CFO Survey Herbst 2026
Heimische Finanzvorstände treten auf die Kostenbremse

| Tobias Seifried 
| 03.11.2026

Laut einer aktuellen Umfrage sind 87 Prozent der CFOs für Kostensenkungen. Gleichzeitig wollen viele Unternehmen weiter wachsen. Inflation und Energiepreise bleiben die größten Risiken, bei KI herrscht Nachholbedarf.

Laut dem aktuellen CFO Survey von Deloitte Österreich stufen 87 Prozent der befragten Finanzverantwortlichen Kostensenkungen als wichtige strategische Priorität für die kommenden zwölf Monate ein. Gleichzeitig wollen 83 Prozent das Wachstum in bestehenden Märkten vorantreiben. Die wirtschaftliche Unsicherheit nehme ab, der Kostendruck bleibe jedoch hoch, so die Studienautor:innen. Wohl auch deshalb zeigten sich die Unternehmen bei neuen Märkten und zusätzlichen Investitionen zurückhaltender. 

Für die im Oktober 2026 durchgeführte Erhebung wurden rund 240 Finanzverantwortliche befragt. Während im Frühjahr noch 62 Prozent die wirtschaftliche Unsicherheit als hoch oder sehr hoch einschätzten, sind es aktuell 46 Prozent. "Die wirtschaftliche Unsicherheit geht etwas zurück, doch die Unternehmen bleiben vorsichtig. Inflation und Energiepreise erschweren die Planung und erhöhen den Druck auf die Margen", erklärt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Inflation und Energiepreise bleiben größte Risiken

Mehr als sieben von zehn Befragten betrachten einen erneuten Inflationsanstieg als hohes Geschäftsrisiko. Dahinter folgen steigende Energiepreise mit 68 Prozent, geopolitische Risiken mit 59 Prozent und KI-unterstützte Cyberangriffe mit 58 Prozent. Die anhaltende Vorsicht zeige sich auch bei der Risikobereitschaft: Zwei Drittel der Finanzverantwortlichen halten demnach den aktuellen Zeitpunkt für ungeeignet, um zusätzliche Risiken in die Unternehmensbilanz aufzunehmen.

Dennoch wollen viele Unternehmen nicht ausschließlich sparen. Das Wachstum im bestehenden Geschäft bleibt laut Umfrage für 83 Prozent eine wichtige Priorität. "Entscheidend ist, Kosten konsequent im Blick zu behalten, ohne die eigene Zukunftsfähigkeit aus den Augen zu verlieren. Wer Effizienzpotenziale hebt und gleichzeitig gezielt in bestehende Geschäftsfelder investiert, kann die Wettbewerbsfähigkeit auch in einem unsicheren Umfeld stärken", betont Marterbauer.

Jedes dritte Unternehmen kämpft mit KI-Infrastruktur

Auch beim Einsatz künstlicher Intelligenz im Finanzbereich zeigt die Untersuchung Nachholbedarf. Jedes dritte Unternehmen bezeichnet eine unzureichende Daten- und Technologieinfrastruktur als größte Hürde für einen breiteren KI-Einsatz. Drei von zehn Unternehmen verwenden KI im Finanzbereich bislang überhaupt nicht. Wo bereits investiert wird, stehen vor allem Kostenreduktion und Effizienzsteigerung (21 Prozent) sowie die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit (18 Prozent) im Vordergrund.

"Das Potenzial von KI im Finanzbereich reicht weit über die Automatisierung einzelner Aufgaben hinaus. Um es tatsächlich auszuschöpfen, braucht es jedoch eine solide Datenbasis und eine geeignete technologische Infrastruktur", so der Deloitte-Experte abschließend.

Alle Österreich-Ergebnisse der Umfrage finden Sie im PDF-File (Download unten).

www.deloitte.com

Wichtigste Ergebnisse Deloitte CFO Survey Herbst 2026

Strategische Prioritäten

  • 87 Prozent: Kostensenkungen

  • 83 Prozent: Wachstum in bestehenden Märkten

Größte Geschäftsrisiken

  • Mehr als 70 Prozent: erneuter Inflationsanstieg

  • 68 Prozent: steigende Energiepreise

  • 59 Prozent: geopolitische Risiken

  • 58 Prozent: KI-unterstützte Cyberangriffe

Unsicherheit und Risikobereitschaft

  • 46 Prozent bewerten die wirtschaftliche Unsicherheit als hoch oder sehr hoch (Frühjahr: 62 Prozent)

  • Rund zwei Drittel halten den Zeitpunkt für zusätzliche Risiken für ungeeignet

Künstliche Intelligenz

  • Rund ein Drittel nennt die Daten- und Technologieinfrastruktur als größte Hürde

  • 30 Prozent setzen im Finanzbereich noch keine KI ein

  • 21 Prozent nennen Kostenreduktion und Effizienzsteigerung als Investitionsmotiv

  • 18 Prozent nennen die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

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Wichtigste Ergebnisse Deloitte CFO Survey Herbst 2026

Strategische Prioritäten

  • 87 Prozent: Kostensenkungen

  • 83 Prozent: Wachstum in bestehenden Märkten

Größte Geschäftsrisiken

  • Mehr als 70 Prozent: erneuter Inflationsanstieg

  • 68 Prozent: steigende Energiepreise

  • 59 Prozent: geopolitische Risiken

  • 58 Prozent: KI-unterstützte Cyberangriffe

Unsicherheit und Risikobereitschaft

  • 46 Prozent bewerten die wirtschaftliche Unsicherheit als hoch oder sehr hoch (Frühjahr: 62 Prozent)

  • Rund zwei Drittel halten den Zeitpunkt für zusätzliche Risiken für ungeeignet

Künstliche Intelligenz

  • Rund ein Drittel nennt die Daten- und Technologieinfrastruktur als größte Hürde

  • 30 Prozent setzen im Finanzbereich noch keine KI ein

  • 21 Prozent nennen Kostenreduktion und Effizienzsteigerung als Investitionsmotiv

  • 18 Prozent nennen die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

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