EcoAustria-Studie
MCI bringt Tirol jährlich bis zu 120 Millionen Euro an Wirtschaftsleistung

Eine aktuelle Untersuchung verdeutlicht die wirtschaftliche Bedeutung des Management Center Innsbruck. Neben positiven Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung profitiert das Bundesland insbesondere von gut ausgebildeten Fachkräften.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Management Center Innsbruck (MCI) reichen weit über den Hochschulbetrieb hinaus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria, die im Auftrag des Aufsichtsrats der MCI Internationale Hochschule GmbH durchgeführt wurde (siehe Infobox). Demnach trägt die Hochschule durch ihre Ausbildungsangebote, ihre Beschäftigten sowie ihre Forschungs- und Innovationsaktivitäten wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Tirols bei.

Hochschule sorgt für Beschäftigung und Wertschöpfung

Allein durch den laufenden Betrieb und die damit verbundenen Ausgaben entstehen laut Untersuchung österreichweit jährliche Nachfrageimpulse von etwa 43 Millionen Euro. Werden sämtliche direkten und mittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen berücksichtigt, entspricht dies einer Wertschöpfung von 48,2 Millionen Euro. Zugleich werden dadurch österreichweit 783 Vollzeitarbeitsplätze geschaffen beziehungsweise abgesichert.

Für Tirol weist die Studie eine nachfrageseitige Wertschöpfung von rund 27 Millionen Euro sowie Beschäftigungseffekte im Umfang von 578 Vollzeitstellen aus.

Wolfgang Schwarzbauer, Leiter des Forschungsbereichs regionale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaft bei EcoAustria, unterstreicht die Bedeutung der Ergebnisse: "Das MCI ist nicht nur eine Hochschule, sondern auch ein wirtschaftlicher Motor für Tirol."

Auch die öffentlichen Haushalte würden von den wirtschaftlichen Aktivitäten profitieren. Der Untersuchung zufolge entstehen Steuer- und Abgabeneinnahmen von rund 35 Millionen Euro. Damit würden rechnerisch etwa 92 Prozent der jährlichen Förderungen von Bund und Land Tirol durch entsprechende Rückflüsse abgedeckt.

Gut ausgebildete Fachkräfte erhöhen die Wirtschaftsleistung

Einen besonders großen Beitrag zur langfristigen Standortentwicklung leistet der Studie zufolge die akademische Ausbildung. Jährlich erwerben am MCI rund 540 Personen einen Bachelorabschluss und erreichen damit ein höheres formales Bildungsniveau. Etwa 300 dieser Absolvent:innen bleiben anschließend in Tirol und stehen dem regionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Die daraus resultierenden wirtschaftlichen Auswirkungen seien erheblich. Für 2024 beziffert EcoAustria den realen Beitrag der Humankapitalbildung zum Tiroler Bruttoregionalprodukt auf rund 90 Millionen Euro. Österreichweit liegt dieser Effekt bei etwa 120 Millionen Euro.

Langfristig rechnet das Forschungsinstitut mit einer weiteren Zunahme. Den Modellberechnungen zufolge könnten die entsprechenden Effekte bis 2040 auf rund 290 Millionen Euro in Tirol und 410 Millionen Euro in ganz Österreich anwachsen.

Werden die langfristigen Bildungseffekte mit den laufenden Nachfragewirkungen zusammengeführt, ergibt sich für Tirol ein jährlicher regionalwirtschaftlicher Gesamteffekt von bis zu 120 Millionen Euro, so die Studie. Weitere Beiträge durch Unternehmensgründungen, internationale Kooperationen und Innovationen seien dabei noch nicht vollständig berücksichtigt.

Fehlendes Promotionsrecht erschwert Bindung von Talenten

Trotz der positiven wirtschaftlichen Bilanz identifiziert die Untersuchung strukturelle Herausforderungen. Insbesondere die Abwanderung hochqualifizierter Hochschulabsolvent:innen könnte die Entwicklung des Standorts beeinträchtigen.

Im Studienjahr 2024/25 entfielen rund 39 Prozent der MCI-Abschlüsse auf Masterstudiengänge. Aus einer Befragung der Absolvent:innen gehe hervor, dass Personen mit Masterabschluss häufiger ins Ausland wechseln als jene mit Bachelorabschluss.

Als einen wesentlichen Faktor nennt EcoAustria das fehlende Promotionsrecht. Dadurch seien die Möglichkeiten für wissenschaftlich orientierte Masterabsolvent:innen eingeschränkt, ihre akademische Laufbahn in Tirol fortzusetzen.

"Das fehlende Promotionsrecht ist damit nicht nur eine hochschulpolitische Frage, sondern eine Standortfrage", erklärt Schwarzbauer.

Auch MCI-Aufsichtsratsvorsitzender Oswald Wolkenstein sieht hier Handlungsbedarf. Die Hochschule ziehe internationale Talente nach Tirol und trage damit dazu bei, den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken. Allerdings würden durch die fehlenden Möglichkeiten zur Promotion wertvolle Potenziale ungenutzt bleiben, kritisiert Wolkenstein.

Verhältnis Inland – Ausland am MCI © MCI 

Internationale Kooperationen und Start-ups bieten weitere Chancen

Neben der Ausbildung qualifizierter Arbeitskräfte untersucht die Studie auch die Bedeutung des MCI für Forschung, internationale Zusammenarbeit und Unternehmertum.

Mit einem Netzwerk von 300 Partnerhochschulen weltweit verfügt die Bildungseinrichtung über zahlreiche internationale Verbindungen. Diese erleichtern den Austausch von Studierenden, Lehrenden und Forschenden und tragen zur Vernetzung des Tiroler Hochschulstandorts bei.

Auch bei Unternehmensgründungen zeigt sich laut EcoAustria ein positiver Zusammenhang. Die Gründungsquote unter MCI-Absolvent:innen liege über dem Durchschnitt des deutschsprachigen Raums. Allerdings würden zahlreiche Unternehmen nicht in Tirol, sondern vor allem in Deutschland oder der Schweiz gegründet.

Ein weiterer Aspekt ist die hohe Nachfrage nach Studienplätzen. MCI-Rektor Andreas Altmann verweist darauf, dass die Hochschule jährlich mehr als 5.000 Bewerbungen für rund 1.400 verfügbare Studienplätze erhalte. "Mit jährlich über 5.000 Bewerbungen für unsere 1.400 Studienplätze können wir nur einen Bruchteil der Nachfrage bedienen und müssen viele kluge Köpfe an andere Standorte verweisen", so Altmann.

Die internationale Ausrichtung werde unter anderem durch akademische Veranstaltungsformate wie die Vortragsreihe "Distinguished Guests" sowie Wirtschafts- und Forschungsforen unterstützt. Diese würden Möglichkeiten für wissenschaftlichen Austausch, die Präsentation neuer Technologien und die Vernetzung mit jungen Unternehmen schaffen.

EcoAustria empfiehlt bessere Rahmenbedingungen

Aus den Untersuchungsergebnissen leitet EcoAustria mehrere Empfehlungen für die künftige Entwicklung des Hochschulstandorts ab. Eine zentrale Voraussetzung sei eine langfristig gesicherte und strategisch ausgerichtete Finanzierung des MCI.

Darüber hinaus sollten die Voraussetzungen für wissens- und technologieorientierte Unternehmensgründungen verbessert werden. Dazu gehörten insbesondere zusätzliche leistbare Flächen für junge Unternehmen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft.

Weitere Ansatzpunkte sieht das Forschungsinstitut bei der stärkeren Bindung internationaler Fachkräfte und einer intensiveren wirtschaftlichen Nutzung der weltweiten Hochschulkontakte.

www.mci.edu

www.ecoaustria.ac.at

Über die Studie

Die Studie "Wirtschaftliche Effekte des MCI" wurde von EcoAustria im Auftrag des Aufsichtsrats der MCI Internationale Hochschule GmbH erstellt. Sie untersucht die nachfrageseitigen und angebotsseitigen Effekte des MCI auf Tirol und Österreich.

Berücksichtigt wurden unter anderem Nachfrageimpulse, Wertschöpfungs- und
Beschäftigungseffekte, Humankapitalbildung, internationale Vernetzung und
Gründungsaktivitäten.

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Über die Studie

Die Studie "Wirtschaftliche Effekte des MCI" wurde von EcoAustria im Auftrag des Aufsichtsrats der MCI Internationale Hochschule GmbH erstellt. Sie untersucht die nachfrageseitigen und angebotsseitigen Effekte des MCI auf Tirol und Österreich.

Berücksichtigt wurden unter anderem Nachfrageimpulse, Wertschöpfungs- und
Beschäftigungseffekte, Humankapitalbildung, internationale Vernetzung und
Gründungsaktivitäten.

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