Integration von Kinderrechten
EY und Unicef fordern Umdenken in Konzernen

Eine neue Initiative zeigt, wie Unternehmen Kinderrechte gezielt in ihre ESG- und Personalstrategien integrieren können. Da Lieferketten und Arbeitsmodelle die Lebensbedingungen von Kindern direkt beeinflussen, wurden bei einer Wiener Fachveranstaltung konkrete Wege zur messbaren Umsetzung präsentiert.

Unternehmen beeinflussen die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen weitaus direkter und tiefgreifender, als es auf den ersten Blick scheint. Ob durch die Gestaltung von Produkten, die Arbeitsmodelle für Eltern, Investitionsentscheidungen oder die Einhaltung von Standards in globalen Lieferketten – unternehmerisches Handeln prägt die Lebenssituation der jüngsten Generation jeden Tag aufs Neue.

Um diese Hebelwirkung bewusst zu nutzen und soziale Verantwortung strategisch zu verankern, braucht es jedoch strukturierte Ansätze. Vor diesem Hintergrund haben EY und Unicef Österreich eine gemeinsame Initiative ins Leben gerufen, das Projekt "EY x Unicef – Child Right & Business 2026". Diese zeigt auf, wie Unternehmen Kinderrechte systematisch in ihre Geschäftsmodelle und ESG-Strategien integrieren können, um so einen messbaren gesellschaftlichen Impact zu erzielen. 

Bewusstsein schaffen, Umsetzung fördern

Kinderrechte gelten dabei als Teil moderner Unternehmensführung, denn Kinder und Jugendliche sind zentrale Stakeholder für Unternehmen – ganz gleich, ob als Konsument:innen, zukünftige Arbeitskräfte oder Teil der Gesellschaft. Gleichsam rücken Themen wie Lieferkettentransparenz, soziale Nachhaltigkeit und regulatorische Anforderungen zunehmend in den Mittelpunkt. "Kinderrechte sind kein rein gesellschaftliches Thema mehr – sie sind ein relevanter Bestandteil moderner Unternehmensführung. Unternehmen, die hier frühzeitig handeln, können Risiken reduzieren, ihre Reputation stärken und neue Potenziale erschließen", meint Christian Horak, EY Österreich.

Seitens Unicef verweist man auch auf die wirtschaftliche Relevanz. So sagt Christoph Jünger, Geschäftsführer von Unicef Österreich: "Unternehmen haben einen entscheidenden Einfluss auf das Leben von Kindern weltweit. Wer Kinderrechte systematisch berücksichtigt, leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft, sondern schafft auch langfristige wirtschaftliche Stabilität."

Unternehmerischer Erfolg trifft auf gesellschaftliche Verantwortung

Am 9. Juni 2026 wurde das Thema im Rahmen einer Veranstaltung vertieft. So kamen Entscheidungsträger:innen aus Wirtschaft, Nachhaltigkeit, HR und Strategie zusammen, um praxisnah zu erfahren, wie unternehmerischer Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können. In rund 75 Minuten erfuhren die Gäste zentrale Inhalte rund um "Child Rights & Business". Teilnehmer:innen erhielten dabei Einblicke in regulatorische Entwicklungen, konkrete Tools sowie Best Practices zur Integration von Kinderrechten in Geschäftsmodellen und Strategien, in Lieferketten und Compliance-Strukturen, in die Personalpolitik und Arbeitsbedingungen sowie in Investitionsentscheidungen. 

Ziel der Veranstaltung war es, nicht nur Bewusstsein zu schaffen, sondern konkrete Umsetzungsschritte anzustoßen und Unternehmen bei der Integration in bestehende ESG-Strukturen zu unterstützen. Nach der Auftaktveranstaltung in Wien steht nun auch eine in Graz auf dem Plan. Laut den Verantwortlichen werde aktuell eine Möglichkeit ausgelotet, zu der eine ausgewählte Gruppe von Führungskräften eingeladen werden soll, um einen intensiven Austausch und konkrete Diskussionen zu ermöglichen. 

Partnerschaft für Kinderrechte

Die Zusammenarbeit verbindet die globale Erfahrung von Unicef im Bereich der Kinderrechte mit der wirtschaftlichen Expertise von EY. Gemeinsam wollen sie Unternehmen sensibilisieren sowie sie aktiv bei der Umsetzung begleiten und den Anspruch unterstreichen, nachhaltige Transformation voranzutreiben und gleichzeitig einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. 

www.ey.com

www.unicef.at

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