Molkereiwirtschaft
SalzburgMilch und Pinzgau Milch besiegeln nächsten großen Fusionsschritt

| Wolfgang Zechner 
| 22.06.2026

Die geplante Salzburger Milchlösung nimmt weiter Gestalt an. Nun haben auch die Eigentümergenossenschaften der SalzburgMilch und der Pinzgau Milch der Fusion zugestimmt. Damit entsteht die größte einzelne Milchgenossenschaft Österreichs.

Die Pläne für eine Fusion waren bereits im November 2025 vorgestellt worden (KEYaccount/LEADERSNET berichtete). Im April folgte die Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden (KEYaccount/LEADERSNET berichtete). Nun nahmen die SalzburgMilch und die Pinzgau Milch die nächste wichtige Hürde: Die Eigentümergenossenschaften beider Unternehmen beschlossen mit klaren Mehrheiten ihre Verschmelzung.

Den formalen Beschluss fassten die Delegierten der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft im Rahmen ihrer Generalversammlung in der Alten Saline in Hallein. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Mitglieder der Pinzgau Milch Liefer- und Besitzgenossenschaft dem Zusammenschluss zugestimmt. Mit der Fusion der beiden Eigentümergenossenschaften wird die Grundlage für die geplante Zusammenführung von SalzburgMilch und Pinzgau Milch geschaffen. Ziel ist eine gemeinsame Unternehmensstruktur mit stärkerer Marktposition und gebündelten Ressourcen.

"In einem stark wettbewerbsgetriebenen Markt, der vielen Dynamiken unterliegt, ist es wichtig, auf dem stabilen Fundament einer modernen und breit aufgestellten bäuerlichen Eigentümerschaft zu stehen", betont Robert Leitner, Obmann der Salzburger Alpenmilch Genossenschaft und Aufsichtsratsvorsitzender der SalzburgMilch.

Letzte Schritte bis Oktober

Durch die Verschmelzung werden die jeweiligen Anteile an der Pinzgau Milch Produktions GmbH in die neue Struktur eingebracht. Dadurch wird die SalzburgMilch künftig 60 Prozent an der Gesellschaft halten. In einem weiteren Schritt sollen anschließend auch die operativen Gesellschaften vollständig zusammengeführt werden.

"Wir befinden uns sehr gut im Zeitplan und werden die Zusammenführung mit den letzten notwendigen Schritten im September erfolgreich abschließen. Ab Oktober sind SalzburgMilch und Pinzgau Milch dann eine Firma, die SalzburgMilch", erklärt Andreas Gasteiger, Sprecher der Geschäftsführung der SalzburgMilch. Die deutliche Zustimmung bei beiden Generalversammlungen wertet das Unternehmen als starkes Signal der bäuerlichen Eigentümer für den eingeschlagenen Kurs.

Größte Spezialmilchmolkerei Mitteleuropas

Nach Abschluss der Fusion werden rund 3.200 landwirtschaftliche Betriebe die SalzburgMilch beliefern. Die jährliche Milchanlieferung soll mehr als 460 Millionen Kilogramm betragen. Produziert wird künftig an vier Standorten in Salzburg, Maishofen, Lamprechtshausen und Kössen. Durch die Zusammenführung entsteht laut Unternehmen die größte Spezialmilchmolkerei Mitteleuropas sowie eine der größten Biomilchmolkereien Europas.

Das Produktsortiment reicht von Milch über Joghurt, Topfen, Butter und Schlagobers bis hin zu Frisch-, Hart- und Schnittkäse. Durch die Spezialisierung der einzelnen Standorte sollen Synergien in Produktion, Einkauf und Logistik genutzt werden. "Mit vier optimierten Unternehmensstandorten können wir künftig noch besser Synergien nutzen, egal ob in der Logistik, im Einkauf oder in der Produktionsplanung. Gleichzeitig können wir die individuellen Stärken der Standorte gezielt einsetzen. Das ermöglicht es uns, effizienter zu wirtschaften und flexibler auf Marktbedürfnisse zu reagieren", so Gasteiger.

Unterstützung aus Politik und Landwirtschaft

Begleitet wurde die Generalversammlung auch von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, Maximilian Aigner, Salzburgs Landesrat für Land- und Forstwirtschaft sowie Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger. Sie bezeichneten die Salzburger Milchlösung als wichtigen Schritt für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Milchwirtschaft sowie für die langfristige Absicherung der bäuerlichen Eigentümer.

www.milch.com

www.pinzgaumilch.at

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