Der Zero One Hack hat vor Kurzem mehr als 100 Entwickler:innen, Studierende und KI-Interessierte in Wien zusammengebracht. Im AI Coworking Hub arbeiteten die Teilnehmer:innen drei Tage lang an konkreten Aufgabenstellungen aus den Bereichen Industrie, Versicherung und Forecasting. Im Mittelpunkt stand die Entwicklung funktionsfähiger KI-Prototypen unter realen Bedingungen.
KI-Anwendungen für konkrete Herausforderungen
Organisiert wurde die Veranstaltung von Lumos gemeinsam mit Partnern aus dem österreichischen und europäischen KI-Umfeld. Die AI Factory Austria AI unterstützte den Hackathon bei Planung und Durchführung, stellte Räumlichkeiten zur Verfügung und ermöglichte den Zugang zu europäischer Hochleistungsrecheninfrastruktur.
Innerhalb von 36 Stunden entwickelten die Teams Prototypen, trainierten Modelle und präsentierten ihre Ergebnisse vor einer Jury aus Wirtschaft, Forschung, Technologie und Startup-Szene.
Europäische Rechenleistung im Praxistest
Für die technische Umsetzung stand den Teilnehmer:innen der europäische Supercomputer Leonardo in Bologna zur Verfügung. Über AI konnten insgesamt 25 Rechenknoten mit jeweils vier GPUs genutzt werden. Während des Hackathons kamen damit 100 GPUs für Training, Fine-Tuning und Experimente zum Einsatz.
Insgesamt wurden mehr als 800 GPU-Stunden genutzt. Mindestens 15 Teams arbeiteten dabei über zehn Stunden mit den bereitgestellten Ressourcen und setzten diese für komplexere Modellanpassungen und Entwicklungsaufgaben ein.
"Der Zero One Hack hat eindrucksvoll gezeigt, dass erfolgreiche KI-Innovation dort entsteht, wo leistungsfähige Infrastruktur auf motivierte Menschen trifft. Der Zugang zu Rechenleistung und modernsten Technologien ist eine wichtige Voraussetzung – entscheidend sind jedoch die Talente, die diese Möglichkeiten nutzen und in konkrete Lösungen übersetzen können. Formate wie dieses bringen Unternehmen, Nachwuchstalente und europäische KI-Infrastruktur zusammen und schaffen ein Umfeld, in dem Kompetenzen aufgebaut, Innovationen entwickelt und die Fachkräfte von morgen ausgebildet werden. Gemeinsam können wir damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des österreichischen und europäischen KI-Ökosystems leisten", sagte Florian Brunner, Managing Director 42 Vienna & 42 Wels.
Lumos-Vorstand Gerhard Karbeutz betonte, dass beim Zero One Hack insbesondere die Förderung von Talenten im Mittelpunkt gestanden habe. Der Zugang zu europäischer Spitzeninfrastruktur und die Arbeit an realen Herausforderungen von Unternehmen wie Infineon, Uniqa und Sybilion würden wichtige Voraussetzungen für Innovation schaffen. Europa verfüge über die Talente, die Infrastruktur und die Industrie, entscheidend sei es, diese Bereiche stärker miteinander zu vernetzen.
Drei Unternehmen stellen Aufgaben
Die Teams arbeiteten an Herausforderungen, die von Infineon Technologies Austria, Uniqa Insurance Group und Sybilion eingebracht wurden. Ziel war es, praxisnahe KI-Anwendungen für reale Fragestellungen zu entwickeln.
Bei Infineon stand die Suche nach alternativen Lösungsansätzen für eine bestehende industrielle Aufgabenstellung im Vordergrund. Die Teilnehmer:innen entwickelten ohne Zugriff auf produktive Unternehmensdaten eigene Modelle und Prognoseansätze. Besonders hervorgehoben wurde der datengetriebene Ansatz des Siegerteams, der dem Grundsatz "Data before Models" folgte.
Nach Angaben des Unternehmens lieferte der Hackathon wertvolle Impulse für die weitere Bearbeitung des Anwendungsfalls und zeigte das Potenzial von Open-Innovation-Formaten für die industrielle KI-Entwicklung.
Vernetzung von Talenten und Unternehmen
Neben technologischen Ergebnissen brachte die Veranstaltung auch konkrete Kontakte zwischen Nachwuchskräften und Unternehmen hervor. So überzeugte ein Team von 42 Vienna die Uniqa Insurance Group mit einer Lösung für personalisierte Informationen im Uniqa-Onlinerechner. Im Zuge des Hackathons wurde zudem ein Praktikumsplatz vergeben.
Der Hackathon bot Unternehmen und Nachwuchskräften die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten und potenzielle Kooperations- und Karrieremöglichkeiten auszuloten.
Unterstützung bei Infrastruktur und Umsetzung
AI unterstützte die Durchführung des Hackathons in mehreren Bereichen. Dazu gehörten die Bereitstellung der Räumlichkeiten, die organisatorische Begleitung, die Einbindung von Partnern sowie die Unterstützung bei der Ausarbeitung der Use Cases. Darüber hinaus wurde den Teams der Zugang zu Rechenressourcen auf dem Supercomputer Leonardo in Kooperation mit Cineca ermöglicht.
Auch Mentor, Jurymitglieder und Fachpersonal waren in die Veranstaltung eingebunden. Dadurch wurden unterschiedliche Aspekte des KI-Ökosystems, von Infrastruktur über Anwendung bis hin zur Vernetzung von Unternehmen und Talenten, im Rahmen des Hackathons zusammengeführt.
"Der Zero One Hack zeigt in sehr kompakter Form, wofür die AI Factory Austria AI aufgebaut wurde: Wir bringen Unternehmen, Talente, Forschung und europäische KI-Infrastruktur zusammen und schaffen damit einen Raum, in dem aus realen Herausforderungen konkrete Prototypen entstehen. Entscheidend ist nicht nur der Zugang zu Rechenleistung, sondern die Verbindung von Infrastruktur, Know-how, Anwendung und Ökosystem", so Karl Kugler, Co-Lead, AI Factory Austria AI.
Markus Stöhr, Co-Lead von AI, verwies darauf, dass Hochleistungsrechnen vor allem dann relevant werden würden, wenn es für konkrete Anwendungen zugänglich sei. Der Hackathon habe den Teilnehmenden die Möglichkeit geboten, europäische Infrastruktur unmittelbar zu nutzen und ihre Ideen unter realitätsnahen Bedingungen zu testen. AI wolle genau diese Verbindung zwischen europäischer Rechenleistung und praktischer KI-Entwicklung schaffen.
Diskussion über Europas KI-Zukunft
Begleitend zum Hackathon fand eine Podiumsdiskussion zum Thema "AI in Europe – Innovation, Infrastructure and Regulation" statt. Im Mittelpunkt standen Fragen rund um Regulierung, technologische Entwicklung, Infrastruktur und Innovationspolitik in Europa.
Teilgenommen haben Peter Tutsch, Founder & CEO von Entrovy Law, Jose Antonio Alatorre, CEO von Main Sequence, sowie Iveta Lohovska, CTO AI & HPC bei Hewlett Packard Enterprise. Moderiert wurde die Diskussion von Simeon Harrison von AI.
www.infineon.com
www.uniqa.at
www.sybilion.com
www.ai-at.eu
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