Irrtümlich ausgezahlt
Studenten brachten Bank 108.000 Euro zurück und bekamen Gummibärchen

| Larissa Bilovits 
| 15.10.2026

Statt der gewünschten 12.900 Euro in bar zahlte eine Salzburger Bank irrtümlich fast das Zehnfache aus. Für die ehrliche Rückgabe des überschüssigen Geldes bedankte sich das Geldinstitut mit einer süßen Überraschung.

Wer schon einmal Monopoly gespielt hat, kennt die Karte mit dem "Bankirrtum zu Ihren Gunsten" – und den Gedanken, dass einem so etwas auch gerne einmal im echten Leben passieren könnte, hatte wohl jede:r schon einmal. Für zwei Studenten aus Georgien wurde dieser Tagtraum in Salzburg nun tatsächlich wahr. Wie am Mittwoch bekannt wurde, bekamen sie bei einer Barbehebung in einer Filiale der Salzburger Sparkasse im Stadtteil Gnigl statt der gewünschten 12.900 Euro mehr als 120.000 Euro ausbezahlt, also fast das Zehnfache. Ein Happy End zu ihren Gunsten blieb allerdings aus.

Die Entdeckung kam nach dem Training

Eigentlich hatte das Geld einen ganz nüchternen Zweck. Die beiden Freunde Giorgi Bolkvadze und Giorgi Shavadze, die zum Studieren nach Salzburg gekommen sind, wollten damit gegenüber den österreichischen Behörden belegen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. Das ist eine Voraussetzung für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis. Dass das Kuvert deutlich dicker ausgefallen war als geplant, bemerkte Bolkvadze nach der Behebung zunächst nicht.

Wie er gegenüber dem ORF schilderte, habe er das Bargeld seinem Freund übergeben und war anschließend ins Fitnessstudio gegangen. Erst nach dem Duschen erreichte ihn ein Anruf mit der Frage, ob er tatsächlich 12.000 Euro abgehoben habe. In Wahrheit waren es rund 120.000 Euro gewesen. Statt Pläne für eine Weltreise zu schmieden, machten sich die beiden ehrlichen Studienkollegen umgehend auf den Weg zurück in die Filiale, um das Geld zurückzubringen.

Gummibärchen im Tausch für 108.000 Euro

Auch die Bank selbst war dem Irrtum rasch auf die Spur gekommen. In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es am Mittwoch: "In einer unserer Filialen kam es bei einer Barauszahlung aufgrund eines menschlichen Fehlers zu einer zu hohen Auszahlung. Für die entstandenen Umstände haben wir uns beim Kunden entschuldigt und uns für sein kooperatives sowie lösungsorientiertes Verhalten bedankt."

Wie dieses Dankeschön konkret ausfiel, dürfte so manche:n schmunzeln lassen. Für die Rückgabe der Differenz von 108.000 Euro erhielten die beiden Studenten von der Sparkasse nämlich ein Sackerl Gummibärchen. Gemessen an der Summe ist das ein eher symbolischer Gegenwert, nach einem solchen Schreckmoment aber zumindest eine süße Geste.

Ehrlichkeit ist auch die sicherste Variante

Die Rückgabe war allerdings nicht nur anständig, sondern auch rechtlich die einzig vernünftige Entscheidung. Denn wer sich irrtümlich erhaltenes Geld mit dem Vorsatz zueignet, sich dadurch unrechtmäßig zu bereichern, kann sich nach Paragraf 134 des österreichischen Strafgesetzbuches wegen Unterschlagung strafbar machen. Bei einem Wert von mehr als 5.000 Euro drohen bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe. Der Traum vom Bankirrtum zu den eigenen Gunsten endet im echten Leben also nicht mit zusätzlichem Spielgeld, sondern im Zweifel vor Gericht.

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