24,93 Millionen Euro Gesamtforderungen
Bekannter Autozulieferer legt Großpleite hin

| Redaktion 
| 30.09.2026

Das für seine innovativen Motoren- und Hybridkonzepte bekannte Unternehmen, das mit einem mit Range-Extender ausgestatteten Tesla auch international für Schlagzeilen sorgte, musste einen Konkursantrag stellen. 

Über zwei Gesellschaften der Obrist-Gruppe mit Sitz in Lustenau sind Konkursverfahren eröffnet worden. Betroffen sind die Obrist Powertrain GmbH und die Obrist Technologies GmbH. Wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gab, wurden die Verfahren am Landesgericht Feldkirch aufgrund von Eigenanträgen eröffnet. Bereits 2024 stand Gründer Frank Obrist im Rahmen der Kooperation zwischen LEADERSNET und aehre im ausführlichen Interview Rede und Antwort zu seinen Plänen rund um alternative Kraftstoffe und die grüne Transformation (hier geht es zum Interview). Dabei ging es auch um den umgebauten Tesla, der international für Schlagzeilen sorgte.

Fokus auf innovative Antriebstechnologien 

Die 2014 gegründete Obrist Powertrain GmbH war in den Bereichen Powertrain und Maschinenbau tätig und entwickelte Antriebslösungen für die internationale Automobil- und Transportbranche. 

Ein Schwerpunkt lag auf dem seriellen Hybrid-Antriebssystem "HyperHybrid" mit einem eigens entwickelten Verbrennungsmotor, der auch mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden kann. Zum Zeitpunkt der Insolvenz beschäftigte laut AKV Obrist Powertrain neun Mitarbeiter:innen. 

Die ebenfalls zur Obrist-Gruppe gehörende Obrist Technologies GmbH konzentrierte sich auf die Entwicklung, Lizenzierung, Verwaltung und den Schutz von Immaterialgüter- und Patentrechten. Dazu zählten insbesondere Technologie und geistiges Eigentum rund um klimaneutrale beziehungsweise klimapositive Kraftstoffe sowie Verfahren zur CO₂-Abscheidung und zur Herstellung von Methanol. Das Unternehmen beschäftigt derzeit keine Mitarbeiter:innen.

Insolvenzursachen 

Als Ursachen für die Insolvenzen werden laut dem AKV mehrere Faktoren genannt. Über viele Jahre seien hohe Aufwendungen für die Entwicklung angefallen, während ein nachhaltiger Marktdurchbruch der entwickelten Technologie ausgeblieben sei. 

Zusätzlich habe sich die anhaltende Krise der europäischen Automobilindustrie auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt. Als weiterer Faktor wird die stärkere Ausrichtung des europäischen Fahrzeugsektors auf reine Elektrofahrzeuge angeführt. 

Zuletzt geführte Verhandlungen mit ausländischen Investoren über ein Joint Venture seien ebenfalls ohne Erfolg geblieben.

Forderungen von knapp 25 Millionen Euro

Bei Obrist Powertrain sind den vorliegenden Unterlagen zufolge 34 Gläubiger:innen betroffen. Ihre Forderungen belaufen sich auf insgesamt rund 18,85 Millionen Euro.

Im Konkursverfahren der Obrist Technologies werden derzeit zehn Gläubiger:innen mit Gesamtforderungen von rund 6,08 Millionen Euro genannt. Zusammengerechnet ergeben sich damit Forderungen von rund 24,93 Millionen Euro gegenüber den beiden Gesellschaften.

In beiden Fällen wurde erklärt, dass eine Fortführung oder Sanierung aus heutiger Sicht nicht möglich sei. Einer sofortigen Schließung der Unternehmen wird zugestimmt, so der AKV. 

www.akv.at

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV