Weiteres Konkursverfahren
Nächste Millionenpleite im Umfeld des Autozulieferers Obrist

| Tobias Seifried 
| 29.10.2026

Jetzt hat es eine weitere Schlüsselgesellschaft der Unternehmensgruppe erwischt. Neben Konzernverflechtungen trieb die Streichung der Kreditlinie den Technologiebetrieb in den Konkurs.

Die schlechten Nachrichten rund um den Vorarlberger Automobilzulieferer und Technologieentwickler Obrist reißen nicht ab. Jetzt wurde über das Vermögen der in Lustenau ansässigen Obrist Engineering GmbH am Landesgericht Feldkirch ein Konkursverfahren eröffnet.

Ende September geriet die Unternehmensgruppe von Erfinder und Gründer Frank Obrist in schwere finanzielle Schieflage (LEADERSNET berichtete). Nun schlagen die internen Verflechtungen und der Ausfall der Bankfinanzierung auf die Engineering-Sparte durch. Von dem Schritt sind 25 Dienstnehmer:innen betroffen.

Fällige Kreditlinie und Konzernverflechtungen

Das Ingenieur- und Technologieunternehmen entwickelt und lizenziert Technologien, Komponenten sowie Systeme für das Thermomanagement von Fahrzeug-Klimaanlagen, Wärmepumpen (unter anderem mit CO₂ als Kältemittel) und Scroll-Kompressoren für den industriellen Einsatz.

Als wesentliche Ursachen für den Gang zum Insolvenzgericht führt das Management die engen Verflechtungen und wechselseitigen Forderungsverhältnisse zu den bereits insolventen Schwestergesellschaften Obrist Powertrain GmbH und Obrist Technologies GmbH an. Den unmittelbaren Ausschlag habe schließlich die finanzierende Hausbank gegeben, die die Kontokorrentkreditlinie des Betriebs über den 15. Oktober 2026 hinaus nicht mehr verlängerte, wodurch die laufenden Verbindlichkeiten, Löhne und öffentlichen Abgaben nicht mehr bedient werden konnten.

1,9 Millionen Euro Schulden bei Banken 

Laut den Erhebungen des KSV1870 und des AKV belaufen sich die auf rund 1,90 bis 1,96 Millionen Euro, die sich nahezu zur Gänze aus Kreditverbindlichkeiten zusammensetzen. Dem stehen Aktiva in Form von Kundenforderungen, Bankguthaben sowie Beteiligungen an verbundenen Gesellschaften gegenüber, deren tatsächliche Werthaltigkeit die Insolvenzverwaltung nun prüfen muss.

Ob eine Unternehmensfortführung und Entschuldung mittels Sanierungsplans finanziell darstellbar ist, befindet sich derzeit noch in vertiefter Prüfung. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Landesgericht Feldkirch den Rechtsanwalt Andreas Joel Droop. Gläubigerforderungen können bis zum 4. Jänner 2027 angemeldet werden; die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für 18. Jänner 2027 einberaumt.

www.ksv.at

www.akv.at

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