Dreifach-Insolvenz
Unterhaltungselektronik-Gruppe schlittert in Millionenpleite

| Tobias Seifried 
| 05.10.2026

Der international bekannte Entwickler von Unterhaltungs- und Wettspielautomaten kämpft gleich mit drei Insolvenzverfahren.

Am Landesgericht Linz wurden über drei Gesellschaften der TAB-Gruppe mit Sitz in Ansfelden parallel gerichtliche Insolvenzverfahren eröffnet. Die Wurzeln des für Marken wie Silverball, MaxFire oder Fun4Four bekannten Unternehmens reichen bis in das Jahr 1962 zurück.

Nach dem Ableben des langjährigen Eigentümers Siegfried Dattl jun. übernahm Thomas Stoyer die Gruppe, die zuletzt mit rund 70 Mitarbeiter:innen eine Exportquote von über 99,5 Prozent verzeichnete. Nun summieren sich die Verbindlichkeiten der drei betroffenen Einheiten laut KSV1870 auf mehr als 8,5 Millionen Euro.

Produktionsgesellschaft

Über das Vermögen der TAB-Austria Industrie- und Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Passiva belaufen sich auf rund 4,15 Millionen Euro, wovon den Angaben zufolge 61 Gläubiger:innen betroffen sind. Sämtliche Dienstnehmer:innen sind im Vorfeld ausgetreten.

Als Ursachen gelten drastische Umsatzeinbrüche im Stammgeschäft, verzögerte Auslieferungen sowie der kriegsbedingte Einbruch der Absatzmärkte im arabischen Raum. Zudem erlitt der Betrieb erhebliche Ausfälle durch die Insolvenz eines Großkunden in Höhe von rund 760.000 Euro. Die Schuldnerin strebt eine Sanierung an und befindet sich nach eigenen Angaben in fortgeschrittenen Verhandlungen zur Einwerbung von Mezzaninkapital.

Automatenverleih

Ebenfalls von einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung betroffen ist die DATTL Unterhaltungselektronik GmbH & Co KG, die den Verleih und Service der Automaten in der Gastronomie betreibt. Hier schlagen Passiva von rund 4,08 Millionen Euro zu Buche.

Neben den Nachwirkungen pandemiebedingter Schließungen habe der strukturelle Wandel in der Gastronomie dazu geführt, dass rund 30 Prozent des Kerngeschäfts ersatzlos wegfielen. Bisherige Restrukturierungs- und Investorensuchen blieben erfolglos; den Gläubiger:innen wird die Mindestquote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Immobilienverwerter

Das dritte Verfahren betrifft die Best Houses Liegenschaftsverwaltung GmbH, über deren Vermögen ein Konkursverfahren eröffnet wurde. Nach dem Verkauf der zentralen Betriebsliegenschaft in Ansfelden im Mai 2025 geriet das Unternehmen durch unzureichende Auslastung des Personals und hohe Abfertigungsverpflichtungen in Schräglage. Bei Verbindlichkeiten von rund 322.000 Euro prüft der Insolvenzverwalter die Schließung und Verwertung der Gesellschaft.

Ob weitere Konzerneinheiten wie die TAB-Austria Holding GmbH oder die TAB Austria Group GmbH in den Strudel gezogen werden, bleibt Gegenstand der laufenden Prüfungen durch die Gläubigerschutzverbände, so der KSV1870.

www.ksv.at

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