Sanieren statt siedeln
In Österreich wird lieber renoviert statt umgezogen

| Redaktion 
| 29.04.2026

Österreich ist ein Land der Renovierer:innen. Wer seine Wohnsituation verbessern will, bleibt meist – und investiert in den Bestand. Doch der Schein trügt: Hinter den frisch gestrichenen Fassaden verbirgt sich das sogenannte "Komfort-Paradoxon".Das zeigt der erstmals veröffentlichte "Future of Home Report" des Dachfensterherstellers Velux.

Der erstmals veröffentlichte "Future of Home Report" von Velux, für den europaweit 9.000 Personen befragt wurden, zeichnet ein widersprüchliches Bild. Zwar ist das Bewusstsein dafür, dass Faktoren wie Tageslicht, Luftqualität und Temperatur die Produktivität und Gesundheit massiv beeinflussen, vorhanden – die Konsequenzen im Alltag bleiben jedoch oft aus.

So geben 30 % der Befragten an, dass schlechte Luft ihre Konzentrationsfähigkeit einschränkt. Dennoch reagieren viele mit kurzfristigen Notlösungen statt nachhaltigen Investitionen: Im Winter verzichten 38 % auf das Fensteröffnen, um Energie zu sparen, während im Sommer 52 % die Vorhänge den ganzen Tag geschlossen halten, um die Hitze auszusperren.

Energieeffizienz als österreichisches Alleinstellungsmerkmal
Ein interessanter Kontrast zeigt sich beim Blick auf die Motivationsgründe für Sanierungen. Während europaweit oft die Ästhetik (43 %) im Vordergrund steht und nur 15 % an die Wärmeregulierung denken, ist die Prioritätensetzung in Österreich eine andere. Keinem anderen befragten Land ist die Energieeffizienz so wichtig: 35 % der Österreicher:innen sanieren gezielt, um die energetische Performance ihres Heims zu verbessern. Dennoch bleibt die Optik ein Faktor, für 40 % der heimischen Renovierer:innen spielt die Ästhetik eine wesentliche Rolle.

Dass dennoch knapp jede zweite Person in Österreich vor einem Upgrade des Eigenheims zurückschreckt, liegt primär an pragmatischen Hürden. Die Kosten rangieren mit 42 % an erster Stelle der Hindernisse, gefolgt von Zeitmangel (31 %) und fehlenden Kenntnissen (17 %).

Gen Z als Treiber für lichtdurchflutetes Wohnen

Einen Hoffnungsschimmer für die Wohnqualität der Zukunft bietet die junge Generation. Die 18- bis 29-Jährigen zeigen sich laut Report deutlich lösungsorientierter. Sie legen einen signifikant höheren Wert auf natürliches Licht: 27 % dieser Altersgruppe haben bereits gezielte Maßnahmen zur Verbesserung des Tageslichteinfalls umgesetzt (gegenüber 22 % im Gesamtschnitt). Ob durch den Einbau von Dachgauben, verglasten Türen oder Fassadenfenstern – mit 31 % ist die Gen Z die aktivste Gruppe bei der Installation transparenter Bauelemente.

Das Fazit der Expert:innen

Die Diskrepanz zwischen dem Wissen um ein gesundes Raumklima und der tatsächlichen Umsetzung bleibt die zentrale Herausforderung der Branche. Viele Menschen leben weiterhin unter Bedingungen, die ihr Wohlbefinden beeinträchtigen, oft aber nicht aus Unwissenheit, sondern aufgrund finanzieller Barrieren.

Dazu heißt es im Report zusammenfassend: "Dieses sogenannte ‚Komfort-Paradoxon‘ führt dazu, dass viele Menschen unter Wohnbedingungen leben, die sowohl ihre Gesundheit als auch ihr Wohlbefinden beeinträchtigen." Es bleibt abzuwarten, ob der Trend der jungen Generation zum konsequenten Licht-Management langfristig zu einem Umdenken am gesamten Immobilienmarkt führen wird.

www.velux.at

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