Fotos & Video vom Event
150 Jahre und fit für die Zukunft: Was Henkel, Sacher und Eli Lilly verbindet

Drei Firmen, drei Branchen, ein gemeinsames Jubiläum: Das Konsumgüterunternehmen die Hotelgruppe und der Pharmakonzern feiern heuer jeweils ihr 150-jähriges Bestehen. LEADERSNET.tv fragte im Rahmen eines Events in der Henkel-Zentrale nach, wie Traditionsunternehmen fit für die Zukunft bleiben.

Der Hauch der Geschichte wehte durch die Henkel-Hallen in der Wiener Erdbergstraße. Anlass war eine ungewöhnliche Gesprächsrunde: Henkel Österreich-Präsidentin Birgit Rechberger-Krammer, Eli Lilly-Österreich-Geschäftsführer Mario Haller und Sacher-CEO Matthias Winkler diskutierten darüber, wie Unternehmen auch nach 150 Jahren erfolgreich bleiben und welche Herausforderungen die Zukunft bereithält.

Dass Henkel und Eli Lilly beide heuer ihr 150-jähriges Jubiläum feiern, ist nicht die einzige Gemeinsamkeit: Die Österreich-Zentrale des Pharmakonzerns befindet sich ebenfalls in Wien-Landstraße und damit praktisch in unmittelbarer Nachbarschaft zum Henkel-Standort. Moderiert wurde das Panel von ORF-Journalistin Birgit Fenderl.

Tradition allein reicht nicht

Den historischen Rahmen setzte Joachim Scholtyseck, Geschichtsprofessor an der Universität Bonn und Autor des kürzlich erschienenen Buches "Henkel – Vom Waschmittelhersteller zum Weltunternehmen". Sein Blick auf die Unternehmensgeschichte machte deutlich, dass langfristiger Erfolg vor allem eines erfordert: die Bereitschaft zur Veränderung. "Man darf nicht alle Eier in einen Korb legen. Daher ist es klug, diversifiziert aufgestellt zu sein", erklärte Scholtyseck und verwies auf den Einstieg Henkels in das Klebstoffgeschäft im Jahr 1922 als Beispiel für erfolgreiche strategische Weichenstellungen.

Für Mario Haller ist Veränderung sogar eine Grundvoraussetzung für unternehmerischen Erfolg: "Ein Unternehmen muss sich immer wieder neu erfinden, sich kontinuierlich weiterentwickeln und darf nicht zum Museum werden." Auch Matthias Winkler sieht die Zukunftsfähigkeit von Traditionsunternehmen nicht in der Pflege der Vergangenheit allein: "Wir haben Respekt für die Vergangenheit, Begeisterung für die Zukunft und bauen auf Startup-Mentalität."

Warum Veränderung zur Konstante wird

Dass selbst starke Marken kontinuierliche Weiterentwicklung brauchen, betonte Birgit Rechberger-Krammer. "Wir müssen uns laufend verändern. Als Unternehmen, aber auch im Markenbereich: Persil bleibt Persil, weil Persil nicht Persil bleibt", erklärte die Henkel-Managerin.

Mit Veränderung gehe allerdings immer auch das Risiko des Scheiterns einher. Gerade darin sieht Eli-Lilly-Chef Haller keinen Nachteil, sondern vielmehr einen wesentlichen Teil des Erfolgsrezepts: "Unser Geschäftsmodell ist institutionalisiertes Scheitern. Wer Angst vorm Scheitern hat, kann in unserer Industrie nicht erfolgreich sein."

Zum Abschluss wurde der Blick noch einmal auf die Chancen gerichtet, die in herausfordernden Zeiten liegen. Matthias Winkler zitierte dabei eine Aussage von Stefan Zweig, die er auch intern gerne verwendet: "Jede Krise ist ein Geschenk des Schicksals an den schaffenden Menschen." 

Die Diskussion machte deutlich, dass sich die Erfolgsrezepte von Konsumgüterherstellern, Pharmaunternehmen und Luxushoteliers trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle erstaunlich ähnlich sind: Offenheit für Veränderung, Innovationsbereitschaft und der Mut, bestehende Wege immer wieder neu zu hinterfragen.

Interviewpartner:innen 

LEADERSNET.tv holte neben Birgit Rechberger-Krammer und Matthias Winkler auch Mario Haller und Joachim Scholtyseck vor die Kamera.

Fotos vom Event finden Sie hier

www.henkel.at

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