Sabine Wiedenhofer in Graz
Zwischen Ware und Würde: Sabine Wiedenhofer eröffnet neue Ausstellung in der Galerie Reinisch in Graz

| Gerhard Krispl / LEADERSNET-ART Herausgeber 
| 06.10.2026

Mit großem Publikumsinteresse wurde am 25. September 2026 die Ausstellung Ware | Würde von Sabine Wiedenhofer in der Galerie Reinisch Contemporary in Graz eröffnet.

Der weibliche Körper zählt zu den ältesten und zugleich am stärksten codierten Motiven der Kunstgeschichte. Er wurde über Jahrhunderte idealisiert, verehrt und begehrt, aber ebenso objektiviert, normiert und zur Ware gemacht. In Ware | Würde führt Sabine Wiedenhofer diesen kunsthistorischen Diskurs in die Gegenwart und fragt danach, wer unseren Blick auf Weiblichkeit bestimmt – und unter welchen Bedingungen Würde in Verfügbarkeit umzuschlagen droht.

In vier Werkgruppen untersucht die österreichische Künstlerin unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Zuschreibung. Historische Schaufensterbüsten werden in FE-DOM ihrer ursprünglichen Funktion als anonyme Trägerinnen kommerzieller Ideale entzogen und zu autonomen skulpturalen Individuen transformiert. Die Rauminstallation DAS Frau – Welcome to Wom-Industry richtet den Blick auf die Ökonomisierung des weiblichen Körpers in einer von Konsum, Sexualisierung und digitaler Selbstvermarktung geprägten Bildkultur.

In The Predator Crown verwandelt sich ein vermeintliches Freiheitssymbol in ein bedrohliches Gebiss, während Purity religiöse und kunsthistorische Vorstellungen von Reinheit, Schönheit und Weiblichkeit neu befragt.

Der Abend vereinte Kunst, Wirtschaft und Medien zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Körperbildern, weiblicher Selbstbestimmung und den Machtstrukturen unserer Gegenwart. © Nikki Pommer 

Gerade die Reibung zwischen der sinnlichen, oftmals verführerischen Erscheinung der Arbeiten und ihren harten gesellschaftlichen Themen prägte auch die Gespräche des Eröffnungsabends. Wiedenhofers Werke illustrieren keine fertigen Antworten. Sie legen jene visuellen Systeme offen, in denen Macht, Begehren, Kontrolle und Selbstinszenierung ineinandergreifen, und behaupten den weiblichen Körper nicht als Opfer, sondern als Ort des Widerstands und der Selbstermächtigung.

Illustre Gäste

Zahlreiche Gäste aus Kunst, Wirtschaft und Medien folgten der Einladung der Galerie Reinisch. Unter ihnen waren der Unternehmer und Kunstfreund Rudi Roth, Sigmund Loibner, Vorstandsmitglied der Steiermärkischen Sparkasse, Matthias Euler-Rolle sowie Sirius Alexander Pansi, Herausgeber und Chefredakteur des JUST Magazins. 

Reges Publikumsinteresse bei der Eröffnung von Sabine Wiedenhofers Ausstellung in der Galerie Reinisch Contemporary. © Nikki Pommer

Spannende Publikumsdiskussion

Mit Ware | Würde präsentiert die Galerie Reinisch Contemporary eine Ausstellung, die historische Bildtraditionen mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen verbindet. Sie fordert dazu auf, nicht nur die Werke, sondern auch die eigenen Sehgewohnheiten kritisch zu hinterfragen: Wer blickt? Wer bewertet? Und wer entscheidet darüber, wie Weiblichkeit sichtbar wird?

Die Ausstellung ist in der Galerie Reinisch Contemporary, Hauptplatz 6, 8010 Graz, zu sehen. Am 7. November findet im Rahmen der Finissage eine Podiumsdiskussion mit Agnes Husslein, Almuth Spiegler, Chris Lohner, Sabine Wiedenhofer und Manuela Schlossinger statt.

Ware I Würde
Galerie Reinisch Contemporary
www.reinisch-graz.at

 

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