Prognose bis 2030
Streaming und Live-Entertainment beflügeln Österreichs Medienbranche

| Larissa Bilovits 
| 26.08.2026

Eine aktuelle PwC-Analyse zeigt, welche Bereiche des heimischen Medienmarkts im vergangenen Jahr kräftig zulegten und wo die Erlöse wegbrachen. Zudem verrät die Prognose bis 2030, wohin die Milliarden künftig fließen dürften.

Gemütliche Serienabende auf der Couch, ausverkaufte Stadionkonzerte und der Podcast am Weg ins Büro gehören für viele Menschen in Österreich längst zum Alltag. Wie viel Geld dabei zusammenkommt und wer davon profitiert, verschiebt sich allerdings rasant. Der aktuelle "Global Entertainment & Media Outlook 2026 – 2030" von PwC (siehe Infobox) beziffert das Volumen des heimischen Markts für 2025 mit 13,7 Milliarden Euro und erwartet bis 2030 ein Plus von 8,4 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro. Hinter dieser vergleichsweise stabilen Gesamtsumme steckt jedoch eine massive Umverteilung zwischen den einzelnen Segmenten.

Streaming zieht an, das Fernsehen hält dagegen

Am deutlichsten zeigt sich die Verschiebung beim Bewegtbild. Der Streamingmarkt kletterte von 573 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 638 Millionen Euro 2025 – ein Zuwachs von elf Prozent – und soll bis 2030 die Marke von 811 Millionen Euro erreichen. Für zusätzlichen Druck sorgen der heurige Österreich-Start von HBO Max (LEADERSNET berichtete) und der Ausbau von ORF On.

Trotz dieses steigenden Konkurrenzdrucks hielt das lineare Fernsehen hierzulande stand, anders als im internationalen Vergleich: Von 2,473 auf 2,524 Milliarden Euro ging es 2025 nach oben (+2%), für 2030 stehen 2,701 Milliarden Euro in der Prognose. Als Treiber dienen vor allem Live-Inhalte, wie beispielsweise Fußballübertragungen.

"Konsument:innen haben heute eine größere Auswahl denn je und vergleichen, wechseln und kündigen TV- und Streaming-Angebote so flexibel wie nie zuvor. Das setzt Anbieter unter Zugzwang: Wer bestehen will, muss mit werbefinanzierten Tarifen, lokalen Inhalten und smarten Partnerschaften überzeugen", meint Nicole Prieller, Partnerin und Expertin für Digital and Customer Transformation bei PwC Österreich.

Kinosäle und Konzertarenen füllen sich wieder

Parallel zum Boom in den Wohnzimmern gewinnt auch das Erlebnis außer Haus an Zugkraft. Ein Umsatzplus von elf Prozent verbuchten 2025 etwa die heimischen Kinos, die von 120 auf 133 Millionen Euro zulegten. Dahinter stecken mehr verkaufte Karten, ein gestiegener Durchschnittspreis von zehn Euro pro Ticket und frisches Geld für die Ausstattung der Häuser. Dazu kommen im Sommer die Freiluftkinos, die tausende Menschen vor mobile Leinwände holen. Für 2030 rechnet PwC mit 169 Millionen Euro, gestützt auf eine stabil hohe Nachfrage und auf Instrumente, die den Filmstandort Österreich attraktiver machen sollen.

Einen ähnlichen Sog erzeugt die Livemusik. Rund 250 Millionen Euro spielten im Vorjahr Megashows von Billie Eilish bis Robbie Williams sowie Großveranstaltungen wie das Donauinselfest ein. Viele Menschen setzen offenbar wieder bewusst auf gemeinsame Momente. Abseits der Bühnen bleibt der digitale Konsum von Musik aber trotzdem fest verankert, wie 4,4 Millionen laufende Abos von Musikstreaming-Anbietern belegen. Zusammengerechnet erreichte das Segment Musik, Radio und Podcast damit 928 Millionen Euro nach 897 Millionen Euro im Jahr 2024, ein Plus von drei Prozent. Die Milliardenmarke soll laut Prognose bis 2030 mit dann 1,031 Milliarden Euro geknackt werden.

Print verliert an Schlagkraft

Auf der Verliererseite stehen überdies die Printmedien als einziges der untersuchten Segmente mit einem Minus. Zeitungen, Magazine und Bücher erlösten 2025 noch 2,448 Milliarden Euro nach 2,518 Milliarden Euro im Jahr davor, ein Rückgang um drei Prozent. Bis 2030 sagt die Studie einen weiteren Absturz auf 2,1 Milliarden Euro voraus. Damit würde die Gattung, die 2024 noch knapp vor dem klassischen Fernsehen lag, innerhalb weniger Jahre klar dahinter zurückfallen.

Segment Umsatz 2024
(in Mio. Euro)
Umsatz 2025
(in Mio. Euro)
Wachstumsrate
2024/2025
Umsatzprognose 2030
(in Mio. Euro)
OTT-Video 573 638 + 11 % 811
Traditionelles Fernsehen 2.473 2.524 + 2 % 2.701
Kino 120 133 + 11 % 169
Musik, Radio und Podcast 897 928 + 3 % 1.031
Printmedien 2.518 2.448 − 3 % 2.100

Künstliche Intelligenz verändert jedes Segment

Als wichtigsten Wachstumshebel über alle Bereiche hinweg identifiziert die Studie Künstliche Intelligenz. Günstigere Produktionen, automatisierte Vermarktung und Formate, die es ohne die Technologie gar nicht gäbe, krempeln die Kostenrechnung ganzer Branchenzweige um. Im Bewegtbild kommen kleinere Studios und Produktionsfirmen leichter in den Markt, weil die Einstiegshürden sinken. Werbung wird in Echtzeit ausgespielt und auf einzelne Zielgruppen zugeschnitten, im Audiobereich entstehen Hörangebote, die sich individuellen Vorlieben anpassen. Zugleich rücken damit ungeklärte Fragen nach Urheberrecht und fairer Abgeltung nach vorn. Von einem punktuellen Effekt kann laut der Studie längst keine Rede mehr sein, jedes Segment bringt dabei eigene Schwerpunkte und Konfliktlinien mit.

"Der österreichische Medienmarkt bleibt insgesamt stabil, doch im Inneren tobt ein Verteilungskampf. Ob Streaming, Livemusik oder Print – überall entscheidet sich gerade neu, wer die Aufmerksamkeit der Österreicher:innen gewinnt. Wer heute wachsen will, braucht eine klare Position auf den großen Plattformen, eigene Daten und ein Angebot, das sich unterscheidet", fasst Prieller abschließend zusammen.

www.pwc.at

Über die Studie

Die 27. Jahresausgabe des "Global Entertainment & Media Outlook" von PwC ist eine umfassende Analyse der Medien- und Unterhaltungsbranche. Mit vergleichenden historischen Daten zur Fünfjahresentwicklung sowie Kommentaren zu zwölf definierten Branchensegmenten in 53 Ländern ermöglicht es der Outlook, Konsum- und Werbeausgaben segment- und länderübergreifend zu vergleichen.

Definition der Kategorien:

OTT-Video: Dieses Segment umfasst die Ausgaben der Verbraucher:innen für Videos, die über einen Over-the-Top (OTT)/Streaming-Dienst (wie Netflix) abgerufen werden, sowie die Ausgaben der Werbetreibenden für OTT-Dienste und Online-Fernsehen, das von traditionellen Sendern über ihre eigenen Websites und Apps angeboten wird. Diese Einnahmen werden als digital betrachtet.

Traditionelles Fernsehen: Dieses Segment umfasst die Ausgaben der Verbraucher:innen für Basis- und Premium-Pay-TV-Abonnements, gegebenenfalls die Ausgaben der Verbraucher:innen für öffentliche Rundfunkgebühren, Videoabrufdienste über einen TV-Abonnementanbieter und Fernsehwerbung. Diese Einnahmen sind nicht digital.

Kino: Zusammensetzung aus den Einnahmen an den Kinokassen und den Erlösen aus der Kinowerbung. Einnahmen aus Merchandising und Verzehr werden nicht berücksichtigt.

Musik, Radio und Podcast: Dieses Segment umfasst Werbeeinnahmen, die in den Segmenten Livemusik-Sponsoring, Streaming digitaler Musikaufnahmen sowie Radio- und Podcastwerbung generiert werden, als auch Vertriebserlöse, die durch Livemusik-Ticketverkäufe und den Verkauf von Musikaufnahmen erzielt werden.

Zeitungen, Consumer Magazine und Consumer Books: Umsatzerlöse aus dem Vertrieb digitaler und Printausgaben von Zeitungen bzw. Magazinen sowie durch Anzeigen. Verkauf von gedruckten Büchern, digitalen Büchern (E-Books) und Hörbüchern an Privatpersonen zum persönlichen Gebrauch.

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Die 27. Jahresausgabe des "Global Entertainment & Media Outlook" von PwC ist eine umfassende Analyse der Medien- und Unterhaltungsbranche. Mit vergleichenden historischen Daten zur Fünfjahresentwicklung sowie Kommentaren zu zwölf definierten Branchensegmenten in 53 Ländern ermöglicht es der Outlook, Konsum- und Werbeausgaben segment- und länderübergreifend zu vergleichen.

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OTT-Video: Dieses Segment umfasst die Ausgaben der Verbraucher:innen für Videos, die über einen Over-the-Top (OTT)/Streaming-Dienst (wie Netflix) abgerufen werden, sowie die Ausgaben der Werbetreibenden für OTT-Dienste und Online-Fernsehen, das von traditionellen Sendern über ihre eigenen Websites und Apps angeboten wird. Diese Einnahmen werden als digital betrachtet.

Traditionelles Fernsehen: Dieses Segment umfasst die Ausgaben der Verbraucher:innen für Basis- und Premium-Pay-TV-Abonnements, gegebenenfalls die Ausgaben der Verbraucher:innen für öffentliche Rundfunkgebühren, Videoabrufdienste über einen TV-Abonnementanbieter und Fernsehwerbung. Diese Einnahmen sind nicht digital.

Kino: Zusammensetzung aus den Einnahmen an den Kinokassen und den Erlösen aus der Kinowerbung. Einnahmen aus Merchandising und Verzehr werden nicht berücksichtigt.

Musik, Radio und Podcast: Dieses Segment umfasst Werbeeinnahmen, die in den Segmenten Livemusik-Sponsoring, Streaming digitaler Musikaufnahmen sowie Radio- und Podcastwerbung generiert werden, als auch Vertriebserlöse, die durch Livemusik-Ticketverkäufe und den Verkauf von Musikaufnahmen erzielt werden.

Zeitungen, Consumer Magazine und Consumer Books: Umsatzerlöse aus dem Vertrieb digitaler und Printausgaben von Zeitungen bzw. Magazinen sowie durch Anzeigen. Verkauf von gedruckten Büchern, digitalen Büchern (E-Books) und Hörbüchern an Privatpersonen zum persönlichen Gebrauch.

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