WKÖ-Zahlen für das 1. Halbjahr
Gründerboom setzt sich 2026 weiter fort

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Österreich ist im ersten Halbjahr erneut gestiegen. Nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich wurden vor allem in den Bereichen Gewerbe und Handwerk, Information und Consulting sowie Handel besonders viele neue Betriebe gegründet.

Die Gründungsdynamik in Österreich bleibt hoch. Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) insgesamt 21.718 Unternehmen gegründet (ohne Personenbetreuung). Das entspricht einem Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und soll den anhaltenden Trend zur Selbstständigkeit bestätigen.

Drei Branchen prägen das Gründungsgeschehen

Den größten Anteil an den Neugründungen verzeichnete mit 37,8 Prozent die Sparte Gewerbe und Handwerk. Dahinter folgen Information und Consulting mit 23,4 Prozent sowie der Handel mit 22,9 Prozent. Zusammen vereinen diese drei Bereiche den Großteil aller neuen Unternehmen auf sich.

Selbstständigkeit meist als Einzelunternehmen

Die Mehrheit der Gründer:innen entschied sich für die Rechtsform des Einzelunternehmens. Deren Anteil lag bei 82,6 Prozent. Knapp jede zweite Einzelgründung, konkret 42,5 Prozent, erfolgte durch Frauen. Das durchschnittliche Alter der Unternehmensgründer:innen betrug 36,6 Jahre, so die WKÖ. Zudem starteten mehr als 40 Prozent ihre unternehmerische Tätigkeit zunächst nebenberuflich.

Unabhängigkeit bleibt wichtigste Motivation

Für viele Gründer:innen steht der Wunsch nach Selbstbestimmung im Vordergrund. 67,9 Prozent nannten als wesentliches Motiv, ihr eigener Chef beziehungsweise ihre eigene Chefin sein zu wollen. Fast ebenso viele (67,6 Prozent) schätzen die Möglichkeit einer flexiblen Zeiteinteilung.

WKÖ-Präsidentin Martha Schultz sieht darin ein positives Signal für den Wirtschaftsstandort: "Die aktuellen Gründungszahlen zeigen, dass der Unternehmergeist in Österreich ungebrochen ist."

WKÖ drängt auf bessere Rahmenbedingungen

Aus Sicht der Wirtschaftskammer braucht es nun weitere Maßnahmen, um Unternehmensgründungen zu erleichtern. Gefordert werden unter anderem ein digitaler One-Stop-Shop, der sämtliche Gründungsschritte bündelt, sowie ein Beteiligungsfreibetrag. Dieser soll private Investitionen in junge Unternehmen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro innerhalb von fünf Jahren steuerlich begünstigen.

www.wko.at

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