nitsch museum
Ausstellung als sakraler Erfahrungsraum

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 20.04.2026

Das nitsch museum Mistelbach eröffnet die Saison 2026 mit der Ausstellung "Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an".

"Ich wollte Kirchenmaler werden", sagte Hermann Nitsch. Das Sakrale bildet den Kern seines Orgien Mysterien Theaters. Seit 1957 verstand er religiöse Rituale als sinnliche Verdichtungen existenzieller Erfahrung. Liturgische Farben, Kreuze und Monstranzen sind in seinem Werk keine Zitate, sondern Ausdruck eines radikalen künstlerischen Anspruchs: Leben in all seinen Extremen erfahrbar zu machen.

Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an
"Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an" © Josef Schimmer

Die Ausstellung fokussiert die sakrale Motivsprache Nitschs seit den frühen 1970er-Jahren. "Sakral" bedeutet dabei die Summe der gesamten Seinserfahrung. Malereien, Landschaftsaufnahmen, Videos und Klang verdichten sich zu einem atmosphärischen Erfahrungsraum, in dem Zeitlichkeit, Natur und Intensität zentral erfahrbar werden. Die Natur des Weinviertels wird zum Resonanzraum des Werks.

Die visuelle und klangliche Dramaturgie durch die Ausstellung wird durch den Farbverlauf der liturgischen Farben – rot, orange, gelb, weiß, schwarz, grün und violett – bestimmt. Zwei Kapellenräume – ein Raum der Stille und ein Raum der Landschaft mit vier von Nitsch selbst mit der Handkamera aufgenommenen Videos – vervollständigen die Ausstellung. Ergänzt wird die Schau durch Bildgedichte von Heinz Cibulka.

Im 6-Tage-Spiel, dem umfassendsten Projekt des Orgien Mysterien Theaters, beginnt jede Phase "von sonnenaufgang an" – die Natur bestimmt den Rhythmus. Die Ausstellung zeigt das Orgien Mysterien Theater als visionären Versuch, existenzielle Tiefe neu erfahrbar zu machen.

Zur Eröffnung wurde ein eigens komponiertes Klangwerk von Amar Priganica und Ina Ebenberger präsentiert, das nun als integraler Bestandteil der Ausstellung zu hören ist.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wiener Aktionismus Museum. 

Kuratorin: Julia Moebus-Puck M.A., Direktorin der Sammlungen im Wiener Aktionismus Museum

Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an
"Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an" © Josef Schimmer

Begleitprogramm:

Lehraktion 
Kuratorin Julia Moebus-Puck mit profunden Nitsch-Kennern und ehemaligen Assistenten
18. April 2026, 18:00 Uhr

Artist Talk zum Pfingstspiel
Florentina Holzinger im Gespräch mit Almuth Spiegler
20. Mai 2026, 18:00 Uhr

nitsch und … die Religion
Michael Fleischhacker im Gespräch mit Dompfarrer Toni Faber
24. Oktober 2026, 18:00 Uhr

Liturgische Intervention
mit Pater Friedhelm Mennekes SJ
21. November 2026, 18:00 Uhr

Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an
"Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an" © Josef Schimmer

Hermann Nitsch. von sonnenaufgang an 
Bis 29. November 2026
Dienstag bis Sonntag, 10:00–17:00 Uhr
An Feiertagen auch montags geöffnet
nitsch museum Mistelbach
Waldstraße 44–46
2130 Mistelbach
www.nitschmuseum.at

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Herausgeber von LEADERSNET-ART ist Gerhard Krispl.

 

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