Im Rahmen der aktuellen Cope Digital Innovation Session gaben Vertreterinnen von A1 Telekom Austria und der Cope Content Performance Group Einblicke in die praktische Anwendung von Künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung einer B2B-Kommunikationsstrategie. Im Fokus standen konkrete Erfahrungen aus einem realen Strategieprozess, von der Analyse bis zur Kanalplanung.
Praxisbeispiel statt Theorie
Unter der Moderation von Hana Greiner, Creative Director bei Cope, erläuterten Romana Aumer, Director Customer 360° bei A1 Telekom Austria im Business-Bereich, und Nicola Dietrich, Chief Strategy Officer bei Cope, wie KI in einem gemeinsamen Strategieprojekt eingesetzt wurde.
Bereits zu Beginn machte Greiner deutlich, worin der besondere Wert des vorgestellten Projekts liege: "Wir präsentieren hier keine Theorie, sondern die praktische Anwendung künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung einer Kommunikationsstrategie", so Greiner.
Neue Wege in der Strategiearbeit
Ausgangspunkt des Projekts war eine organisatorische Veränderung bei A1, die eine Neuordnung der Kommunikationsverantwortung erforderlich machte. Ziel sei es gewesen, Kommunikationsmaßnahmen stärker zu vereinheitlichen und langfristiger auszurichten.
"Früher waren die Kampagnen produktgetrieben und wurden jedes Mal neu gedacht. Nun wollten wir eine Always-on-Kampagnenlandschaft schaffen sowie eine gemeinsame Sprache entwickeln, ein gemeinsames Zielbild schaffen und die Relevanz der Kommunikation für unsere Kund:innen erhöhen", erklärte Romana Aumer.
Anstelle klassischer Workshops mit großen Teilnehmergruppen hätten A1 und Cope auf kleinere, themenspezifische Arbeitseinheiten gesetzt. Dadurch habe sich der Strategieprozess flexibler und effizienter gestalten lassen.
Datensicherheit als zentrale Voraussetzung
Ein wesentlicher Aspekt des Projekts war der Einsatz von KI entlang verschiedener Phasen der Strategieentwicklung. Die Anwendungen reichten von Marktanalysen über die Entwicklung von Personas bis hin zur Ausarbeitung von Kanalstrategien.
Laut Aumer sei dabei von Beginn an auf DSGVO-konforme Lösungen und in der Europäischen Union gehostete Modelle geachtet worden. "Wir haben darauf geachtet, mit sicheren Umgebungen zu arbeiten, in denen Daten und Informationen lokal gespeichert und verarbeitet werden können", betonte sie.
KI unterstützt bei der Analyse komplexer Zielgruppen
Eine besondere Herausforderung stellte die Vielzahl an Zielgruppen und Branchen dar, die A1 im B2B-Segment adressiert. Insgesamt wurden 18 Personas entwickelt und gemeinsam mit Erkenntnissen aus Kundenbefragungen sowie weiteren Datenquellen in die KI-Plattform integriert.
Nicola Dietrich erklärte, dass die Zuordnung von Zielgruppen, Kanälen und relevanten Inhalten bei dieser Komplexität kaum mehr ausschließlich manuell bewältigt werden könne. "Mit so vielen Personas und einem breiten Produktportfolio ist das Matching zwischen Persona, Kanal und Content-Need kaum noch durch Menschen leistbar. KI macht das möglich – wir haben dazu eine große Matrix gebaut", so die Expertin.
Erst der Content, dann der Kanal
Für Dietrich beginnt eine erfolgreiche Kanalstrategie nicht bei der Auswahl einzelner Kommunikationskanäle. Vielmehr müsse zunächst geklärt werden, welche Zielgruppen angesprochen werden sollen und welche Inhalte für diese relevant sind.
"Wer Kanalentscheidungen trifft, bevor er weiß, wen er eigentlich ansprechen will und was diese Menschen brauchen, verschwendet Zeit, Budget und letztendlich Wirkung. Der Grundsatz 'Form follows Function' gilt daher als Leitprinzip", sagt Dietrich.
Auf dieser Grundlage entwickelte A1 ein Always-on-Modell, das Kund:innen entlang der gesamten Customer Journey begleiten soll, von der ersten Wahrnehmung bis zur Lead-Generierung.
Technologie allein reicht nicht aus
Neben den technologischen Möglichkeiten wurde auch die Bedeutung der Unternehmenskultur hervorgehoben. Nach Ansicht von Romana Aumer seien Schulungen zwar wichtig, für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI jedoch nicht ausreichend. Entscheidend seien die Vorbildwirkung von Führungskräften, konkrete Anwendungsbeispiele im Arbeitsalltag sowie eine offene Kommunikation innerhalb des Unternehmens.
Zum Abschluss der Veranstaltung fasste Hana Greiner den zentralen Gedanken zusammen: "Strategie kann nur dann aus der Schublade geholt werden, wenn sie gut auffindbar, gut lesbar und gut operationalisiert ist. KI hilft, aber der Mensch bleibt der Coach der Maschine."
Nicola Dietrich ergänzte, es sei notwendig, Strategien und eingesetzte Werkzeuge regelmäßig zu hinterfragen, um sie laufend weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen anzupassen.
Die nächste Digital Innovation Session der Cope Content Performance Group ist für Herbst 2026 geplant.
www.a1.net
www.copegroup.com
Kommentar veröffentlichen