Wenn sich Ende Juli das Casino Baden in einen Treffpunkt für Kunstschaffende, Sammler:innen und Kulturinteressierte verwandelt, öffnet die art.baden erstmals ihre Tore. Von 24. bis 26. Juli 2026 vereint die internationale Kunstmesse auf drei Ebenen rund 40 ausgewählte Aussteller:innen und präsentiert zeitgenössische Kunst in historischen Sälen und Salons. Ergänzt wird das Messegeschehen durch Skulpturen im Kurpark und Palmenhaus, Studioführungen, Künstler:innen-Gespräche und zahlreiche Veranstaltungen in den Badener Kulturinstitutionen.
Neues Fördermodell für die Kunst
Einen besonderen Schwerpunkt setzt die art.baden in diesem Jahr mit dem neuen kuratierten Bereich "supported by..." der von der Künstlerin und Kuratorin Marlene Heidinger entwickelt wurde. Das Programm verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz: Statt den Fokus ausschließlich auf den Verkauf von Kunstwerken zu legen, sollen langfristig Beziehungen zwischen Künstler:innen und privaten Förderer:innen entstehen.
Dafür werden ausgewählte Kunstschaffende mit sogenannten "Supportern", sprich privaten Kunstliebhaber:innen oder Sammler:innen, zusammengebracht. Diese übernehmen die reduzierte Standgebühr der teilnehmenden Künstler:innen. Im Gegenzug erhalten sie nach der Messe ein eigens vereinbartes Kunstwerk. Während der Messetage wird dieses gemeinsam mit weiteren Arbeiten der jeweiligen Künstler:innen präsentiert und soll sowohl das Werk als auch den dahintersteckenden Schaffungsprozess sichtbar machen.
Kunst als Prozess verstehen
Im Mittelpunkt des kuratorischen Konzepts steht damit nicht allein das fertige Kunstwerk, sondern der Weg dorthin. Recherche, Experiment und Materialentwicklung werden als wesentlicher Bestandteil künstlerischer Praxis verstanden. Besucher:innen erhalten dadurch die Möglichkeit, Kunst nicht nur als fertiges Objekt, sondern als lebenden Entstehungsprozess kennenzulernen. Gleichzeitig schafft das Modell eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen und privaten Förderer:innen und soll zu einem nachhaltigen Ökosystem für zeitgenössische Kunst beitragen.
Kuratorin Heidinger legt dabei besonders Wert auf die Sichtbarmachung der oftmals verborgenen Phase künstlerischer Arbeit. Mit dem Programm möchte sie Künstler:innen nicht nur durch größere öffentliche Aufmerksamkeit unterstützen, sondern vor allem durch den Aufbau langfristiger Kontakte.
Vielfältiges Programm über die Messe hinaus
Auch das Rahmenprogramm der art.baden bietet zahlreiche Angebote. Bereits am Eröffnungstag stehen ein Presserundgang mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie Badens Bürgermeisterin und Nationalratsabgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli, eine exklusive VIP-Preview und die feierliche Vernissage auf dem Programm. Parallel dazu wird das Buchprojekt "Flo" von Elsa Okazaki vorgestellt, das die künstlerische Entwicklung der österreichischen Choreografin Florentina Holzinger über acht Jahre dokumentiert.
Am Samstag erweitert die art.night das Messeerlebnis über das Casino hinaus. Museen, Galerien und Kulturinstitutionen wie das Arnulf Rainer Museum, das Beethovenhaus, die Galerie Breyer und der Kunstverein Baden öffnen ihre Türen für Sonderführungen und Veranstaltungen. Ergänzt wird das Programm durch Live-Porträtmalerei des australisch-britischen Künstlers James Needham, der als Artist in Residence während der Messe arbeitet. Am Sonntag führen exklusive Atelierbesuche zu regionalen Künstler:innen und ermöglichen einen unmittelbaren Einblick in deren Arbeitswelten.
© art.baden
Mit rund 1.800 Quadratmetern Ausstellungsfläche, historischen Veranstaltungsräumen, einer Musikinstallation des Komponisten Rupert Huber sowie zahlreichen Off-Spaces und Open-Air-Skulpturen verbindet die art.baden so klassische Kunstmesse mit Festivalcharakter. Networking, Austausch und kulturelle Entdeckungen stehen dabei gleichermaßen im Mittelpunkt.
www.artbaden.at
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