Im Fokus des 24. Luftfahrtsymposiums standen Wettbewerbsfähigkeit, geopolitische Herausforderungen und die künftige Luftfahrtstrategie Österreichs. LEADERSNET.tv war vor Ort und sprach mit zentralen Vertreter:innen der Branche sowie weiteren Entscheider:innen.
Unter dem Motto "Impulse für die Luftfahrtstrategie Österreich: Standort stärken in Zeiten globaler Krisen und Kriege" lud die Aviation Industry Austria (AIA) zum mittlerweile 24. Luftfahrtsymposium an den Flughafen Wien. Rund 250 Gäste diskutierten darüber, wie Österreichs Luftfahrtstandort angesichts geopolitischer Krisen, veränderter Wettbewerbsbedingungen und technologischer Herausforderungen künftig aufgestellt werden soll.
Bundesminister Peter Hanke verwies dabei auf die enge Verbindung zwischen Luftfahrt-, Technologie- und Wirtschaftspolitik. "Die geopolitischen Krisen – vom Krieg in der Ukraine bis zu den Spannungen im Nahen Osten – treffen auch die österreichische Luftfahrt. Gerade deshalb richten wir den Standort mit der Luftfahrtstrategie 2040+ strategisch neu aus", sagte der Minister. Innovationen, Investitionen und gut ausgebildete Beschäftigte seien die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft der Branche.
Breites Feld abgedeckt
Die Bandbreite der Teilnehmer:innen spiegelte die unterschiedlichen Bereiche der heimischen Luftfahrt wider. Neben Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger nahmen unter anderem Austro-Control-Geschäftsführerin Elisabeth Landrichter, Sofia Zoe Cantele und Helmut Haubenwaller von Austrian Airlines, Avconjet-Chairman Alexander Vagacs, Karin Puleo-Leodolter vom BMIMI sowie Airchief Gerfried Promberger vom Österreichischen Bundesheer teil.
Aus Industrie und Technologie waren unter anderem Robert Machtlinger (FACC), Hannes Hecher (Schiebel), Franz Posch (Airbus) und András Gálffy (Turbulence Solutions) vertreten. Internationale Perspektiven brachten Paul Bosman (EUROCONTROL), Rafael Schvartzman (IATA), Thomas Haagensen (easyJet), Laurent Timsit (FNAM) und Joachim Lang (BDL) ein.
Flugabgabe als zentraler Hebel
Die Diskussionen drehten sich unter anderem um hohe Kosten, den internationalen Standortwettbewerb, gesperrte Lufträume, unsichere Versorgungswege sowie steigende Anforderungen an Sicherheit und Resilienz.
Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, verwies in diesem Zusammenhang auf die jüngste Verkehrsentwicklung. Die sechs österreichischen Verkehrsflughäfen hätten im ersten Halbjahr 2,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Am Flughafen Wien betrug das Minus von Jänner bis August vier Prozent und allein im August 6,9 Prozent.
Gleichzeitig gebe es positive politische Signale und eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium. Für eine nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit seien jedoch weitere Maßnahmen erforderlich. "Der wichtigste unmittelbare Hebel bleibt die Flugabgabe. Aus Sicht der Branche muss diese Belastung deutlich sinken oder ganz entfallen", betonte Jäger. Zusätzliche Flugverbindungen würden Tourismus, Arbeitsplätze, Investitionen und Wertschöpfung für Österreich schaffen.
Zehn Impulse für die Luftfahrtstrategie 2040+
Einen wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkt des Symposiums bildeten zehn strategische Impulse, welche die AIA für die weitere Ausarbeitung der österreichischen Luftfahrtstrategie 2040+ präsentierte. Die Themen reichen von Wettbewerbsfähigkeit und internationaler Anbindung über Resilienz und Versorgungssicherheit bis hin zu industrieller Kooperation, Forschung und Innovation.
Für Peter Malanik, Geschäftsführer der Aviation Industry Austria, erfordern die vielfältigen Herausforderungen einen gemeinsamen Ansatz der Branche: "Die Herausforderungen reichen heute vom internationalen Standortwettbewerb über geopolitische Krisen bis zu Versorgungssicherheit und technologischer Souveränität." Umso wichtiger sei es, die vorhandene Expertise zu bündeln und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Die zehn Impulse würden aufzeigen, an welchen Punkten die Luftfahrtstrategie 2040+ aus Sicht der Branche ansetzen sollte. Zudem betonte Malanik die große Bedeutung einer Senkung der Standortkosten.
Machtlinger übernimmt AIA-Präsidentschaft
Neben den inhaltlichen Diskussionen brachte das Symposium auch einen Wechsel an der Spitze der Aviation Industry Austria. FACC-CEO Robert Machtlinger übernahm turnusmäßig die Präsidentschaft von Julian Jäger, der dem Präsidium künftig als Vizepräsident angehört.
Machtlinger sieht insbesondere im gemeinsamen Auftreten der unterschiedlichen Bereiche eine Stärke des Dachverbands. "Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen braucht es diese gemeinsame Stimme mehr denn je", erklärte der neue AIA-Präsident. Er wolle den eingeschlagenen Weg gemeinsam mit Jäger, Malanik und dem gesamten Präsidium fortführen.
Die Aviation Industry Austria vertritt als Dachverband direkt oder indirekt rund 100 Mitgliedsunternehmen aus Bereichen wie Flughäfen, Airlines, Luftfahrtzulieferindustrie und Business Aviation.
Video-Interviews
Neben Peter Hanke, Peter Malanik, Julian Jäger und Robert Machtlinger, holte LEADERSNET.tv auch Elisabeth Landrichter, Geschäftsführerin von Austro Control, und Karin Puleo-Leodolter, Director General of Civil Aviation Österreich, vor die Kamera.
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