Hauchdünnes Finale im Städteranking
Wien untermauert seinen Ruf als Weltklasse-Metropole

| Janet Teplik 
| 07.07.2026

Mit 97,1 von 100 Punkten landete die geschichtsträchtige Kulturstadt wieder auf dem Podium der Lebensqualität. Nur temporäre Sicherheits- und Logistikfragen verhinderten dieses Mal den Sprung auf Platz eins.

Es ist ein gewohntes Bild an der Spitze der globalen Lebensqualität, doch für Wien reicht es dieses Mal wieder knapp nicht für Platz eins. Im neuesten Städteranking, dem "Global Liveability"-Index, der britischen Economist Intelligence Unit (EIU) musste sich die Donaumetropole der dänischen Hauptstadt Kopenhagen geschlagen geben. Mit 97,1 von 100 möglichen Punkten untermauert Wien dennoch seinen Ruf als eine der lebenswertesten Metropolen weltweit.

Perfektion im Gesundheitssystem und der Infrastruktur

Der "Global Liveability"-Index bewertet jährlich über 170 Großstädte weltweit in fünf Hauptkategorien. Dazu zählen Stabilität, Gesundheitswesen, Kultur und Umwelt, Bildung sowie Infrastruktur. In drei dieser Disziplinen erwies sich Wien als nahezu unschlagbar. Die Analyst:innen vergaben für das Wiener Gesundheitssystem, die Bildungslandschaft und die öffentliche Infrastruktur absolute Höchstnote von 100 Punkten. 

Besonders aber im medizinischen Sektor verweist Österreichs Bundeshauptstadt den dänischen Gesamtsieger auf die Plätze. Während Kopenhagen im Gesundheitswesen mit "nur" 96 Punkte leichte Abstriche machen muss, bleibt die Versorgung in Wien auf konstantem Spitzenniveau. Auch das dichte öffentliche Verkehrsnetz und die hohe Ansammlung an Bildungseinrichtungen sicherten der hiesigen Metropole die Bestnote.

Nuancen entscheiden das Duell um Platz eins

Dass Kopenhagen mit insgesamt 98 Punkten den Thron verteidigen konnte, liegt an minimalen Unterschieden in den verbleibenden Kategorien. Der entscheidende Vorsprung für die Dän:innen ergab sich im Faktor Stabilität. Hier holte Kopenhagen die volle Punktzahl, während Wien mit 95 Punkten leicht Federn lassen musste. Als Grund dafür nennen die Expert:innen temporäre Sicherheitsaspekte sowie logistische Herausforderungen bei globalen Großveranstaltungen. Und auch in der Kategorie Kultur und Umwelt lag Kopenhagen mit 95 zu 94 Punkten hauchdünn vor der Donaumetropole. 

Westeuropa bleibt globale Wohlfühlregion

Trotz des verpassten Gesamtsiegs untermauert das Ergebnis die Vormachtstellung europäischer Städte. Westeuropa bleibt mit einem regionalen Durchschnitt von 91,7 Punkten die lebenswertesten Regionen der Erde. Hinter Kopenhagen und Wien komplettiert zudem Genf auf Rang vier das starke europäische Abschneiden in den Top 5. Auf Platz drei und vier schafften es wiederum Melbourne und Sydney. 

Wien zeigt mit seinem zweiten Platz eine beeindruckende Konstanze. Der hauchdünne Punkteunterschied zu Kopenhagen ist kein Rückschritt, sondern Jammern auf höchstem Niveau. Die Ergebnisse der einzelnen Kategorien machen deutlich, dass die Stadt in ihren Kernkompetenzen nach wie vor weltweit Maßstäbe setzt. Dennoch bleibt das Ranking für die Stadtregierung ein klarer Auftrag, die kleinen Defizite bei der Stabilitätswahrnehmung anzugehen, um im nächsten Jahr wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. 

www.eiu.com

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