den Festspielbetrieb und die drei Veranstaltungsorte im Festspielbezirk. Darüber hinaus wurden das Fest zur Festspieleröffnung, die Siemens Festspiel Nächte, die Premierenfeiern und die Sommerveranstaltungen des Vereins der Freunde nach Angaben der Festspiele als "Green Event Salzburg" geführt.
Zusammenfassung Salzburger Festspiele 2026
Mit den Übertragungen, dem Jugendprogramm und den frei zugänglichen Veranstaltungsformaten reichten die Salzburger Festspiele auch 2026 über ihre traditionellen Bühnen hinaus. Während Oper, Schauspiel und Konzert nahezu vollständig ausgelastet waren, ermöglichten die Angebote auf dem Kapitelplatz und zur Festspieleröffnung einem breiteren Publikum die Teilnahme am Festival. Die 106. Ausgabe verband damit internationale Reichweite mit einer stärkeren Öffnung in Stadt und Land Salzburg.
Einen Eindruck von der Eröffnung der Salzburger Festspiele können Sie sich mittels Galerie hier machen. Fotos der Jedermann-Premiere 2026 sehen Sie wiederum hier, hier, hier und hier. Weitere Impressionen zur Aufführung von "Carmen" können Sie zudem hier finden.
www.salzburgerfestspiele.at
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