30 Jahre RuSt: Seit 1996 das Treffen für Unternehmensrecht in Österreich

Die RuSt feiert ihr 30-jähriges Jubiläum und blickt dabei nicht nur zurück, sondern vor allem nach vorne: auf eine Wirtschaftswelt, deren rechtliche, wirtschaftliche und geopolitische Rahmenbedingungen sich grundlegend verändern. Als Jurist:in gilt es bezüglich aller rechtlichen Neuerungen im Unternehmensrecht am Ball zu bleiben und genau das bietet die RuSt, ein echter Qualitätsgarant in einer instabilen Welt.

Im Video-Interview spricht der fachliche Gesamtleiter Dr. Clemens Hasenauer, CERHA HEMPEL darüber, warum Unternehmensrecht heute weit über Gesetzestexte und Judikatur hinausgedacht werden muss, welche Entwicklungen Transaktionen und Unternehmensentscheidungen prägen und was die RuSt seit drei Jahrzehnten zu einem einzigartigen Treffpunkt der österreichischen Legal Community macht.

Die Welt des Wirtschaftsrechts war in den vergangenen 30 Jahren selten so dynamisch, komplex und vielschichtig wie heute. Wer glaubt, es reiche aus, Gesetzestexte zu kennen und die aktuelle Judikatur im Blick zu behalten, merkt schnell: Das allein genügt nicht mehr. Denn die großen Veränderungen entstehen längst nicht mehr nur in Gerichtssälen oder Ministerien. Sie werden ebenso durch geopolitische Machtverschiebungen, technologische Entwicklungen, neue regulatorische Anforderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt.


© Thomas Magyar

Für Unternehmen und ihre Berater:innen bedeutet das eine neue rechtliche und draus resultierende wirtschaftliche Realität. Entscheidungen müssen heute unter Bedingungen getroffen werden, die komplexer, internationaler und politischer geworden sind. Sanktionen, Handelskonflikte, Sicherheitsinteressen, ESG-Anforderungen, künstliche Intelligenz und neue Formen der Regulierung verändern die Spielregeln der Wirtschaft und damit auch jene des Rechts.

Besonders sichtbar wird das bei M&A-Transaktionen. Risiken, die früher oft als theoretische Szenarien galten, sind heute Teil jeder sorgfältigen Due Diligence: Was passiert, wenn ein Standort plötzlich von Sanktionen betroffen ist? Wie bewertet man Investitionen in Regionen, deren politische Stabilität nicht mehr selbstverständlich ist? Welche Auswirkungen haben regulatorische Genehmigungen, Sicherheitsinteressen oder neue Berichtspflichten auf Unternehmensbewertungen und Transaktionsstrukturen?

Juristinnen und Juristen werden dadurch immer stärker zu strategischen Berater:innen für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Sie müssen nicht nur rechtliche Fragen beantworten, sondern wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen einordnen können. Das klassische Silodenken zwischen Recht, Wirtschaft, Technologie und Geopolitik funktioniert immer weniger.

Genau an diesen Schnittstellen setzt die RuSt seit mittlerweile drei Jahrzehnten an. Was als Fachveranstaltung für Unternehmens- und Wirtschaftsrecht begann, hat sich längst zu einer Plattform entwickelt, auf der die zentralen Zukunftsfragen der Branche diskutiert werden: M&A, Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht, Legal Management, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, ESG und Digitalrecht, Regulierung und geopolitische Risiken.

Auch das Abschlusspanel greift diesen breiteren Blick auf und widmet sich heuer der Frage, wie sich internationale Ordnung, Macht und Recht zueinander verhalten. Unter dem Titel "Die neue Weltordnung: Gilt das Recht des Stärkeren? Völkerrecht quo vadis?" wird diskutiert, welche Auswirkungen globale Krisen, Sicherheitsinteressen und Machtverschiebungen auf Recht, Wirtschaft und internationale Zusammenarbeit haben.


© Thomas Magyar

Der vielleicht größte Wert der RuSt liegt aber in ihrer Verdichtung von Wissen. Zwei Konferenztage können zwar kein Jahr Fachliteratur ersetzen, aber sie bieten etwas, das in keinem Kommentarwerk zu finden ist: den direkten Austausch mit Menschen, die Entwicklungen nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten. Richter:innen, Behördenvertreter:innen, Wissenschaftler:innen, Unternehmensjurist:innen, Anwält:innen und Expert:innen aus der Rechtspraxis diskutieren aktuelle Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven und liefern Einblicke, die weit über reine Wissensvermittlung hinausgehen.

Gerade für junge Jurist:innen bietet die RuSt eine gute Gelegenheit, über den eigenen fachlichen Tellerrand hinauszublicken und ein Gespür dafür zu entwickeln, welche Themen die Branche in den kommenden Jahren prägen werden. Denn die entscheidende Kompetenz der Zukunft wird nicht darin liegen, möglichst viele Vorschriften auswendig zu kennen. Entscheidend wird sein, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, richtig einzuordnen und daraus tragfähige Entscheidungen abzuleiten.

Das Credo der RuSt lautet seit jeher "Bewährtes weiterentwickeln". So steht diese Plattform nach 30 Jahren nicht nur für fachlichen Tiefgang und aktuelle Rechtsentwicklungen, sondern auch für Orientierung in einer Zeit, in der Recht, Wirtschaft und gesellschaftliche Verantwortung immer enger miteinander verbunden sind.

www.businesscircle.at/events/rust

 


Entgeltliche Einschaltung

leadersnet.TV