25-jähriger Industriedesigner gewinnt nationalen James Dyson Award 2023

| Tobias Seifried 
| 13.09.2023

In diesem Jahr darf sich ein junger Niederösterreicher dank seiner Innovation über die begehrte Auszeichnung freuen.

Der James Dyson Award (JDA) zählt zu den begehrtesten Auszeichnungen unter jungen Forscher:innen. Die vom britischen Akkusauger- und Luftreiniger-Pionier James Dyson ins Leben gerufene Auszeichnung wird seit 2005 jährlich ausgeschrieben und steht Studierenden (oder frischen Hochschulabsolvent:innen) der Ingenieurwissenschaften sowie der Fachbereiche Produktgestaltung und Industriedesign offen. In jedem der 27 Länder, in denen der Award stattfindet, wird ein:e nationaler Gewinner:in ausgewählt. Dieser steht in Österreich nun fest. Die internationale Kür, bei der die Landessieger:innen um ein Preisgeld von 35.000 Euro kämpfen, folgt im November 2023.

Erleichterung für Stoma-Patient:innen

Hierzulande setzte sich in diesem Jahr Nikolaus Potapow gegen seine Konkurrent:innen durch. Konkret hat der 25-jährige Industriedesigner für die Entwicklung eines nachhaltigen medizinischen Beutels für Patienten mit künstlichem Darmausgang den James Dyson Award in Österreich 2023 gewonnen. Durch natürliche und ressourcenschonende Materialien und die Reduktion auf niederkomplexe Herstellungsverfahren soll mit dem Siegerprodukt namens "os*tomy" die Umsetzung auch in Ländern mit schwierigem Zugang zu medizinischer Versorgung auf lokaler Ebene einfacher möglich und sogar mit regionalen Ressourcen umsetzbar werden.

Potapow stammt aus Niederösterreich und studiert Industrial Design im Master mit dem Schwerpunkt Eco-Innovative Design an der FH Joanneum Graz und ist seit 2023 neben dem Studium als selbstständiger Designer tätig. Bei "os*tomy" handelt es sich um ein Open-Source-System, das Stoma-Patient:innen eine leichter zugängliche medizinische Versorgung bieten und gleichzeitig lokale Stoma-Organisationen unterstützen soll, autarker zu werden. Ein Stoma, griechisch für Öffnung, ist eine künstlich hergestellte Körperöffnung, die durch eine Operation entsteht und durch die sich bestimmte Krankheiten wie Morbus Crohn, Divertikulose oder Darmkrebs besser behandeln lassen oder Symptome gelindert werden können.

JDA 2023Nachhaltiger medizinischer Beutel für Patient:innen mit künstlichem Darmausgang © Dyson

Anlass und Stimmen

Die Arbeit in einem Krankenhaus in Tansania als medizinischer Assistent gab dem jungen Niederösterreicher praktische Einblicke in die medizinische Versorgung und den Umgang mit Geräten in einem Land mit einem sehr niedrigen Durchschnittseinkommen. Er konnte mit Patient:innen, medizinischem Fachpersonal sowie einer afrikanischen Stoma-Organisation in Kontakt treten, was zu praxisnahen Erkenntnissen führte. Das sah Nikolas Potapow offenbar als Aufruf zum Handeln.

"Die Auszeichnung durch den James Dyson Award ist eine großartige Plattform, um 'os*tomy' weiter voranzutreiben und zu zeigen, dass Gestaltung weit über das offensichtliche Produkt hinausgeht und auf vielen Ebenen Menschen und Umwelt zu einer besseren Zukunft verhelfen kann", so der glückliche Preisträger.

Das Jury-Mitglied Eberhard Schrempf sagt: "Nikolaus Potapow zeigt mit 'os*tomy' auf eindrucksvolle Art und Weise, wohin zeitgemäßes Design gehen muss. Er gibt damit ein klares Statement für die soziale Verantwortung von Design ab."

Internationales Finale

Der Award wird von der James Dyson Foundation organisiert, in 27 Ländern ausgeschrieben und steht Studierenden der Ingenieurwissenschaften und der Fachbereiche Produktgestaltung und Industriedesign offen. In jedem der teilnehmenden Länder wird ein:e nationale:r Gewinner:in ausgewählt. Auf der nächsten Stufe prüft ein Gremium die Einreichungen aller Länder und nominiert 20 Projekte für die internationale Shortlist. Der:die internationale Gewinner:in wird von James Dyson persönlich ausgewählt. Die Bekanntgabe des:der internationale:n Gewinner:in wird im November bekanntgegeben und erhält ein Preisgeld in Höhe von 35.000 Euro.

www.jamesdysonaward.org

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