Konkursverfahren eröffnet
Alteingessessener Anlagenbauer schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 20.07.2026

Hohe Forderungsausfälle sowie Schadenersatzrisiken bei Großprojekten sorgten beim 1998 gegründeten Großhandelsunternehmen für Zahlungsunfähigkeit.

In Oberösterreich steht ein alteingesessener Anlagenbauer vor dem Aus: Über das Vermögen der beta - systeme GmbH wurde am Landesgericht Wels ein Konkursverfahren eröffnet. Wie die Kreditschutzverbände AKV und KSV1870 am 20. Juli übereinstimmend berichten, ging dem Verfahren ein Antragsteller seitens der Gläubiger:innen voraus.

Das 1998 gegründete Unternehmen mit Sitz in Wels beschäftigte zuletzt neun Dienstnehmer:innen. Zudem sind rund 83 Gläubiger:innen von der Pleite betroffen.

Hohe Verbindlichkeiten

Als Generalunternehmer fokussierte sich der Betrieb auf die Planung, den Vertrieb sowie die Realisierung von komplexen Lackieranlagen für Gewerbe- und Industriekunden, wobei die Fertigung primär über Partnerfirmen abgewickelt wurde. Massive Ausfälle eigener Forderungen in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro sowie drohende Schadenersatzforderungen aus mehreren Großprojekten entzogen der Gesellschaft schlussendlich die wirtschaftliche Basis.

Den aktuellen Verbindlichkeiten von rund 7,15 Millionen Euro stehen Vermögenswerte gegenüber, deren Liquidationswert von den Kreditschützern auf etwa 1,32 Millionen Euro geschätzt wird.

Bevorstehende Liquidierung

Angesichts der unzureichenden Liquidität sowie immenser Fertigstellungsrisiken bei den laufenden Projekten erachtet die Unternehmensführung eine Fortführung als aussichtslos. Infolgedessen ist die sofortige Schließung des Traditionsbetriebs vorgesehen; ein Sanierungsplan wird gar nicht erst vorgelegt.

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Anderle (Saxinger, Chalupsky & Partner) bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 1. Oktober 2026 anberaumt.

www.akv.at

www.ksv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV