Nächste Millioneninsolvenz
Christof-Industries-Pleite reißt Personaldienstleister mit

| Tobias Seifried 
| 15.09.2026

Nun hat der finanzielle Strudel rund um den steirischen Anlagenbauer auch eine Konzerntochter erfasst. Auch hier handelte es sich um eine Millioneninsolvenz.

Jetzt zieht die jüngste Pleite von Christof Industries Austria (LEADERSNET berichtete) erste Kreise innerhalb der Unternehmensgruppe. So teilte der AKV am Dienstag mit, dass die in Wels ansässige FMT Personalservice GmbH am Landesgericht Graz die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt hat.

Bei der zweiten Insolvenz des Mutterkonzerns geriet die Unternehmensgruppe nach einem verlorenen Schiedsprozess in finanzielle Nöte. Nun schlägt der Liquiditätsengpass auf die konzerneigene Personalgesellschaft durch. Von dem Schritt sind 25 Dienstnehmer:innen betroffen.

Umsatzausfälle durch Insolvenz der Muttergesellschaft

Die Welser Gesellschaft fungiert innerhalb des steirischen Großbetriebs als zentraler Dienstleister für die Überlassung von Arbeitskräften, Personalorganisation und -vermittlung. Da die operative Steuerung des Unternehmens zuletzt direkt am Grazer Hauptsitz der Alleingesellschafterin (Christof Industries Austria GmbH) erfolgte, wurde das Landesgericht Graz als zuständiges Insolvenzgericht angerufen.

Als Auslöser der Zahlungsunfähigkeit gibt Geschäftsführer Milan Topic die direkten Konsequenzen des Antrags der Muttergesellschaft an. Die enge Verflechtung habe zu unmittelbaren Forderungs- und Umsatzausfällen geführt, die durch den Personaldienstleister kurzfristig nicht mehr kompensiert werden konnten.

Passiva von rund einer Million Euro

Laut dem Personaldienstleister belaufen sich die Verbindlichkeiten zu Liquidationswerten auf rund 1,026 Millionen Euro. Dem stehen freie Aktiva im Ausmaß von lediglich knapp 89.000 Euro gegenüber.

Gleichwohl soll der Betrieb im Verbund mit der angestrebten Restrukturierung des Gesamtkonzerns fortgeführt werden. Den Gläubiger:innen wird ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von 24 Monaten nach rechtskräftiger Bestätigung, vorgelegt. Die formale Eröffnung des Verfahrens durch das Landesgericht Graz wird vom Kreditorenverband zeitnah erwartet.

www.akv.at

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