Sanierungsverfahren eröffnet
Großes Autohaus legte Millionenpleite hin

| Redaktion 
| 20.10.2026

Das 1976 gegründete Traditionsunternehmen mit zwei Standorten ist im Handel mit Neu- und Gebrauchtfahrzeugen tätig und betreibt eine Kfz-Werkstätte.

Obwohl Österreichs Automarkt im heurigen Jahr boomt, bleibt die finanzielle Situation für viele Unternehmen in der Branche angespannt. So wurde nun über das Vermögen der in Mauthausen ansässigen Autohaus Leibetseder GmbH am Landesgericht Linz auf Eigenantrag ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Wie die Kreditschutzverbände KSV1870 und AKV berichten, schlitterte der 1976 gegründete Betrieb nach vertraglichen und finanziellen Turbulenzen in die Zahlungsunfähigkeit. Von der Schieflage sind acht Dienstnehmer:innen sowie rund 40 beziehungsweise 42 Gläubiger:innen betroffen.

Höhere Vorfinanzierungskosten und Händlerabgang als Auslöser

Das von Alleingesellschafter und Geschäftsführer Manfred Franz Leibetseder geleitete Unternehmen betreibt neben dem Hauptsitz in Mauthausen einen Standort in St. Georgen an der Gusen. Zum Geschäftsfeld zählen der Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen der Marken Nissan und Peugeot, eine Kfz-Reparaturwerkstätte, der Handel mit Moped-Autos, ein Fahrzeugverleih sowie eine Diskont-Tankstelle.

Neben massiv gestiegenen Fix- und Personalkosten, die nicht im vollen Umfang an die Kundschaft weitergegeben werden konnten, machten dem Betrieb vor allem die seit 2022 deutlich erhöhten Zinsen zur Vorfinanzierung des Herstellersatzes zu schaffen. Den entscheidenden Dämpfer bedeutete schließlich die Kündigung eines zentralen Händlervertrags im Jahr 2024, deren Folgen durch rasch eingeleitete Gegenmaßnahmen nicht mehr rechtzeitig abgefedert werden konnten.

Passiva von bis zu zwei Millionen Euro – Werkstätte soll Ertrag sichern

In den Statusunterlagen der Gläubigerschützer schwanken die Angaben zu den Gesamtverbindlichkeiten je nach Besicherungsgrad zwischen 1,07 Millionen Euro und 2,027 Millionen Euro (bei rund 954.300 Euro an bestehenden Sicherheiten). Das freie Aktivvermögen wird mit knapp 464.000 Euro beziffert.

Das Management plant die Fortführung des Betriebs und strebt eine nachhaltige Sanierung an. Während der profitable Werkstättenbereich unverändert bestehen bleiben soll, ist im Fahrzeughandel eine Umstellung auf ein deutlich schlankeres und weniger kapitalintensives Modell vorgesehen. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit der gesetzlichen Mindestquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme, vorgelegt.

Zum Sanierungsverwalter wurde Christoph Zehentmayer aus Linz bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung ist für den 8. Jänner 2027 anberaumt; die Abstimmung über den Sanierungsplan soll am 5. Februar 2027 erfolgen.

www.ksv.at

www.akv.at

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