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Wirtschaftstalk zeigt, warum Schanigärten die Stadt zusammenhalten

Unter dem Motto "Der Schanigarten – Die Sommeroase der Wiener" widmete sich der Wirtschaftstalk der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der rund 3.500 Schanigärten in der Stadt. Im Mittelpunkt standen die Rolle der Gastronomie als sozialer Treffpunkt, die Bedeutung von Stammgästen sowie die Frage, wie diese besonderen Orte der Wiener Lebensart auch künftig erhalten werden können. Zu Wort kamen dabei Thomas Peschta, Dominic Schmid, Christina Hummel und Cornelia Dlabaja.

Schanigärten, Kaffeehäuser und Restaurants gehören zu Wien wie kaum ein anderer Bestandteil der Stadtkultur. Sie sind Orte des Genusses, aber vor allem auch Orte der Begegnung. Beim Wirtschaftstalk der Wirtschaftskammer Wien (WKW) diskutierten Paul Leitenmüller (CEO LEADERSNET), Dominic Schmid (Spartenobmann Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKW & CEO des NH Vienna Airport Conference Hotels), Christina Hummel (Inhaberin Café Hummel), Cornelia Dlabaja (Soziologin und Kulturwissenschaftlerin mit den Forschungsschwerpunkten: Nachhaltige Stadt- und Tourismusentwicklung, Overtourism, Stadt- und Planungssoziologie, Soziale Ungleichheit) und Thomas Peschta (Fachgruppenobmann Gastronomie der WKW) darüber, welche Bedeutung die Gastronomie für das gesellschaftliche Leben der Stadt hat.

Die Diskussion zeigte: Ein Lokal ist nicht nur ein Betrieb, sondern ein Treffpunkt, ein Stück Heimat und ein wichtiger Bestandteil des sozialen Miteinanders. Damit diese Orte erhalten bleiben, braucht es vor allem eines: Gäste, die wiederkommen.

Das Lieblingslokal als "zweites Wohnzimmer"

Dominic Schmid betonte die besondere Rolle der Wiener Gastronomie als sozialer Treffpunkt. "Ein gastronomischer Betrieb – egal ob es jetzt das Beisl ist, ob es ein Schanigarten ist, ob es ein Restaurant ist – ist eine zweite Heimat, ein zweites Wohnzimmer", erklärte er.

Diese Orte würden Menschen zusammenbringen und eine wichtige soziale Funktion erfüllen. "Da trifft man Freund:innen und auch der Opa kann mitunter ein Ansprechpartner sein, wenn jemand alleine lebt", sagte Schmid und verwies damit auf die Bedeutung persönlicher Begegnungen im Alltag.

Gerade die emotionale Verbindung zwischen Gästen und ihren Stammlokalen sei entscheidend. Schmid formulierte dazu einen klaren Appell: "Den Lieblingswirt wird es nur solange geben, solange ich ihn besuche." Wer sein Lieblingslokal nicht mehr besuche, müsse damit rechnen, dass dieser vertraute Ort irgendwann nicht mehr existiere.

Das Grätzel als sozialer Mittelpunkt der Stadt

Cornelia Dlabaja hob die Rolle der Gastronomie als wichtigen Bestandteil der Wiener Stadtstruktur hervor. "Das ist ja eigentlich der soziale Nukleus der Stadt, das Grätzel", sagte sie.

Kaffeehäuser und gastronomische Betriebe seien zentrale Orte des Zusammenlebens. Besonders wichtig sei dabei nicht nur das Angebot selbst, sondern die Möglichkeit zur Begegnung: "Dieses Gemeinsame und dieses Miteinander" seien wesentlich für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen.

Auch beim Thema Lieferservice sieht Dlabaja eine klare Grenze. "Ich kann mir zwar die Pizza liefern lassen, aber eigentlich suche ich die soziale Interaktion", erklärte sie. Gerade Stammgäste seien eng mit ihren Lokalen verbunden und würden oft regelmäßig zu bestimmten Zeiten kommen. "Wenn sie nicht kommen, dann sind sie entweder auf Urlaub oder krank", beschrieb sie die enge Beziehung zwischen Gästen und Betrieben.

Wiener Lebensart beginnt vor der eigenen Haustür

Christina Hummel lenkte den Blick auf die Bedeutung der kleinen Treffpunkte in den einzelnen Bezirken. Ihren persönlichen Lieblingsort findet sie in einem Café in ihrer Nachbarschaft.

Für sie entsteht die typische Wiener Lebensart vor allem im unmittelbaren Umfeld: "Das Biotop der Wiener Lebensart ist das Grätzel und das Grätzel-Café um die Ecke." Entscheidend sei, dass Nachbarschaft nicht nur ein Begriff bleibe, sondern aktiv gelebt werde.

Mit einem humorvollen Satz brachte Hummel die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Gästen und Gastronomie auf den Punkt: "Wenn ihr nicht zu uns essen kommt, verhungern wir beide."

Stammgäste als Schlüssel für die Zukunft der Gastronomie

Thomas Peschta richtete den Fokus auf die wirtschaftliche Bedeutung der Gäste für die Wiener Gastronomie. Rund 3.500 Gastronomiebetriebe prägen die Stadt und tragen wesentlich zu ihrer Lebensqualität bei.

Auf die Frage, was er sich für diese Betriebe wünsche, antwortete Peschta klar: "Viele Stammgäste." Denn gerade die regelmäßige Verbindung zwischen Menschen und ihren Lieblingslokalen sei entscheidend.

"Es ist wirklich so, wie man es gesagt hat. Es lebt das eine vom anderen. Das eine befruchtet das andere", erklärte Peschta. Die Gastronomie und ihre Gäste würden sich gegenseitig stärken – ein funktionierender Kreislauf, der die Vielfalt der Wiener Lokalkultur möglich mache.

Dabei gehe es nicht darum, einzelne Besuche hervorzuheben, sondern um langfristige Beziehungen. "Wir freuen uns über jeden", sagte Peschta, ergänzte aber zugleich: "Wir wünschen uns, dass sie noch häufiger kommen."

Für die Wiener Gastronomie seien Stammgäste daher weit mehr als regelmäßige Besucher:innen. Sie seien ein wichtiger Teil des Erfolgs und tragen dazu bei, dass Lokale, Kaffeehäuser und Schanigärten auch weiterhin Orte der Begegnung bleiben.

Schanigärten als Oasen des Miteinanders

Der Wirtschaftstalk der Wirtschaftskammer Wien machte deutlich, dass Schanigärten und Gastronomiebetriebe ein wesentlicher Teil der Wiener Lebensqualität sind. Sie bieten nicht nur Essen und Getränke, sondern schaffen soziale Nähe, Gemeinschaft und Vertrautheit.

Die Botschaft der Diskussionsteilnehmer:innen war eindeutig: Die Zukunft der Wiener Gastronomie hängt auch davon ab, wie sehr die Menschen ihre Lieblingsorte schätzen und besuchen. Denn ein Lokal lebt nicht nur von seinem Angebot – sondern vor allem von den Menschen, die dort zusammenkommen.

Was Dominic Schmid, Thomas Peschta, Christina Hummel und Cornelia Dlabaja noch über Schanigärten und das Wiener Leben zu sagen haben, sehen Sie im nachstehenden Video. 

Weitere Eindrücke können Sie mittels Galerie gewinnen.

www.wko.at/wien

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