Beim elften Kindertag der oberösterreichischen Industrie (KIDI) konnten 1.266 Kinder am 13. und 14. Oktober 2026 die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Industrie kennenlernen. An fünf Standorten boten 17 Unternehmen praxisorientierte Workshops, bei denen die jungen Teilnehmer:innen selbst experimentieren, technische Zusammenhänge erforschen und eigene Ideen umsetzen konnten. Im Mittelpunkt stand dabei die frühzeitige Förderung des Interesses an Naturwissenschaften und Technik.
Praktische Erfahrungen standen im Mittelpunkt
Unter dem Motto "Industrie kinderleicht" richtete sich die Veranstaltung an Acht- bis Zwölfjährige aus insgesamt 32 oberösterreichischen Schulen. Mit der Initiative möchte die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) bereits im Kindesalter das Interesse an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) stärken und unterschiedliche berufliche Perspektiven aufzeigen.
Statt theoretischer Wissensvermittlung erwartete die Schüler:innen ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Möglichkeiten zum Mitmachen. In jeweils eineinhalbstündigen Workshops konnten sie Materialien bearbeiten, technische Abläufe nachvollziehen und eigene Konstruktionen entwickeln. Gleichzeitig erhielten sie Einblicke in industrielle Produktionsverfahren und verschiedene technische Berufsfelder.
Für IV OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch ist das eigenständige Ausprobieren ein wesentlicher Bestandteil der Nachwuchsförderung. "Wer junge Menschen für Technik begeistern will, muss ihnen die Möglichkeit geben, selbst etwas auszuprobieren und technische Zusammenhänge zu verstehen. Genau hier setzt der Kindertag der Industrie an", sagte Haindl-Grutsch.
Die Veranstaltung solle den Kindern verdeutlichen, wie vielseitig technische Tätigkeiten seien, und zugleich eine Grundlage für eine mögliche spätere MINT-Ausbildung schaffen.
Von Robotik über Metallverarbeitung bis Recycling
Austragungsorte des diesjährigen Kindertags waren das Welios Science Center in Wels, die Grand Garage in Linz, das Fill Future Lab in Gurten, die FACC Academy in Reichersberg sowie die Miba Future Labs in Laakirchen.
Das Workshopangebot deckte unterschiedliche Bereiche der industriellen Produktion und Entwicklung ab. Die Kinder bauten unter anderem Zeichenroboter, löteten elektronische Komponenten und konstruierten Fahrzeuge, die durch Wind angetrieben werden. Darüber hinaus konnten sie den Umgang mit Silikon kennenlernen und selbst Bubble Tea herstellen.
Weitere Programmpunkte beschäftigten sich mit Metallguss, Lasergravur und den Eigenschaften verschiedener Gase. Auch die Wiederverwertung von Abfällen zu neuen Rohstoffen wurde anhand praktischer Beispiele vermittelt. Ergänzend erhielten die Teilnehmer:innen Einblicke in die Stahlproduktion, elektrische Antriebstechnologien und die Herstellung von Düngemitteln.
Insgesamt beteiligten sich 17 Unternehmen an der Initiative: BRP-Rotax/RIC, Erema, FACC, Fill, Fronius, Greiner, Keba, LAT Nitrogen, Linde Gas, Miba, Nemak Linz, Pöttinger Landtechnik, Siemens Österreich, Sprecher Automation, Starlim, Tro Group und voestalpine.
MINT-Gütesiegel für 27 Bildungseinrichtungen erneuert
Neben den Aktivitäten im Rahmen des Kindertags wurde im Oktober auch das Engagement oberösterreichischer Bildungseinrichtungen im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich gewürdigt. Am 5. Oktober 2026 erhielten 23 Schulen und vier Kindergärten im Haus der Industrie in Linz erneut das MINT-Gütesiegel. Die Verleihung der Plaketten für den Zeitraum von 2026 bis 2029 fand im Beisein von Bildungsdirektor Alfred Klampfer statt.
Mit der Auszeichnung werden Schulen und Kindergärten gewürdigt, die durch innovative Unterrichts- und Lernangebote einen besonderen Schwerpunkt auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik legen. Das Gütesiegel besitzt eine Gültigkeit von drei Jahren und muss danach im Zuge einer Rezertifizierung erneuert werden.
In Oberösterreich verfügen mittlerweile 96 Schulen und 17 Kindergärten über das MINT-Gütesiegel.
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