Videointerview mit Marcel Haraszti
"Wir wollen dann aufsperren, wenn unsere Kunden einkaufen wollen"

Hohe Kosten, künstliche Intelligenz, neue Kaufleute und die Expansion von Bipa: Rewe-International-Vorstand Marcel Haraszti sprach mit LEADERSNET KEYaccount-Herausgeber Wolfgang Zechner über die Entwicklung des Handelskonzerns. Besonders deutlich wurde er beim Thema Öffnungszeiten.

"Wenn ein Händler nicht klagt, dann ist er kein Händler mehr", meint Marcel Haraszti, Vorstand der Rewe International AG, mit einem Augenzwinkern. Im Videointerview mit LEADERSNET KEYaccount-Herausgeber Wolfgang Zechnerbeim Tag des Handels in Gmunden zog er eine erste Zwischenbilanz des Geschäftsjahres 2026 und sprach über die Herausforderungen der Branche. Dazu zählen für ihn insbesondere hohe Energiekosten, Lohnnebenkosten und die durch Indexierungen stark gestiegenen Mieten. Den vollständigen Bericht zum Tag des Handels inklusive Videos und Fotos finden Sie übrigens hier. 

Billa baut Kaufleutemodell aus

Mit mehreren Entwicklungen im eigenen Konzern zeigt sich Haraszti zufrieden. Dazu gehört der Start des Immer-Clever-Preisprogramms bei Billa. Bis Jahresende soll zudem die Zahl der selbstständigen Billa-Kaufleute auf 55 steigen. Auch bei Adeg seien neue Kaufleute hinzugekommen. Allerdings verläuft der Ausbau des Billa-Kaufleutemodells langsamer als ursprünglich geplant. Entscheidend sei, die richtigen Unternehmer für die jeweiligen Standorte zu finden und entsprechend vorzubereiten. Qualität gehe dabei vor Geschwindigkeit. Erfreuliche Nachrichten gibt es laut Haraszti auch von Bipa. Die Drogeriekette eröffnete am Tag des Interviews ihren zehnten Standort in Rumänien. Zudem setzt das Unternehmen auf die Weiterentwicklung seiner Eigenmarke Look by Bipa.

KI als Chance statt Bedrohung

Großes Potenzial sieht Haraszti beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Schon heute verwendet Rewe KI für Bestellungen sowie Mengen- und Aktionsprognosen. Künftig könnten auch wiederkehrende Verwaltungsaufgaben effizienter erledigt werden. Einen zwangsläufigen Arbeitsplatzabbau erwartet er dadurch nicht.

Zur Situation des Tiroler Lebensmittelhändlers MPreis will sich Haraszti hingegen nicht näher äußern. Er betont jedoch dessen Bedeutung als Familienunternehmen für Tirol.

Klare Forderung bei Öffnungszeiten

Besonders pointiert wird der Rewe-Vorstand bei den Ladenöffnungszeiten. "Ich finde das total verblödet, dass wir nicht dann aufsperren dürfen, wenn wir aufsperren wollen", erklärt Haraszti. Während er die Sonntagsöffnung gesondert diskutieren möchte, fordert er für Montag bis Samstag mehr Flexibilität. Nicht jede Filiale müsse deshalb länger geöffnet bleiben. Für einzelne Standorte, etwa in der Wiener Innenstadt, könne er sich aber Öffnungszeiten bis 22 oder 23 Uhr am Samstag vorstellen.

Welche weiteren Pläne der Handelskonzern verfolgt und warum Haraszti den Tag des Handels als wichtigen Branchentreff schätzt, erfahren Sie im vollständigen Videointerview.

Unsere Story zum diesjährigen Tag des Handels finden Sie hier. Alle Fotos vom Event gibt es hier. 

www.rewe-group.at

www.billa.at

www.bipa.at

www.mpreis.at

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