Meer trifft Michelin
Litauens Ostseeküste wird zum neuen Geheimtipp im Norden

Während es an den klassischen Badeorten im Süden immer heißer wird, bietet die litauische Küste Abkühlung und trotzdem echten Strandurlaub. Dazu kommen gleich mehrere Adressen, die im Guide Michelin geführt werden.

Auch heuer ist der Sommerurlaub für viele Österreicher:innen unverzichtbar. Laut dem ÖAMTC-Reisemonitoring zieht es in diesem Sommer 59 Prozent der Reisenden ans Meer, allen voran nach Italien und Kroatien (LEADERSNET berichtete). Doch gerade die klassischen Badedestinationen kämpfen zunehmend mit extremer Hitze, weshalb das Interesse an kühleren Reisezielen – Stichwort "Coolcation" – wächst (LEADERSNET berichtete). Für angenehmere Temperaturen muss es allerdings nicht gleich bis nach Norwegen oder Island gehen. Auch an der Ostsee lässt sich Abkühlung mit einem klassischen Badeurlaub verbinden. In Litauen etwa finden sich zwischen Klaipėda, Palanga und der Kurischen Nehrung weitläufige Sandstrände und UNESCO-Welterbe, dazu eine Küche, die inzwischen im Guide Michelin geführt wird.

Vielfältige Aktivitäten zwischen Dünen und Lagune

Das Kurische Haff ist der eigentliche Trumpf der Region. Kajak- und Kanutouren führen in Bereiche der Lagune, die vom Land aus kaum zu erreichen sind. Wer lieber am Boden bleibt, nimmt den rund 50 Kilometer langen Radweg zwischen Smiltynė und Nida, der als eine der attraktivsten Küstenrouten des Baltikums gilt. Zu Fuß lohnen sich die Parnidis-Düne und das Nagliai-Naturreservat, wo sich der Blick auf Ostsee und Haff gleichzeitig öffnet.

Am offenen Meer verschiebt sich das Angebot Richtung Wassersport. Segeln, Stand-up-Paddling, Kite- und Windsurfen gehören zum Standard, dazu kommt mit Blokart-Landsailing eine Variante, die direkt am Strand gefahren wird und in Mitteleuropa kaum verbreitet ist. Wer nach zwei aktiven Tagen einen ruhigeren einlegen will, findet in Palanga Wellness- und Spa-Häuser unmittelbar an der Küste. Die kurzen Wege zwischen den Orten machen es dabei leicht, Aktivität und Erholung in derselben Woche unterzubringen.

Michelin-Empfehlungen direkt am Wasser

Kulinarisch stand Litauen lange im Schatten seiner Nachbarn. Das hat sich mit der aktuellen Ausgabe des Guide Michelin geändert, und zwar nicht nur in der Hauptstadt Vilnius. In Klaipėda etwa werden das Bistro Alba mit italienisch inspirierter Karte und das Restaurant Monai geführt, in Palanga stehen das Restaurant Palanga und das regional ausgerichtete Monist auf der Liste. Vier Empfehlungen auf wenigen Kilometern Küste sind für eine Region dieser Größe ein bemerkenswerter Wert.

Von der Hafenstadt bis zum Fischerdorf

Auch abseits der Restaurants haben die Küstenstädte Profil. Klaipėda punktet mit Altstadt, Hafen, Meeresmuseum und Delfinarium, jeden Sommer verwandelt das Sea Festival die Stadt in eine maritime Bühne mit Regatten und Konzerten. Palanga bleibt der klassische Badeort mit Promenade, Bernsteinmuseum und Parkanlagen. Nida auf der Kurischen Nehrung ist der kulturelle Gegenpol dazu, mit traditionellen Fischerhäusern, dem Thomas-Mann-Haus und einer Dünenlandschaft, die ihresgleichen sucht.

Dazwischen bleibt Platz für das Unspektakuläre, das viele Urlauber:innen ohnehin suchen. Bootsausflüge aufs Haff, die Bernsteinsuche am Strand von Karklė oder ein Sonnenuntergang auf der Nehrung kosten wenig und funktionieren auch bei durchwachsenem Wetter. Für Besucher:innen, denen ein reiner Strandurlaub zu wenig ist, ergibt sich daraus ein Programm, das eine ganze Woche tragen kann.

www.lithuania.travel

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