Limit deutlich gesenkt
Finanzierung für Netzausbau künftig schon ab zwei Millionen Euro

Mehr als 300 Millionen Euro an Finanzierungen wurden bereits genehmigt, bald soll die Milliardenmarke fallen. Nun öffnen Finanzministerium und Kontrollbank ihre Instrumente auch für kleinere Netz- und Speicherprojekte.

Der Ausbau der heimischen Stromnetze und Speicherkapazitäten soll für Energieunternehmen leichter finanzierbar werden. Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) und die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) weiten dafür ihre bestehenden Finanzierungsinstrumente aus. Künftig sollen auch kleinere Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze sowie Speicherlösungen ab einem Volumen von zwei Millionen Euro unterstützt werden.

Bislang richtete sich die im Februar vorgestellte Exportinvest EVU vor allem an großvolumige Projekte ab 100 Millionen Euro. Gemeinsam verfügen die bestehenden und neuen Programme vorerst über ein Volumen von zwei Milliarden Euro an Haftungen und Finanzierungen.

OeKB erwartet bald mehr als eine Milliarde Euro

Das bestehende Angebot stößt laut OeKB auf große Nachfrage. Finanzierungen von mehr als 300 Millionen Euro seien bereits genehmigt worden, weitere Projekte stünden kurz vor dem Abschluss.

Helmut Bernkopf, im OeKB-Vorstand für Export Services zuständig, rechnet deshalb mit einem deutlichen Anstieg: "Da weitere Projekte kurz vor dem Abschluss stehen und konkrete Gespräche laufen, sind wir optimistisch, in den nächsten Monaten ein Volumen von über 1 Milliarde Euro zu erzielen."

Bei der Exportinvest EVU ist eine Risikoübernahme von bis zu 80 Prozent möglich. Dadurch sollen Energieversorgungsunternehmen Investitionen zu günstigeren Konditionen finanzieren können.

Kleinere Netz- und Speicherprojekte rücken in den Fokus

Mit der Erweiterung werden insbesondere kleinere Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke und regionale Netzbetreiber adressiert. Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl verweist auf deren Bedeutung für die Energiewende. Gerade Verteilnetze seien notwendig, um etwa überschüssigen Photovoltaikstrom in überregionale Netze einzuspeisen oder für Speicherlösungen verfügbar zu machen.

Finanzminister Markus Marterbauer sieht in den erweiterten Instrumenten eine Möglichkeit, notwendige Investitionen zu unterstützen, ohne das Bundesbudget zusätzlich zu belasten. Gleichzeitig sollen dadurch die Ausbau- und langfristig auch die Netzkosten gedämpft werden.

Bund übernimmt Risiko bei Mezzaninkapital

Neu ist zudem die Möglichkeit, beim Netzausbau Haftungen für Mezzaninkapital über das Ausfuhrförderungsgesetz darzustellen. Bei der sogenannten Exportinvest Mezzanin kann der Bund bis zu 80 Prozent des Risikos von langfristigem Mezzaninkapital übernehmen. Dadurch sollen die Kosten für das Nachrangkapital sinken und Netzbetreiber zusätzliche Zinsvorteile erhalten.

OeKB finanziert auch Green-Energy-Investitionen

Mit der Exportinvest Green Energy verfügt die OeKB bereits über ein Instrument für österreichische Exportunternehmen, die in erneuerbare Energien investieren. Es richtet sich an Unternehmen mit einer Exportquote von mehr als 20 Prozent beziehungsweise deren Zulieferer. Finanziert werden können unter anderem Wind- und Wasserkraft, Geothermie, Photovoltaik, Netzinfrastruktur und Speicherlösungen.

Die Mindestinvestition beträgt zwei Millionen Euro und muss zu mehr als 50 Prozent erneuerbare Energien betreffen. Die Finanzierung läuft über die jeweilige Hausbank, die von der OeKB refinanziert wird. Abhängig von Bonität, Finanzierungsstruktur und Laufzeit kann die Republik bis zu 70 Prozent des Risikos übernehmen.

Bei einer Exportquote von mehr als 50 Prozent kann grundsätzlich das gesamte Investitionsvolumen finanziert werden. Je nach Projekt sind Laufzeiten von bis zu 20 Jahren ab der geplanten Inbetriebnahme möglich.

www.oekb.at

www.bmf.gv.at

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