Konkursverfahren eröffnet
Pleite wegen Krise in der Autoindustrie: Mehr als 50 Jobs betroffen

| Tobias Seifried 
| 26.05.2026

Heimischer Spezialist für Arbeitskräfteüberlassung im Maschinenbau leidet massiv unter der kriselnden Automobilbranche und dem Ausfall eines Großkunden. Nun scheint das Ende des Traditionsunternehmens besiegelt.

Die tiefgreifende Transformation und die anhaltende Schwächephase in der Automobilbranche fordern ein weiteres Opfer im oberösterreichischen industriellen Umfeld: Über das Vermögen der Bitter Engineering Systemtechnik GmbH wurde am 26. Mai 2026 am Landesgericht Steyr ein Konkursverfahren eröffnet. 

Das im Jahr 1997 gegründete Unternehmen mit Sitz in Sierning hat sich auf technische Dienstleistungen im Maschinenbau sowie auf die spezialisierte Arbeitskräfteüberlassung fokussiert. Zuletzt waren 53 Dienstnehmer:innen in der Gesellschaft beschäftigt. Laut Angaben des Alpenländischen Kreditorenverbandes (AKV) belaufen sich die Verbindlichkeiten bei rund 14 Gläubiger:innen auf zwar überschaubare, aber in der aktuellen Situation nicht mehr bedienbare 359.000 Euro.

Ursachen

Als Hauptgrund für den Gang zum Insolvenzgericht wird eine gravierende Verschärfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genannt. Als Dienstleister war das Unternehmen stark von der Automobilindustrie und insbesondere von einem einzelnen Großkunden abhängig. Dieser habe seinen Personalbedarf aufgrund der Branchenkrise kurzfristig drastisch reduziert.

Zusätzlich machten dem Betrieb die rasanten Marktveränderungen – wie der Wandel hin zur Elektromobilität, der steigende internationale Konkurrenzdruck und zunehmende Produktionsauslagerungen der Leitbetriebe – zu schaffen. Bei gleichbleibend hohen Personalkosten sei die Auftragslage schlussendlich eingebrochen.

Verwertung und geordnete Schließung geplant

Ein Sanierungsverfahren wird von der Geschäftsführung nicht angestrebt. Das vorhandene Vermögen besteht laut Eigenantrag im Wesentlichen aus der Büroausstattung sowie einer teilweise finanzierten Photovoltaikanlage. Weitere Beteiligungen an anderen Unternehmen gelten als wirtschaftlich angeschlagen, während offene Kundenforderungen teilweise an Banken abgetreten oder gegenüber verbundenen Firmen nur schwer einbringlich seien.

Das weitere Vorgehen sieht vor, die rund 40 laufenden Projekte in Abstimmung mit dem bestellten Insolvenzverwalter, dem Steyrer Rechtsanwalt Heinz Kassmannhuber, zu prüfen und nach Möglichkeit ordnungsgemäß abzuschließen. Im Anschluss daran soll der Betrieb vollständig geschlossen und die vorhandene Masse verwertet werden. 

www.akv.at

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