Einer aktuellen Analyse zufolge hat der globale Elektroautomarkt im dritten Quartal 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Weltweit wurden laut dem aktuellen "Electric Vehicle Sales Review" von PwC Autofacts rund 4,3 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen – mehr als je zuvor innerhalb eines Quartals. Für die Studie wurde die Entwicklung in 43 internationalen Märkten untersucht.
Besonders interessant ist der Blick auf die erfolgreichsten Hersteller und Modelle. Denn während Tesla in Europa und den USA die Ranglisten anführt, dominieren in China heimische Anbieter. Auch bei den Verkaufszahlen zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen.
Tesla führt in Europa und den USA
In den fünf größten europäischen Automärkten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien (Europa Top 5) war Tesla in den ersten neun Monaten 2026 die meistverkaufte reine Elektroautomarke. PwC zufolge kam der US-Hersteller auf 159.739 Fahrzeuge und lag damit vor Volkswagen mit 133.699 sowie Renault mit 133.496 Einheiten.
Dahinter folgten Skoda (100.305), BMW (95.987), Mercedes-Benz (84.023), Kia (81.540), BYD (77.972), Audi (73.351) und Leapmotor (63.556).
Noch deutlicher fällt der Vorsprung von Tesla in den USA aus. Dort setzte der Hersteller von Jänner bis September 386.194 batterieelektrische Fahrzeuge ab. Der zweitplatzierte Hyundai kam lediglich auf 39.121 Einheiten, knapp vor Chevrolet mit 38.298 Fahrzeugen.
Alles in allem verdeutlichen diese Zahlen, dass Tesla auf beiden Märkten weiterhin eine starke Position einnimmt, während sich der Wettbewerb in Europa wesentlich breiter verteilt.
BYD und Geely geben in China den Ton an
Ein anderes Bild zeigt sich auf dem weltgrößten Elektroautomarkt China. Hier führt BYD die Herstellerwertung für die ersten neun Monate mit 1.695.099 verkauften elektrifizierten Fahrzeugen deutlich an. Dahinter folgen Geely mit 914.115 sowie Leapmotor (gehört zu Stellantis) mit 506.967 Einheiten. Changan erreicht 501.180 Fahrzeuge, Tesla liegt mit 381.088 auf Rang fünf.
Allerdings ist bei diesem Vergleich eine Besonderheit zu beachten: Die chinesische PwC-Rangliste berücksichtigt neben reinen Elektroautos auch Plug-in-Hybride. Deshalb sind die Werte nicht unmittelbar mit den reinen Stromer-Rankings aus Europa und den USA vergleichbar.
China bleibt zugleich der wichtigste Wachstumstreiber der Elektromobilität. Allein im dritten Quartal wurden dort rund 2,5 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge neu registriert. Ihr Marktanteil erreichte 49 Prozent. Rechnet man Plug-in-Hybride hinzu, lag der Anteil elektrifizierter Neuwagen im September bei knapp 66 Prozent.
Welche Elektroautos sich am häufigsten verkaufen
Neben den Herstellern hat PwC auch die erfolgreichsten einzelnen Modelle ausgewertet. Dabei zeigen sich ebenfalls deutliche regionale Unterschiede.
| Region |
Modell |
Stückzahl |
| Europa (Top 5) |
1. Tesla Model Y |
99.725 |
| |
2. Tesla Model 3 |
58.909 |
| |
3. Skoda Elroq |
55.399 |
| |
|
|
| China |
1. Geely EX2 |
310.391 |
| |
2. Tesla Model Y |
277.290 |
| |
3. Li Auto i6 |
160.221 |
| |
|
|
| USA |
1. Tesla Model Y |
262.491 |
| |
2. Tesla Model 3 |
106.962 |
| |
3. Hyundai Ioniq 5 |
31.112 |
Europa wächst kräftig, die USA fallen zurück
Während China seine führende Rolle weiter ausbaut, beschleunigt sich die Elektrifizierung auch in Europa. In den fünf größten europäischen Automärkten stiegen die BEV-Neuzulassungen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 66 Prozent auf mehr als 600.000 Fahrzeuge. Ihr Marktanteil erreichte damit 27 Prozent.
In Deutschland lag der Anteil reiner Elektroautos mit 32 Prozent erstmals über jenem von Fahrzeugen mit ausschließlich konventionellem Verbrennungsmotor (29 Prozent).
Gegenläufig entwickelt sich hingegen der US-Markt. Dort gingen die BEV-Neuzulassungen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent auf 252.000 Fahrzeuge zurück. Ihr Marktanteil sank auf sechs Prozent. PwC führt die schwache Entwicklung unter anderem auf das Auslaufen staatlicher Kaufanreize im September 2025 zurück.
Niedrigere Energiekosten als Kaufargument
Neben der größeren Modellauswahl, verbesserten Reichweiten und staatlichen Förderungen in einzelnen Märkten sieht PwC vor allem die Energiekosten als Treiber der Elektromobilität.
Eine ergänzende Analyse für Deutschland, China und die USA zeigt, dass reine Elektroautos bei den Energiekosten pro Kilometer gegenüber vergleichbaren Benzinern im Vorteil sind. Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt allerdings wesentlich davon ab, ob überwiegend zu Hause beziehungsweise am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Ladestationen geladen wird.
"Niedrigere Betriebskosten allein verkaufen noch kein Auto. Entscheidend bleibt die Kombination aus attraktivem Produktangebot, Ladezugang und Preis", erklärt Steven van Arsdale, Global Lead Analyst bei PwC Autofacts.
Auch in Österreich ist die Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen zuletzt deutlich gestiegen. Wie LEADERSNET berichtete, legten die heimischen E-Auto-Neuzulassungen um mehr als 80 Prozent zu.
Fazit
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die internationalen Zahlen jedenfalls deutlich machen, dass die Elektromobilität weiter an Bedeutung gewinnt – allerdings mit erheblichen Unterschieden bei Wachstum, Marktanteilen und den erfolgreichsten Herstellern.
www.pwc.at
Kommentar veröffentlichen