Unter den hohen Gewölben der Wiener Votivkirche rückte kürzlich nicht nur die heimische Musiktheaterszene ins Rampenlicht. Auch die jüngsten Turbulenzen bei den Salzburger Festspielen hallten bei der 14. Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises nach.
Politische Spitze bei Festrede
Markus Hinterhäuser, der die künstlerische Leitung der Festspiele im Frühjahr vorzeitig abgegeben hatte, nahm den Großen Preis der Jury entgegen – und verband seinen Dank mit einer deutlichen politischen Spitze: "Dieser wunderbare Preis kam für mich genau zur richtigen Zeit. Es ist eine Mischung aus Freude und der Erkenntnis, dass ein Preis wie dieser eine beinahe therapeutische Wirkung haben kann", so Hinterhäuser. Abschließend hielt er fest: "Die Kunst ist so viel größer als die Kleingeistigkeit der Politik."
Einen konkreten Bezug zu seinem vorzeitigen Ausscheiden stellte Hinterhäuser dabei nicht her. Der Zeitpunkt verlieh seiner Aussage dennoch Brisanz. Nach öffentlich gewordenen Differenzen mit dem Kuratorium hatte er die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele vorzeitig abgegeben. Seither steht mit Karin Bergmann erstmals eine Intendantin an der Spitze des Festivals. Sie soll die Position interimistisch bis zur Bestellung einer dauerhaften Nachfolge übernehmen (LEADERSNET berichtete).
Drei Auszeichnungen gehen nach Salzburg
Künstlerisch blieb Hinterhäusers bisherige Amtszeit an diesem Abend deutlich präsent. Die Salzburger Festspiele erhielten insgesamt drei Preise und lagen damit gemeinsam mit der Volksoper Wien an der Spitze. Als beste Gesamtproduktion Oper wurde das Mozart-Projekt "Zaide" ausgezeichnet. Maxime Pascal erhielt für "Drei Schwestern" den Preis für die beste musikalische Leitung, während Jörg Schneider für seine Darstellung des Doktors in derselben Produktion als bester männlicher Nebendarsteller geehrt wurde.
Die Volksoper Wien verbuchte ebenfalls drei Auszeichnungen: "Kaiserrequiem" wurde zur besten Tanzproduktion gekürt, die Bio-Oper "Alma" über Alma Mahler-Werfel erhielt den Preis für die beste Erst- beziehungsweise Uraufführung. Jasmin White wurde wiederum für ihre Gesamtleistung während der Saison 2024/25 als Nachwuchskünstlerin gewürdigt.
Grigorian und Spyres gewinnen Hauptrollenpreise
In den beiden Hauptrollenkategorien setzten sich Asmik Grigorian und Michael Spyres durch. Grigorian erhielt den Preis für ihre Interpretation der Titelrolle in "Norma" am Theater an der Wien. Die litauische Sopranistin hatte wenige Tage zuvor auch beim "Opern Air" der Wiener Staatsoper vor dem Haus am Ring gesungen (LEADERSNET berichtete). Spyres wurde hingegen für seine Darstellung als Giovanni Pierluigi Palestrina in Hans Pfitzners Oper "Palestrina" an der Wiener Staatsoper ausgezeichnet.
Claus Guth gewann für "Blaubart/ Die menschliche Stimme" bei den Tiroler Festspielen Erl in der Kategorie "Beste Regie". Der Preis für die beste Ausstattung ging zudem an Christian Schmidt für "Tannhäuser" an der Oper Graz. Neben Jasmin White erhielt aber auch Benjamin Chamandy eine Nachwuchsauszeichnung. Prämiert wurde er für seine Rolle in "Liebesgesang/ Von heute auf morgen" am Tiroler Landestheater Innsbruck.
Preise für Operette, Musical und Off-Theater
Als beste Operettenproduktion wurde "Waldmeister" aus dem Festjahr Johann Strauss 2025 Wien ausgezeichnet. In der Kategorie Musical setzte sich "Briefe von Ruth" an der mittlerweile geschlossenen Kammeroper Wien durch. Das Werk von Gisle Kverndokk setzt sich mit der Geschichte der Holocaust-Überlebenden Ruth Maier auseinander.
Der Preis für die beste Jugendproduktion ging an "Brundibár" am Tiroler Landestheater Innsbruck. Im Off-Theater überzeugte "Eurobronski", eine Auseinandersetzung des Wiener Theaters Bronski & Grünberg mit dem Eurovision Song Contest.
Lebenswerkpreis für Anja Silja
Zu den prägenden Persönlichkeiten des Abends zählte auch Anja Silja. Die deutsche Sopranistin, die bereits als Jugendliche auf internationalen Opernbühnen stand und eng mit Regisseur Wieland Wagner zusammenarbeitete, wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. "Wien ist für mich ein besonderer Ort – nicht nur künstlerisch", erklärte Silja. Dass sie den Preis am Geburtstag eines für sie wichtigen Menschen entgegennehmen durfte, mache die Ehrung für sie umso bedeutsamer.
Der italienische Bariton Leo Nucci erhielt den internationalen Publikumspreis. Nach seiner Dankesrede sang der langjährige "Rigoletto"-Interpret die Arie "Cortigiani, vil razza dannata" aus Verdis Oper. Weitere Sonderpreise gingen an den Fotografen Axel Zeininger für seine Verdienste um das Musiktheater, den chinesischen Komponisten Qin Wenchen für internationales Kulturengagement sowie an Nils Strunk in der Kategorie Crossover.
Musiktheaterszene in der Votivkirche
Die Preisverleihung fand erstmals vor der Kulisse der Wiener Votivkirche statt, deren Südturm seit 2024 von Billi Thanners Lichtinstallation "Himmelsleiter" geprägt wird. Unter den Gästen befanden sich unter anderem Alexandra Ahorn (Seven.One Austria), Dominik Am Zehnhoff-Söns (Wiener Opernsommer), Thomas Angermair (Dorda Rechtsanwälte), Hans Arsenovic (Politiker, Die Grünen), Ona B. (Künstlerin), Lidia Baich (Violinistin), Luigi Barbaro (Gastronom, Fratelli Barbaro), Thomas Peschta (Obmann Fachgruppe Gastronomie Wirtschaftskammer Wien), Pia Baresch (Schauspielerin), Max Beckham-Ortner (IMZ International Music + Media Centre), Marlene Berger (Mimis Globe), Klaus Billand (Autor), Reinhard Binder (Kommunikationsberater, Robin Consult), Domino Blue (Sängerin), Helena Bogensperger (Immobilienexpertin), Bernhard A. Böhler (Kunstexperte), Ruth Brauer-Kvam (Schauspielerin), Markus Breitenecker (Medienmanager), Philipp Breitenecker (Wiener Rennverein), Andreas Brenner (Atos Technologies), Julia Cencig (Schauspielerin), Ferdinando Chefalo (Choreograf), Gabrielle Costigan (Managerin, AIK Energy), Ronald Diesenreiter (Maxx by Steigenberger), Gabriele Domschitz (Österreichisches Rotes Kreuz), Paul Armin Edelmann (Bariton), Sylvia Eisenburger-Kunz (Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste), Helmut Ettl (Vorstand der Finanzmarktaufsicht), Martina Fasslabend (Österreichischer Kinderschutzpreis Myki), Wolfgang Fischer (DDSG Blue Danube), Matthias Fletzberger (Pianist und Dirigent), Pia Gabriel (Gabriel & Gabriel), Sandra Gaisch (Brooksmiller), Roland Geyer (Kulturmanager), Elisabeth Gürtler (Unternehmerin und frühere Hotel-Sacher-Geschäftsführerin), Daniel Gutmann (Bariton), Judith Haberlehner (Lenovo Motorola), Roman Haidinger (Werber, Friends with Benefits Advertising), Katarina Hajek (Wiener Philharmoniker), Magdalena Hankus (Hankus 3sixty), Marlene Hanschitz-Halikias (Grant Thornton), Cornelia Hartl (McDonald’s), Raphael Hartl (Bankhaus Spängler), Joji Hattori (Dirigent und Intendant des Wiener Opernsommers), Stephan Hering-Hagenbeck (Direktor des Tiergartens Schönbrunn), Martin Himmelbauer (Kommunikationsberater, Himmelpower Communications), Elisabeth Himmer-Hirnigl (PR International), Maddalena Hirschal (Schauspielerin und Sängerin), Peter Hofbauer (Theaterleiter, Wiener Metropol), Sebastian Holecek (Bassbariton), Ioan Holender (Opernmanager und ehemaliger Direktor der Wiener Staatsoper), Agnes Husslein-Arco (Kunsthistorikerin und Kulturmanagerin), Karl Javurek (Unternehmensberater, KJ Consulting), Brigitte Just (Designerin), Tini Kainrath (Sängerin), Erwin Kiennast (Komponist und Musikproduzent), Georg Kindel (Medienunternehmer, Call Magazine), Lilian Klebow (Schauspielerin), Christian Klement (Magmag Group), Georg Knoflach (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus), Walter Kobéra (Dirigent), Alexander Köck (Gmundner Keramik), Elisabeth Kolarik (Gastronomin, Kolarik im Prater), Georg Kraft-Kinz (Unternehmensberater, Kraft Kinz Kraft Consulting), Susanne Kraus-Winkler (Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ), Hadil Krenn (Own It Now), Monica Kurzel-Runtscheiner (Direktorin der Kaiserlichen Wagenburg), Andreas Kutschera (Stargate Group), Lois Lammerhuber (Fotograf), Christoph Ladstätter (Volksoper Wien), Cornelia Lamprechter (Geschäftsführerin der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft), Stefan Lassnig (Strategieberater), Heimo Lepuschitz (Politikberater), Christian P. Lerner (Very Media), Evgenia Lichtner (Schauspielerin), Herbert Lippert (Tenor und Grammy-Preisträger), Ralf-Wolfgang Lothert (Unternehmer), Franz Medwenitsch (Kulturexperte), Christoph Meyenburg (Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten), Clementine Michalek-Waldstein (Kathrein Privatbank), Roman Moeller (Gastronom, Chalet Moeller), Melanie Moser (Mozart Group), Heinz Mosser (ORF-Enterprise), Sarah Musser (Lumen Capital), Ramesh Nair (Schauspieler, Tänzer und Choreograf), Aki Nuredini (Gastronom), Richard Panzenböck (Regisseur), Ilona Perrot (PR-Beraterin, imp-ress), Jacqueline Pfeiffer (Gastronomin, Die Cuisinière & Der Connaisseur), Volker Piesczek (Moderator und Schauspieler), Milene Platzer (Wiener Privatklinik), Philipp Ploner (Kommunikationsberater, Ploner Communications), Markus Pohanka (Austro Control), Louis Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (Unternehmensberater, Sayn Consult), Daniel Prohaska (Tenor und Kammersänger), Helga Rabl-Stadler (Kulturmanagerin), Julian Rachlin (Violinist und Dirigent), Christoph Ransmayr (Schriftsteller), Anna Ratt (Apothekerin, Apotheke zum Schwarzen Adler), Elisabeth Resch (Model), Jochen Ressel (Leiter für Kommunikation und Fundraising des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens – Großpriorat von Österreich), Herbert Rieser (café+co International Holding), Martin Rummel (Cellist und Rektor der Anton Bruckner Privatuniversität), Thomas Schäfer-Elmayer (Leiter der Tanzschule Elmayer), Evamaria Schick (Huawei), Dominic Schmid (Wirtschaftskammer Wien), Jörg Schneider (Tenor und Kammersänger der Wiener Staatsoper), Helmut Schoba (VGN Medien Holding), Michael Schottenberg (Autor, Schauspieler und Regisseur), Dominik Schrott (ehemaliger ÖVP-Nationalratsabgeordneter), Ferdinand V. Schütz (Kathrein Privatbank), Daniel Serafin (Künstlerischer Direktor der Oper im Steinbruch), Heinz Sichrovsky (Kulturjournalist und Literaturkritiker), Alexander Skoff-Salomon (Joh. Springer’s Erben), Philipp Strommer (Kommunikationsberater, Strommer Comm), Katharina Sturm (ORF), Ulrike Sych (Sängerin und Rektorin der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Billi Thanner (Künstlerin), Christian Töltl (IFP Wiener Neustadt), Katharina Tonauer (Schauspielerin), Clemens Unterreiner (Opernsänger und Intendant der Oper Burg Gars), Herwig Ursin (Hey-U Mediagroup), Natalia Ushakova (Opernsängerin), Ralph Vallon (Kommunikationsberater, Vallon Relations), Verena Venturini (ÖBB-Werbung), Teresa Vogl (ORF-Moderatorin), Robin von Dietze-Ohle (Universitätsklinikum AKH Wien), Manfred Waba (Bühnenbildner), Stephanie Wanasek-Stauffer (Missy May), Thomas Weinhappel (Bariton), Susanna C. Wiesner (Wiener Staatsoper), Alexander Winheim (Red Bull Media House), Sabrina Winischhofer (Vienna Etiquette Society), Claudia Wittmann (Vienna’s English Theatre), David Wurawa (Schauspieler), Walter Ziegler-Benko (Landespolizeidirektion Wien), Kathrin Zierhut-Kunz (kaufmännische Geschäftsführerin von ORF III) sowie Alexander Zoubek (Division 4) und viele mehr.
LEADERSNET begleitete das Event. Einen Eindruck können Sie mittels Galerie gewinnen.
www.musiktheaterpreis.at
Kommentar veröffentlichen