Konsum & Anlässe
Vatertag sorgt für Rekordausgaben von 240 Millionen Euro

| Redaktion 
| 11.06.2026

Der Vatertag gewinnt in Österreich weiter an Bedeutung. Mehr als jede zweite Person plant heuer ein Geschenk, wobei gemeinsame Erlebnisse erstmals klassische Präsente überholen. Davon profitieren sowohl der stationäre Handel als auch die Gastronomie.

Am kommenden Sonntag ist Vatertag. Und während der Ehrentag der Väter lange im Schatten des Muttertags stand, entwickelt er sich zunehmend zu einem relevanten Konsumanlass. Laut einer aktuellen Erhebung von Reppublika Research im Auftrag des Handelsverbands wollen heuer 55 Prozent der Österreicher ihrem Vater eine Freude machen. Die erwarteten Gesamtausgaben könnten dabei erstmals die Marke von 240 Millionen Euro erreichen. "Viele Menschen nutzen den Vatertag auch heuer wieder, um Zeit mit ihrem Vater zu verbringen und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Davon profitieren Handel und Gastronomie gleichermaßen", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Während die typischen Ausgaben laut Studie weiterhin bei 50 Euro liegen, steigt der Durchschnittswert auf 94 Euro. Das deutet darauf hin, dass einzelne Schenkende deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch im Vorjahr.

Erlebnisse überholen klassische Geschenke

Besonders auffällig ist die Verschiebung bei den Geschenkideen. Erstmals führen Restaurant-, Bar- und Cafébesuche mit zwölf Prozent die Liste der beliebtesten Vatertagsgeschenke an. Dahinter folgen Gutscheine sowie Süßigkeiten und Schokolade mit jeweils elf Prozent. Ebenfalls gefragt sind Parfum- und Körperpflegeprodukte mit neun Prozent sowie gemeinsame Ausflüge oder Zeit miteinander mit acht Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Wien. Laut einer Erhebung der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien zählen Schokolade, Pralinen und Süßigkeiten mit 26 Prozent zu den beliebtesten Geschenken. Dahinter folgen Gutscheine für gemeinsame Unternehmungen wie Ausflüge, Konzerte oder Urlaube mit 22 Prozent sowie Restaurantbesuche mit 21 Prozent. Ebenfalls gefragt sind Wein sowie Kleidung und Schuhe.

Besonders aktiv zeigen sich jüngere Generationen. In der Generation Z schenken 85 Prozent zum Vatertag, bei den Millennials sind es 67 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt die Schenkfreude deutlich ab.

Der stationäre Handel bleibt erste Wahl

Vom Vatertag profitiert vor allem der stationäre Handel. Laut Handelsverband kaufen 28 Prozent der Schenkenden ihre Geschenke in Supermärkten und Diskontern, 25 Prozent in Geschäften in Shoppingcentern und 24 Prozent in Einkaufsstraßen. Österreichische Online-Shops kommen auf zwölf Prozent, internationale Anbieter auf 17 Prozent.

Auch die Wiener Zahlen bestätigen die Bedeutung des stationären Handels. Fast vier von fünf Wiener (78 %) kaufen ihre Vatertagsgeschenke im Geschäft, während 38 Prozent zumindest teilweise online einkaufen.

"Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sorgen solche Kaufanlässe für wichtige Impulse im heimischen Handel. Dass die Wiener:innen heuer nochmals deutlich mehr ausgeben als im Vorjahr, ist ein starkes Signal", sagt Handelsobfrau Margarete Gumprecht.

Wien liegt deutlich über dem Durchschnitt

Während österreichweit durchschnittlich 94 Euro pro schenkender Person ausgegeben werden, liegt Wien mit 106 Euro gemeinsam mit Tirol und Vorarlberg an der Spitze des Bundesländer-Rankings des Handelsverbands.

Die Wirtschaftskammer Wien kommt auf etwas niedrigere Werte, erkennt aber denselben Trend. Demnach geben Wiener heuer durchschnittlich 58 Euro für Vatertagsgeschenke aus, rund 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt erwartet die Wirtschaftskammer Wien dadurch zusätzliche Umsätze von rund 45 Millionen Euro für den Wiener Handel.

Interessant ist auch ein Blick auf die Wünsche der Väter selbst. Neben gemeinsamer Zeit mit der Familie, Ausflügen und Gutscheinen werden praktische Geschenke häufig genannt. Besonders bemerkenswert: Viele Väter wünschen sich laut Umfrage "gute Socken in toller Qualität".

www.handelsverband.at

www.wko.at/wien

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