s Real Halbjahresrückblick 2026
Österreichs Immobilienmarkt gewinnt Schritt für Schritt an Stabilität

| Redaktion 
| 29.07.2026

Mehr Kaufabschlüsse, moderat steigende Preise und eine verbesserte Finanzierung sorgen für neue Dynamik. Gleichzeitig bleiben Neubau und leistbarer Wohnraum die größten Herausforderungen.

Nach einer Phase außergewöhnlicher Preissteigerungen und rückläufiger Transaktionen zeigt sich der heimische Immobilienmarkt wieder deutlich robuster. Verbesserte Finanzierungsbedingungen und eine steigende Zahl an Kaufabschlüssen sorgen für mehr Bewegung. Kaufinteressierte entscheiden heute jedoch deutlich bewusster und vergleichen Angebote genauer. Lage, Infrastruktur, Energieeffizienz und der Zustand einer Immobilie spielen eine noch größere Rolle als in den vergangenen Jahren. Das zeigt der s Real Halbjahresrückblick 2026. 

"Ein gesunder Immobilienmarkt braucht ein ausgewogenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage, leistbare Rahmenbedingungen sowie eine nachhaltige Wertentwicklung. Moderate Preissteigerungen sind dabei ein wichtiges Signal: Sie zeigen Stabilität und Werterhalt, ohne eine erneute Überhitzung zu fördern", sagt Martina Hirsch, Geschäftsführerin von s Real Immobilien. 

Neubau bleibt die größte Herausforderung

Die Erholung verläuft regional unterschiedlich. Während sich der Markt für Bestandsimmobilien vielerorts belebt, bleibt die Neubautätigkeit verhalten. Dadurch könnte das Angebot an neuem Wohnraum mittelfristig knapp werden. Besonders in Städten ist die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bereits deutlich spürbar, so die Expert:innen. 

Regionale Entwicklungen

In Wien bleibt die Nachfrage nach Mietwohnungen aufgrund der hohen Mietquote von knapp 80 Prozent unverändert hoch. Gleichzeitig rückt Eigentum angesichts steigender Mietkosten wieder stärker in den Fokus. Michael Molnar, Geschäftsführer von s Real Immobilien erklärt: "Wir sehen, dass das Interesse an Neubau-Erstbezugswohnungen langsam zunimmt. Kaufargumente sind vor allem nachhaltige Bauweisen und kluge Grundrisse, gepaart mit guter Lage."

In Niederösterreich profitieren laut Nino Lutz, s Real Prokurist und Regionalleiter Wien und NÖ Ost/Mitte, insbesondere Gemeinden mit guter Verkehrsanbindung und hoher Wohnqualität. Gefragt sind vor allem Einfamilienhäuser bis rund 400.000 Euro.

Im Burgenland haben bessere Finanzierungsbedingungen und niedrigere Baukosten die Nachfrage belebt. Bernhard Klikovits, Leitung der Regionen Burgenland und Niederösterreich Süd, rät: "Wer eine passende Immobilie findet und sie sich leisten kann, sollte 2026 nicht mehr zu lange zögern." Gleichzeitig gelten Gemeinden rund um den Neusiedler See sowie Parndorf als besonders chancenreich.

In der Steiermark sind die Transaktionszahlen gestiegen, während die Preise nur moderat zulegten. Roland Jagersbacher, Geschäftsführer s Real Steiermark, erklärte, Immobilien oberhalb des Verkehrswerts würden kaum nachgefragt, nach Preisanpassungen steige das Interesse jedoch rasch. Gesucht werden vor allem Wohnimmobilien zwischen 150.000 und 450.000 Euro.

In Oberösterreich bleibt Eigentum das bevorzugte Wohnziel. Kauf und Sanierung von Bestandsobjekten gelten weiterhin als attraktiver Weg zu leistbarem Wohnraum. "Die Investition ins Eigentum ist auch in krisenbehafteten Zeiten eine der sichersten Anlagen und beschert eine bessere Wohn- und Lebensqualität", so Ernst Mittermair, Geschäftsführer s Real Oberösterreich.

Westösterreich legt zu

In Kärnten sorgen vor allem Bestandswohnungen für neue Impulse. Robert Haubiz, Geschäftsführer s Real Kärnten, zufolge bleiben hohe Lebensqualität und intakte Natur die wichtigsten Gründe für den Zuzug. Gebrauchte Wohnungen sind teilweise ab rund 3.000 Euro pro Quadratmeter erhältlich, Grundstücke in einzelnen Tallagen ab etwa 25 Euro pro Quadratmeter.

In Salzburg wechselten im ersten Halbjahr mehr als 1.200 Wohnungen und rund 160 Einfamilienhäuser den:die Eigentümer:in. Gebrauchte Eigentumswohnungen kosten durchschnittlich rund 4.800 Euro pro Quadratmeter, Neubau-Erstbezüge etwa 6.500 Euro. "Der Salzburger Immobilienmarkt hat wieder an Stabilität und Dynamik gewonnen. Wer langfristig plant, findet derzeit kalkulierbare Finanzierungsbedingungen und ein Marktumfeld vor, das sowohl Käufer:innen als auch Verkäufer:innen gute Perspektiven bietet", sagt Martina Hirsch. 

In Tirol erwartet Ingmar Schwabl, Geschäftsführer von s Real Tirol, für die zweite Jahreshälfte eine stabile Entwicklung mit moderaten Preissteigerungen in gefragten Lagen. In Vorarlberg profitieren Kaufinteressierte laut Christian Hagspiel, s Real Vorarlberg Geschäftsführer, wieder von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Besonders gefragt seien laut dem Experten gebrauchte Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und Reihenhäuser in guten Wohnlagen der Bezirke Dornbirn, Feldkirch und Bregenz.

Ausblick

Insgesamt befindet sich der österreichische Immobilienmarkt laut s Real auf einem Stabilisierungskurs. Die Zahl der Transaktionen steigt, die Preisentwicklung verläuft überwiegend moderat und die Finanzierung hat sich verbessert. Gleichzeitig bleiben der Neubau und die Schaffung leistbaren Wohnraums die entscheidenden Faktoren für eine langfristig gesunde Marktentwicklung, so die Expert:innen. 

www.sreal.at

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