Grünes Licht für Sanierung
Traditionsbetrieb nimmt bei Millioneninsolvenz wichtige Hürde

| Redaktion 
| 08.09.2026

Das Unternehmen befindet sich seit Ende Mai in einem Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Nun haben die Gläubiger:innen dem vorgelegten Sanierungsplan mehrheitlich zugestimmt. 

Ende Mai 2026 wurde bekannt, dass die Fleissner + Partner Gesellschaft m.b.H. beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung beantragt hatte (LEADERSNET berichtete). Nun gibt es laut dem KSV1870 eine wesentliche Entwicklung in dem Insolvenzverfahren: Bei der Sanierungsplantagsatzung am Dienstag (8. September 2026) haben die Gläubiger:innen dem Sanierungsplan mehrheitlich zugestimmt.

20 Prozent für Insolvenzgläubiger:innen

Das Grazer Unternehmen wird derzeit mit zwölf Mitarbeiter:innen fortgeführt. Im Verfahren wurden insgesamt 59 Forderungen mit einem Volumen von rund 5,4 Millionen Euro angemeldet, so der Kreditschutzverband von 1870. 

Der nun angenommene Sanierungsplan sieht vor, dass die Insolvenzgläubiger:innen eine Quote von 20 Prozent erhalten. Die Zahlung soll innerhalb von 14 Tagen nach der rechtskräftigen gerichtlichen Bestätigung des Sanierungsplans erfolgen.

Darüber hinaus hat Fleissner + Partner Vermögen an einen Treuhänder übergeben. Dieses soll verwertet und für die Ausschüttung einer zusätzlichen Quote an die Gläubiger:innen verwendet werden. Hinsichtlich dieses Vermögens unterstellt sich das Unternehmen der Überwachung durch den Treuhänder.

Die Sanierungsplanerfordernis liegt laut dem KSV1870 bereits auf dem Insolvenzkonto. Mit der Zustimmung der Gläubiger:innen ist die Fortführung des Unternehmens vorerst gesichert.

Ursachen der Insolvenz

Als wesentlicher Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden bei der Eröffnung des Sanierungsverfahrens erhebliche Mehrkosten im Zusammenhang mit einem inzwischen fertiggestellten und übergebenen Hotelprojekt in Wien genannt.

Nach damaligen Angaben war mit dem Auftraggeber zunächst eine Einigung erzielt worden, später seien jedoch weitere Zahlungen ausgeblieben. Eine außergerichtliche Einigung über die offenen Forderungen konnte demnach nicht erreicht werden. Zusätzlich hatte die Alleingesellschafterin Eigenmittel eingebracht, um die Fertigstellung des Projekts zu ermöglichen (Die Stellungnahme des Auftraggebers zu den damaligen Angaben lesen Sie im ursprünglichen LEADERSNET-Bericht). 

Fortführung war von Beginn an geplant

Bereits bei Eröffnung des Sanierungsverfahrens hatte Fleissner + Partner angekündigt, den Geschäftsbetrieb fortführen und eine nachhaltige Sanierung erreichen zu wollen. Der damals vorgelegte Sanierungsplan sah bereits eine Quote von 20 Prozent vor.

Zusätzlich war vorgesehen, den Anspruch aus dem genannten Hotelprojekt im Rahmen einer Treuhandsanierung zugunsten der Gläubiger:innen zu verwerten. Nun hat der Sanierungsplan die erforderliche Zustimmung der Gläubiger:innen erhalten, so der KSV1870. 

www.ksv.at

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