Mit interaktivem Pavillon
Österreich will die Expo in Belgrad als Türöffner am Westbalkan nutzen

| Larissa Bilovits 
| 29.10.2026

Ein interaktiver Pavillon rund um die Donau soll heimische Unternehmen bei der Weltausstellung ins Rampenlicht rücken. In der Region schlummert laut Schätzungen ein Exportpotenzial in Milliardenhöhe.

Von 15. Mai bis 15. August 2027 richtet Belgrad die erste spezialisierte Expo in der Westbalkanregion aus, und die Vorbereitungen in der serbischen Hauptstadt laufen bereits auf Hochtouren (LEADERSNET berichtete). Unter dem Motto "Play for Humanity: Sport and Music for All" werden mehr als 145 Staaten und internationale Organisationen sowie rund 4,1 Millionen Besucher:innen erwartet.

Auch Österreich ist mit einem eigenen Pavillon vertreten, für den das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) und die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) verantwortlich zeichnen. Der Pavillon unter dem Motto "Join the Flow" stellt die Donau in den Mittelpunkt und verfolgt dabei vor allem das Ziel, neue Geschäftschancen für heimische Unternehmen zu erschließen.

Österreich zählt in Serbien zu den größten Investoren

Dafür kann Österreich auf eine starke Position in der Region aufbauen. Mehr als 800 österreichische Unternehmen sind in Serbien tätig, wo Österreich zu den wichtigsten ausländischen Investoren gehört. Im Jahr 2025 lieferten heimische Betriebe Waren im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro in das Land, in die gesamte Westbalkanregion waren es rund 2,3 Milliarden Euro. Trotzdem bleibt viel Luft nach oben – das zusätzliche Exportvolumen, das sich am Westbalkan noch erschließen ließe, wird auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt.

"Die Expo 2027 ist eine wirtschaftspolitische Chance für Österreich und Europa. Belgrad wird während dieser Zeit zum internationalen Treffpunkt für Wirtschaft, Innovation und Kultur", erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer vor wenigen Tagen im Rahmen einer entsprechenden Pressekonferenz und ergänzte: "Mit dem Österreich-Pavillon machen wir österreichische Innovationskraft international sichtbar und unterstützen unsere Betriebe dabei, neue Aufträge zu gewinnen. Unser Ziel: mehr Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze in Österreich und langfristige Kooperationen mit der Region."

"Die Expo in Belgrad bietet uns eine hervorragende Plattform, um Österreichs Wirtschaft in Serbien und der gesamten Westbalkanregion noch besser zu positionieren und neue Impulse zu setzen. Das AußenwirtschaftsCenter Belgrad und die Außenwirtschaft Austria begleiten unsere Unternehmen mit fundierter Marktkenntnis, gezielter Vernetzung und wertvollen Einblicken in neue Trends und technologische Entwicklungen. Gleichzeitig präsentieren wir Österreich als innovatives Land mit hoher Kompetenz in Wirtschaft, Technologie, Kultur und Bildung", meint auch WKÖ-Präsidentin Martha Schultz.

Im Innovation Lab präsentieren sich heimische Betriebe

Entwickelt wurde der Pavillon von facts and fiction, Zone Media und Planet architects, die sich mit ihrem Konzept in einem zweistufigen, EU-weiten Auswahlverfahren durchgesetzt hatten. Ihr Entwurf verbindet einen eigenen Bereich für Wirtschaft und Forschung mit interaktiven Exponaten und einer begehbaren Medieninstallation. Im sogenannten Innovation Lab zeigen österreichische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen abwechselnd, woran sie gerade arbeiten, wobei die Themen von Energie, Mobilität und Green Tech bis zu Digitalisierung und Bildung reichen.

Prägendes Element des gesamten Ausstellungsraums ist allerdings die Medieninstallation. Sie nimmt das Motto "Join the Flow" wörtlich und bildet die Donau als digitalen Strom ab, der sich durch den Raum schlängelt. Wie der echte Fluss ist auch er ständig in Bewegung, denn je nach Tageszeit wechseln Landschaftsaufnahmen, Datenvisualisierungen und Botschaften. An seinem Ufer liegen Skulpturen in Form von Flusskieseln, die jeweils für ein Themenfeld stehen, nämlich "Explore Austria", "Industry and Innovation", "Sports and Society" und "Nature and Sustainability".

Wer den Pavillon betritt, wird selbst Teil der Inszenierung. In der Mitte des Raums führt der Weg quer über den digitalen Strom, der auf Bewegungen, Berührungen und sogar Schatten reagiert und daraus laufend neue Formen, Bilder und Töne erzeugt. Am Ufer lassen sich zudem Naturgeräusche aktivieren, und je mehr Menschen gleichzeitig mitmachen, desto komplexer wird das Zusammenspiel. Auf diese Weise setzt Österreich das Expo-Motto "Play for Humanity" ganz praktisch um.

"Die Donau verbindet Österreich seit Jahrhunderten mit Südosteuropa. Der Österreich-Pavillon macht diese Verbindung sichtbar und erlebbar. Er zeigt, dass Zukunft dort entsteht, wo Menschen Ideen teilen, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Die Donau steht damit nicht nur für Geografie, sondern für Austausch, Zusammenarbeit und einen gemeinsamen europäischen Zukunftsraum", so Philipp Gady, österreichischer Regierungskommissär für die Expo 2027.

www.expoaustria.at

www.wko.at

www.bmwet.gv.at

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