Über viele Jahre hinweg zählte Günther Marek zu den bekanntesten Gesichtern an der Schnittstelle von Exekutive und Sport. Vergangenen Freitag endete diese Laufbahn offiziell: Im Wiener Justizpalast wurde der Jurist, der im Innenministerium zuletzt die Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsmanagement und Sportangelegenheiten in der Präsidialsektion leitete, in den Ruhestand verabschiedet. Gekommen waren neben zahlreichen Vertreter:innen aus Politik und Exekutive auch etliche rot-weiß-rote Sportgrößen, die Marek über die Jahre beruflich wie privat begleitet hatten.
Vom Polizeijuristen zum "Mister Euro"
Mareks Laufbahn im öffentlichen Dienst begann 1985 als Polizeijurist, und sie führte ihn zunächst weit weg vom Sport. Er war am Aufbaustab für den Zentralen Kriminalpolizeilichen Dienst beteiligt und zeichnete federführend für die Konzeption der zentralen kriminalpolizeilichen Assistenzdienste im Bundeskriminalamt verantwortlich, von der Observation über die verdeckte Ermittlung bis zur Computerkriminalität. Auch bei der Etablierung von Rechtsinstrumenten wie Gefährderansprache und Meldeverpflichtung im Sicherheitspolizeigesetz wirkte er mit.
Zum Highlight seiner Karriere wurde dann die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz, bei der Marek als operativer Projekt- und Einsatzleiter des BMI-Stabs fungierte. Die Dimension des Einsatzes war für heimische Verhältnisse beispiellos, allein in Österreich zählte das Turnier 2,2 Millionen Besucher:innen, rund 1.100 Polizist:innen aus anderen Staaten versahen hierzulande Dienst. Seither haftete dem Juristen der Beiname "Mister Euro" an, unter dem er auch am Freitag im Justizpalast gefeiert wurde.
Letzter Einsatz bei der Weltmeisterschaft
Die EM öffnete Marek auch international Türen. Er war Vizepräsident des ständigen Unterausschusses des Europarates gegen Gewalt bei Sportveranstaltungen und leitete während der österreichischen EU-Präsidentschaft die europäische Expertengruppe für Sicherheit bei Sportgroßveranstaltungen. Insgesamt führte er im Lauf seiner Karriere sechs interministerielle Task Forces bei internationalen Sportgroßereignissen. Die letzte davon begleitete die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA, an der auch Österreich teilnahm. Bei der Bilanzpräsentation im Juli sagte Marek dazu: "Ein solches Turnier über drei Nationalstaaten hinweg verlangt abgestimmte, interministerielle Prozesse in Echtzeit."
Entsprechend fielen die Laudationes im Justizpalast aus, die Innenminister Gerhard Karner und Generalsekretär Andreas Achatz hielten. Karner bezeichnete den scheidenden Beamten in seiner Ansprache mehrfach als "großen Marek".
Prominente Gäste
Entsprechend prominent fiel die Gästeliste aus. Aus dem Skisport kamen unter anderem Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier, Abfahrts-Olympiasieger Fritz Strobl, Slalom-Weltmeister Manfred Pranger, Slalom-Weltcupsieger Reinfried Herbst und der sechsfache Weltcupsieger Hans Enn. Auch der Fußball war stark vertreten, unter anderem durch Ex-Rapid-Tormann Michael Konsel, ÖFB-Legende Andreas Herzog und Ex-Teamspieler und Trainer Peter Stöger. Darüber hinaus waren Sport-Austria-Präsident Hans Niessl, ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat, ORF-Sportmoderator und -Kommentator Oliver Polzer, Moderator und Fitnesstrainer Philipp Jelinek sowie Eventveranstalter Kurt Faist unter den Gästen.
LEADERSNET war bei der Verabschiedung dabei und hat Eindrücke für Sie in der Galerie gesammelt.
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